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Wermelskirchen
Parkraumkonzept heiß diskutiert

Wermelskirchen: Parkraumkonzept heiß diskutiert
Jochen Bilstein (r.) und Randolph Schmidt diskutierten mit BM-Redakteurin Solveig Pudelski über die Parkplatzsituation. Redaktionsleiter Udo Teifel nahm Kritik von Marianne Papzinska an Tippfehlern in der Zeitung entgegen. FOTO: Janicki Dietrich
Wermelskirchen. Am Stand der "Mobilen Chefredaktion" unserer Zeitung wurde gestern über das Parken in der Innenstadt diskutiert. Ein Parkraumkonzept erfordere viel Fingerspitzengefühl, um den Einzelhandel nicht zu schwächen, lautete das Fazit. Von Solveig Pudelski

Das Thema Parkgebühren in der Innenstadt ist immer ein heißes Eisen, insbesondere wenn Raum für Dauerparker wegfällt, der Parkdruck wächst und ein Verdrängungsprozess in Gang gesetzt wird. Just vor diesem Problem steht Wermelskirchen, sobald die Bebauung des Loches-Platzes beginnt und die dortigen freien Stellplätze wegfallen, die heute gerne von Dauerparkern genutzt werden. So drehten sich gestern Vormittag am Stand der "Mobilen Chefredaktion" dieser Zeitung viele Gespräche um das - jetzt auch in der Politik diskutierte - Thema Parkraumbewirtschaftung, um das Für und Wider von Parkgebühren auf öffentlichen Stellplätzen und um die Entwicklung des Einzelhandels in der Innenstadt, die eng mit der Parksituation verknüpft ist.

"30 Jahre reden wir über die Gestaltung des Loches-Platzes, aber erst jetzt macht man sich Gedanken darüber, wie man die wegfallenden Stellplätze kompensiert", sagte Dankmar Stolz, Vorsitzender des Marketing-Vereins "Wir in Wermelskirchen" ((WiW), im Gespräch mit Bürgermeister Rainer Bleek, Randolph Schmidt (CDU) und Jochen Bilstein (SPD). Er hätte sich eine deutlich frühere Auseinandersetzung mit dem Thema Parken, zu dem auch die Lösung für Dauerparker zählt, gewünscht. Diese Kritik wies Bleek allerdings gleich von sich, eine tragfähige Lösung habe man seit längerem im Fokus und wichtige vorbereitende Schritte seien bereits erfolgt.

Bürgermeister Rainer Bleek (l.) und Randolph Schmidt begrüßten Stefan Weigel, Stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post/Bergischen Morgenpost (r.), der sich am Stand der "Mobilen Chefredaktion" auf dem Loches-Platz den Fragen von Bürgern stellte und deren Anregungen entgegennahm. FOTO: Dietrich Janicki

Stolz sieht für die Einführung von Gebühren auf den Parkplätzen mit Parkscheibenregelung wie beispielsweise an der Telegrafenstraße keine Notwendigkeit - im Gegenteil. Sie könnten zum Bumerang werden: Kunden würden abgeschreckt, der Einzelhandel, der jetzt bereits mit großer Konkurrenz zu kämpfen hat, geschwächt: dem Internethandel und großen Shopping-Centern. Deren Strahlkraft sei bereits seit einigen Jahren in Wermelskirchen zu spüren. Ablesbar sei dies am Rückgang der Anzahl an Geschäften und daran, dass man eigentlich jederzeit einen Parkplatz finde, sei es auch im gebührenpflichtigen Woolworth-Parkhaus. "Das war vor ein paar Jahren noch anders", hat Stolz beobachtet.

Verglichen mit Düsseldorf herrschten in Wermelskirchen geradezu paradiesische Verhältnisse, merkte Stefan Weigel, Stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post/Bergischen Morgenpost, an. "Hier gibt es ja noch genügend Stellplätze", so seine Beobachtung. Und die Gebühren seien mit einem Euro pro Stunde sehr moderat. Er regte an, breitere Behindertenparkplätze einzurichten, um Älteren und Gehbehinderten, die aufs Auto angewiesen sind, das Einkaufen in der Innenstadt zu erleichtern.

FOTO: Janicki Dietrich

Der WiW-Vorsitzende appellierte an die Politik, sensibel mit einer Parkraumbewirtschaftung umzugehen, um die bestehende Einzelhandelsstruktur mit einem guten Mix an Fachgeschäften zu erhalten. Wörtlich: "Freies Parken ist ein großer Standortvorteil." Das sieht auch die Politik so. Geprüft werden müsse, ob das Aufstellen von Parkscheinautomaten (8000 Euro pro Stück) wirtschaftlich sei, räumte Randolph Schmidt ein. Jochen Bilstein plädierte für eine Vereinheitlichung des Parkens im inneren Bereich. Beide Politiker stellten in Frage, ob städtische Bedienstete noch gebührenfrei parken dürfen sollten, während zahlreiche Mitarbeiter von Firmen zumindest einen Teil der Kosten für einen Dauerparkplatz an ihrer Arbeitsstelle tragen müssten. Unterm Strich: Es müsse ein Gesamtkonzept her, das die Attraktivität Wermelskirchens als Einkaufsstadt nicht schwächt - darin waren sich alle einig. Der Handel mache die Stadt lebenswert. Stefan Weigel zeigte sich überrascht von der Vielfalt an Geschäften und Cafés sowie von der Kundenfrequenz: "Hier ist ja richtig viel los", sagte er beim Gang über die Telegrafenstraße.

Quelle: RP
 
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