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Wermelskirchen
Personalnot in der katholischen Gemeinde

Wermelskirchen. Die personelle Lage in St. Michael und St. Apollinaris ist angespannt. Pfarrer Bernhard Kerkhoff fällt aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich noch bis Mitte Dezember aus. Und auch Personalreferent Benjamin Floer könnte der Gemeinde im November oder Dezember für einige Wochen nicht zur Verfügung stehen. "Wir haben die Messen nun so gelegt, dass sie fürs Erste auch einer alleine halten kann", erklärt Pfarrer Michael Knab auf Nachfrage unserer Redaktion. Von Theresa Demski

Damit steigt die Belastung für den einzig verbleibenden Pfarrer der Gemeinde. Die tägliche Messe in St. Michael bleiben aber bestehen, auch zu den Messen am Samstagabend und Sonntagmorgen lädt die Katholische Kirchengemeinde ein. Die Gottesdienstordnung sei ja ohnehin schon schlank, sagt Pfarrer Knab.

Seit dem Ausfall seines Kollegen stimmt er seine Abwesenheit mit den Pfarrern in der Nachbarschaft ab. Wenn er etwa an Seminaren teilnimmt oder sich - wie jüngst - in Exerzitien befindet, unterstützen ihn die Kollegen. Vertretungen bei Messen übernahmen bereits Pfarrer aus Köln. "Und auch mit der Gemeinde in Kürten arbeiten wir zusammen und unterstützen uns gegenseitig", sagt Knab.

Dass Kollegen aus der Nachbarschaft einspringen, sei keine Seltenheit, ergänzt der Pfarrer und erinnert an seine Tätigkeit in Leichlingen, als die Gemeinde 2015 personelle Unterstützung brauchte. Außerdem gebe es in der katholischen Gemeinde viele Ehrenamtliche, die mit anpacken. Wortgottesdienste und Meditationen, Aktionen wie die "Auszeit" und die "Andacht zur Marktzeit" können auch ohne Pfarrer gefeiert werden.

Hinzu kommt der Einsatz der Diakone, des Pastoralreferenten und der Gemeindereferentin, die sich vor allem in der Arbeit mit Kommunionskindern, Familien und auch im Krankenhaus engagieren. "Wir bemühen uns, dass für die Gemeindeglieder trotz des Ausfalls alles beim Alten bleibt", sagt Knab. Allerdings könnten er und seine Kollegen im Moment nicht so schnell wie sonst reagieren, Anfragen würden deswegen vielleicht später beantwortet als gewohnt. "Aber wir kriegen das hin", ist der Pfarrer optimistisch.

Ohnehin werde sich das kirchliche Leben mit Blick in die Zukunft verändern. Schließlich arbeitet das Erzbistum an der Neuordnung der pastoralen Räume. "Noch ist nicht raus, wie sich das für Wermelskirchen personell gestalten wird", sagt Pfarrer Knab, "aber wir wissen schon, dass die pastoralen Räume größer werden."

Und damit wird wohl das Ehrenamt umso wichtiger: So gibt es im Erzbistum schon Gemeinden, die einen ehrenamtlichen Begräbnisdienst eingerichtet haben. "So weit sind wir noch nicht", sagt Knab - zumal er Mitte Dezember mit der Rückkehr von Pfarrer Bernhard Kerkhoff in die Gemeinde rechnet.

Quelle: RP
 
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