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Wermelskirchen
Pfarrer Poersch tritt Stelle im Saarland an

Wermelskirchen: Pfarrer Poersch tritt Stelle im Saarland an
Pfarrer Heiko Poersch 2010 mit Familienhund Frieda bei der Vorbereitung auf den Röntgenlauf. FOTO: hans Dörner (archiv)
Wermelskirchen. Der Tenter Pfarrer nimmt im August eine Vollzeitstelle in Dudweiler an. Die Stelle im Bezirk Tente der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen wird neu ausgeschrieben - jetzt als Vollzeitpfarrstelle. Von Udo Teifel

Heiko Poersch wird ein "Hecken-Franzose". Er lacht, als er den Begriff ins Gespräch bringt: "So nennen die Franzosen die Saarländer." Pfarrer Heiko Poersch und seine Familie werden Saarländer: Sie verlassen im Juli das Bergische Land. Poersch tritt im August in Saarbrücken-Dudweiler eine Vollzeitstelle an.

Fast 13 Jahre war der 46-Jährige dann Pfarrer in Tente. Er übernahm eine Gemeinde, die sehr stark geprägt war von Hartmut Krienke. "Er gehörte einer anderen Generation an, setzte andere Schwerpunkte." Mit Poersch kam ein junger Pfarrer, der vor allem auch die Jugend und junge Leute im Blick hatte, die älteren Gemeindeglieder aber nicht vergaß. "Das Anliegen meiner Familie und mir, aber auch der Gemeindeleitung war immer, die Gruppen und Kreise zusammenzubringen." Die Gemeindeverantwortlichen ließen ihm viele Freiheiten, und wenn Poersch sich auf dem Gemeindefest verabschiedet, wird sicher die eine oder andere Träne rollen.

Als Poersch begann, zogen CVJM und Gemeinde nicht immer an einem Strang. Inzwischen ist der CVJM fest in der Gemeindearbeit verwurzelt. Ein Förderverein wurde aufgestellt, um Wege der Finanzierung über die Gemeinde hinaus zu finden. Der Jugendbereich erhielt einen Anbau, der Kirchsaal wurde renoviert. "Überall hat die Gemeinde tatkräftig angepackt", erzählt er. Und mittendrin immer Poersch. "Ich habe versucht, die Leute zu mobilisieren und habe selbst mit angepackt. Das scheint die Leute überzeugt zu haben, auch selber mitzumachen."

Als Leuchtturmprojekt sieht der "Go-Ex", ein Gottesdienst für junge Erwachsene. "Die wurden erreicht." Als Meilenstein bezeichnet er den Umbau der Kindertagesstätte. 800.000 Euro investierte die Evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen. "Wir sind U3-fähig und haben eine der schönsten Einrichtungen in Wermelskirchen", sagt Poersch und ist darüber sichtlich stolz. Eine lange Wartelist belegt das zusätzlich. "Wir könnten doppelt so viele Kinder aufnehmen."

Die Entscheidung zu wechseln kam vor drei Jahren beim Zehn-Jahres-Gespräch: "Ich wollte nicht bis zur Pensionierung hier bleiben. Vor meinem 50. Lebensjahr wollte ich eine neue Herausforderung finden", sagt er. Die beiden schulpflichtigen Kinder waren anfangs überhaupt nicht begeistert. "Wermelskirchen ist für sie nun mal Heimat." Doch mittlerweile freuen sie sich auch. Zumal die fünfköpfige Familie ein eigenes Haus bezieht.

Poersch besetzt in Dudweiler, einem Stadtteil mit 20.000 Einwohnern, davon 6000 Gemeindeglieder (Tente hatte 1700) eine von zwei Vollzeitpfarrstellen. Hier hatte er eine Dreiviertelstelle. "Die gute Nachricht ist: Wermelskirchen schreibt eine Vollzeitstelle für Tente aus." Dass für Poersch Wermelskirchen eine bedeutende Station war, belegt dieser Satz: "Es war der Höhepunkt meiner bisherigen Arbeit."

Quelle: RP
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