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Wermelskirchen
Pläne für Hotelneubau am Spatzenhof stagnieren

Wermelskirchen. Eigentümer kritisiert Stadt und Bezirksregierung: Seit dem politischen Beschluss 2015 sei nichts Zielführendes passiert. Von Sebastian Radermacher

Die Planungen für den Bau eines Wellness-Hotels direkt neben dem Landhaus Spatzenhof in Süppelbach kommen immer noch nicht ans Rollen. "Es gibt leider nichts Berichtenswertes über das Vorhaben, außer dass in Deutschland Investoren nicht geholfen wird, sondern diese bevorzugt systematisch vergrault werden. Aber das ist ja nichts Neues", sagt Spatzenhof-Eigentümer Wolfgang Schmitz-Heinen frustriert. Seit dem Beschluss der Politiker im Mai 2015, die die Pläne positiv bewerteten, sei "nichts Zielführendes passiert".

Zum Hintergrund: Entstehen soll in Süppelbach ein weitgehend zusammenhängender Gebäudekomplex. Auf einer erdgeschossigen Durchgangsebene - der Komplex würde an einem Hang errichtet - sollen sechs Bettenhäuser mit insgesamt 100 Zimmern (200 Betten) stehen. Es gäbe zudem ausreichend große Wellness- und Schwimmbereiche. Mit viel Holz, Feuer, Steinen und Wasser soll eine Atmosphäre zum Wohlfühlen geschaffen werden. Außerdem sind einige freistehende Gebäude geplant, die zum Beispiel als Medizintrakt genutzt werden können.

Schmitz-Heinen hat in der Vergangenheit mehrmals betont, dass mit dem Neubau eine dörfliche Struktur geschaffen werden soll, die sich in die Landschaft Süppelbachs einfügt. So soll zum Beispiel ein denkmalgeschütztes Haus, das auf dem 2014 erworbenen Grundstück steht, in das Hotel-Konzept integriert werden. Schmitz-Heinen hat in der Vergangenheit bereits ein umfangreiches Umwelt- und Naturgutachten beauftragt, parallel dazu liefen etliche Abstimmungsgespräche mit der Stadtverwaltung und der Bezirksregierung Köln.

Trotzdem stagniert das Vorhaben seit geraumer Zeit. Dabei würde ein solches Angebot für einen enormen Schub in Wermelskirchen im Bereich Tourismus sorgen, meint Schmitz-Heinen. Er muss zugeben: Die Tatsache, dass die Planungen derart stocken, hätten sein Verlangen, an dem Vorhaben festzuhalten, deutlich geschmälert. "Aber damit wären zumindest die Ziele von Bezirksregierung und Stadtverwaltung erfüllt", kritisiert der Eigentümer das Verhalten der beiden Behörden, ohne Details zu nennen.

"Ich finde diese Schuldzuweisung nicht angemessen", teilt Bürgermeister Rainer Bleek dazu auf Anfrage unserer Redaktion mit. "Herr Schmitz-Heinen weiß, dass die Realisierung eines solchen Projekts schwierig ist, weil die Bezirksregierung einverstanden sein muss." Die Genehmigung liege noch nicht vor, konkret seien noch Fragen zum Denkmalschutz und zum Thema "Bauen im Außenbereich" ungeklärt. Außerdem müsse aus den Plänen ein Nutzen für die gesamte Region hervorgehen.

"Wir warten darauf, dass Herr Schmitz-Heinen seine Pläne noch einmal konkretisiert - dann können wir schauen, welche Möglichkeiten es zur Realisierung gibt. Und dann würden wir auch noch mal Kontakt zur Bezirksregierung aufnehmen", sagt Bleek und fügt an: "Es gibt viele Hindernisse, die man bei entsprechender Planung aber ausräumen könnte." Die Pläne müssten mit den wirtschaftlichen Interessen des Eigentümers in Einklang gebracht werden. Bleek: "Wir sind zu Gesprächen bereit."

Quelle: RP
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