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Wermelskirchen
Poetry-Slam-Schreibworkshop stärkt junge Menschen

Wermelskirchen. Der Schreibworkshop ist ein neues Projekt von Marie-Louise Lichtenberg und ihrem Leseclub der Städtischen Hauptschule "Do it - read a book!". Junge Menschen für Literatur zu begeistern, ist das Hauptziel. Mit dem Workshop geht es nun einen Schritt weiter: Einen eigenen Text zu schreiben und ihn vor einem Publikum vorzutragen, ist nicht einfach. Als Partner steht der tschechisch-deutsche Schriftsteller und Slam-Poet Jaromir Konecny (60) den Kindern und Jugendlichen zur Seite. Von Walter Schubert

"Am schwierigsten sind der Einstieg und die Themenfindung", sagt er. Dafür gibt es sogenannte Hilfsfragen: "Was könnte ich machen, wenn ich in die Zeit reisen könnte?" "Was würde ich tun, wenn ich reich wäre?". Auch ganz alltägliche Dinge können eine Hilfestellung geben, um ein Thema für einen Text zu finden. Zum Beispiel die Frage: "Was war die traurigste, verrückteste oder lustigste Geschichte in den vergangenen Tagen?". Kaum hat der Profi den Anstoß gegeben, ziehen sich die ersten Workshop-Teilnehmer in eine stille Ecke im Jugendcafé (Juca) zurück. "Ich werde über meinen Urlaub in meiner Heimat, der Türkei, schreiben", sagt Semy (15). Leonardo (14) schreibt über Italien, Serafine (15) probiert einen Text über das Thema Gedanken.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und geht weit über die Literatur hinaus. "Es sind junge Menschen aus allen Schulformen dabei, aus allen sozialen Schichten, auch einige mit Migrationshintergrund", sagt Lehrerin Lichtenberg. So ist dieser Workshop auch ein Inklusionsprojekt. Dieses Thema hat Schriftsteller Konecny in seinem Buch "HerzSlam" verarbeitet, dass jeder Workshopteilnehmer als Geschenk bekommt. "Die verschiedenen Schulformen sind schlimm", sagt Konecny. Er ist für eine Gesamtschule für alle, vom Start bis zum möglichen Abitur. "Ich habe es bei meinen Söhnen erlebt. Der eine besucht die Hauptschule, der andere das Gymnasium. Sie haben plötzlich unterschiedliche Lebenswege, Freundschaften zerbrechen."

Doch lesen, schreiben, vortragen und diskutieren verbindet. "Oft heißt es am Anfang: Ich trau' mich nicht. Dann erlebt man, wie der Text mit dem Vortragenden zusammenwächst", beschreibt Konecny seine Erfahrungen. Beim Dichterwettbewerb "Poetry-Slam" ist der Vortrag zeitlich begrenzt. Alle Themen und alle literarischen Formen sind erlaubt, ganz gleich ob Geschichte, Gedicht oder ein Rap. Bewertet werden Text und Präsentation.

Was bei dem Workshop alles erarbeitet wurde, ist bald auf der Bühne zu sehen: Am 3. November ab 18.30 Uhr haben die Kinder und Jugendlichen ihren großen Auftritt im "Film-Eck". Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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