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Wermelskirchen
Politik beschließt Flüchtlingsstandorte

Wermelskirchen. Der Stadtrat hat gestern Abend mehrheitlich entschieden, in der Polizeiwache, am Freibad Dhünn und am Wiesenweg zugewiesene Flüchtlinge unterzubringen. Das Hotel zur Post in Dabringhausen stand doch nicht mehr zur Abstimmung. Von Sebastian Radermacher

Die ehemalige Polizeiwache an der Telegrafenstraße wird für die zeitnahe Unterbringung der zu erwartenden Flüchtlinge umgebaut. Das haben die Politiker im Stadtrat gestern Abend mehrheitlich beschlossen. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, dass in dem Gebäude künftig 78 Flüchtlinge wohnen sollen, wurde allerdings mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen verständigten sich die Ratsmitglieder auf einen Änderungsantrag der CDU, die Wache für Flüchtlinge umzubauen, die Belegungszahl ab dem 1. Juli 2017 allerdings auf 40 Flüchtlinge zu reduzieren.

Der Umbau des Polizeigebäudes kostet laut Stadtverwaltung etwa 385.000 Euro. Die Verwaltung betonte in ihrer Vorlage, dass die Wache kurzfristig umgebaut und als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stehen könne. Davon war Jürgen Manderla (FDP) nicht überzeugt. "In der ehemaligen Wache kann man frühestens im Januar mit den Baumaßnahmen beginnen", meinte er. Die Verwaltung versicherte, dass sie die Vergabeverfahren für die einzelnen Flüchtlingsstandorte so gut es geht beschleunigen möchte.

Dem Anmieten eines temporären Wohndorfs auf dem Parkplatz am Freibad Dhünn stimmten alle Fraktionen zu. Die Verwaltung wurde beauftragt, parallel zu der von ihr vorgeschlagenen Belegung mit 72 Flüchtlingen auch ein Wohndorf mit Platz für 40 Flüchtlinge zu planen. Dies hatte die CDU vorgeschlagen. Die Stadt soll detaillierte Kosten nennen, sobald diese vorliegen.

Ebenfalls groß war die Mehrheit bei dem Beschluss, die Wohnhäuser am Wiesenweg (Hausnummer 6 bis 16) an einen Investor zu verkaufen mit dem Ziel, dort Wohnraum für Flüchtlinge und für Personen mit Wohnberechtigungsscheinen zu schaffen. Damit ist auch die Idee vom Tisch, in den heruntergekommenen Häusern übergangsweise noch Flüchtlinge unterzubringen, um die Situation kurzfristig zu entlasten (Stichwort "Pufferstandorte"). Denn selbst dafür müssten die Häuser noch kostenintensiv umgebaut werden - die Verwaltung geht von bis zu 20.000 Euro für jede der sechs Wohneinheiten aus. Eine kurzfristige Änderung ergab sich für die Unterbringung in Dabringhausen: Entgegen ihrer Pläne wird die Stadt Wermelskirchen das Hotel zur Post nicht anmieten, um dort ab dem 1. Januar 40 Flüchtlinge unterzubringen. Der Grund: Der neue Eigentümer, ein Unternehmer aus Rumänien, sei nicht mehr bereit, das Objekt an die Stadt zu vermieten, teilte Stadtsprecher Jürgen Scholz mit. Er nahm diesen Punkt von der Tagesordnung. Ob die Stadt nun nach alternativen Standorten im Dorf Ausschau hält, wurde gestern Abend nicht thematisiert.

Scholz, der das Flüchtlingsthema als Projektleiter der Verwaltung koordiniert, machte zum Abschluss nochmals deutlich, dass die von der Bezirksregierung Arnsberg genannten Zahlen zur Zuweisung der Flüchtlinge stimmen. Demnach fehlt in der Stadt bis Jahresende noch Platz für 78 Menschen.

Quelle: RP
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