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Wermelskirchen
Politik driftet bei Standortsuche für Freizeitpark auseinander

Wermelskirchen. Es haben sich zwei Lager gebildet - für und gegen den Standort bei Lidl. Jetzt kommt es auf die CDU an - und die hält sich bedeckt.

Ein einheitlicher politischer Beschluss bei der Standortsuche für einen Jugendfreizeitpark ist mehr als unwahrscheinlich. Es haben sich zwei Lager gebildet - die eine Seite (SPD und Grüne) spricht sich klar für den Standort Zenshäuschen bei Lidl aus, die andere (WNKUWG, Bürgerforum, FDP) sieht diese Fläche mehr als skeptisch. Stand heute, wird es auf die CDU ankommen - je nachdem, welchen Standort sie befürwortet, können die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat kippen. Die Christdemokraten können sich nach Auskunft von Christian Klicki sehr gut vorstellen, einem Kompromiss zuzustimmen. "Dieser liegt vor, wenn sich alle Beteiligten darin wiederfinden. Der Gordische Knoten war beim ,Runden Tisch' aber noch nicht geplatzt", sagt Klicki. "Nach einem Feedback der Gesprächsteilnehmer war das Ergebnis nicht so euphorisch, wie es die Verwaltungsspitze verkündet hatte." Die CDU habe weitere Flächen ins Spiel gebracht, "um vorzubeugen, falls ein Kompromiss nicht gelingt. Wir möchten nicht, dass die Jugend mit leeren Händen ausgeht", sagt Klicki.

Die SPD spricht sich nochmals klar für den Standort Zenshäuschen aus. "Es gab Zeiten, in denen alle Fraktionen diese Fläche für den geeigneten Standort gehalten haben, obwohl auch damals bereits klar war, dass die anliegenden Autohäuser ein Kaufinteresse hatten", teilt Jochen Bilstein mit. Das sei damals kein Grund gewesen, von der Planung abzusehen, "und es ist auch heute kein Grund", findet er. Erst recht, da bei den Verhandlungen des Bürgermeisters mit dem Eigentümer der ins Gespräch gebrachten Fläche an der Dellmannstraße/Grünestraße herausgekommen sei, "dass dieses Grundstück nicht zum Verkauf steht und die Pacht viel zu hoch wäre". Er bezeichnet die Aussagen von WNKUWG, Büfo und FDP, sie seien auch für einen Freizeitpark, als "bloßes Lippenbekenntnis". Ohne das Instrument des Kompromisses sei in einer Demokratie, in der vielfältige Interessen Berücksichtigung finden müssen, wenig zu bewegen. Bilstein: "Deshalb ist die Haltung der drei Fraktionen, auch dann dem Standort nicht zuzustimmen, wenn ein Einvernehmen mit den Unternehmen gefunden wird, an Halsstarrigkeit und der fehlenden Einsicht in demokratische Spielregeln nicht zu überbieten." Er appelliert, bis zur erneuten Gesprächsrunde im November mit den Beteiligten für den Standort Zenshäuschen abzuwarten, bevor man eine Entscheidung treffe.

(ser)
 
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