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Wermelskirchen
Politik entscheidet über den Brandschutz

Wermelskirchen: Politik entscheidet über den Brandschutz
Der letzte Großbrand in einer Wermelskirchener Außenortschaft ereignete sich im Juni 2015: In der Hofschaft "Am Walde" bei Dhünn brannte ein Wohnhaus komplett ab. FOTO: ser (Archiv)
Wermelskirchen. Wie wird gewährleistet, dass die Feuerwehr Einsatzziele in den Außenortschaften in den vorgegebenen Fristen erreichen kann? Mit dieser grundlegenden Frage beschäftigt sich am Montag erneut die Politik. Die Grundstücksfrage für eine Wache in Dabringhausen ist noch nicht geklärt. Von Sebastian Radermacher

Gestern diskutierten Vertreter von Stadtverwaltung und Politik über das Thema Brandschutz noch einmal im nichtöffentlichen Arbeitskreis. Am kommenden Montag soll der Haupt- und Finanzausschuss Beschlüsse fassen, wie in Zukunft gewährleistet wird, dass die Feuerwehr Einsatzziele in den Außenortschaften wie Dabringhausen oder Dhünn in den vorgegebenen Hilfsfristen I (erste Gruppe nach acht Minuten am Einsatzort) und II (zweite Gruppe nach 13 Minuten) erreichen kann. Diese Fristen sind im Brandschutzbedarfsplan vorgegeben, den die Politik im Jahr 2013 beschlossen hat. Die Stadtverwaltung schlägt der Politik drei Maßnahmen zur Beschlussfassung vor, um den Brandschutz, wie im Jahr 2013 beschlossen, in Zukunft zu sicherstellen zu können.

Im Ortsteil Dabringhausen sollen zur Verbesserung der Tagesverfügbarkeit hauptamtliche Kräfte (eine Staffel = sechs Funktionsstellen) stationiert werden. Heißt im Klartext: Es müssten laut Stadt acht Feuerwehrleute neu eingestellt werden. Dieses zusätzliche Personal belastet den städtischen Haushalt dauerhaft mit etwa 540.000 Euro pro Jahr. Die acht neuen Feuerwehrleute sichern die Hilfsfrist I in den Außenortschaften, können aber zusätzlich tagsüber bei Einsätzen im übrigen Stadtgebiet unterstützend tätig sein und so die Hilfsfrist II (in 13 Minuten am Einsatzort) erfüllen. "Sie nutzen also dem Brandschutz im gesamten Stadtgebiet", sagt Beigeordneter Jürgen Graef. Parallel dazu soll auch das hauptamtliche Personal in der Hauptwache Vorm Eickerberg "aufgestockt" werden, um das Einhalten der Hilfsfrist I von dort aus zu verbessern. Dies soll so umgesetzt werden: Feuerwehrleute, die aktuell im Rettungsdienst tätig sind, sollen künftig im Brandschutz eingesetzt werden. Dies hat zur Konsequenz, dass die Stadt 15 neue Rettungsassistenten einstellen muss.

Laut Brandschutzbedarfsplan ist der Bau einer neuen Feuerwache im Bereich Dabringhausen erforderlich. In dieser sollen dann in Zukunft hauptamtliche Kräfte und auch Ehrenamtler der Freiwilligen Feuerwehr (Löschgruppen Dabringhausen und Kreckersweg) untergebracht werden. Die Gerätehäuser an der Altenberger Straße und in Kreckersweg werden aufgegeben. Eine gemeinsame Unterbringung von hauptamtlichen und freiwilligen Kräften macht laut Stadt Sinn, da sie zu Synergieeffekten führt. Ein durch das Fachdezernat erstelltes Raumprogramm für eine zweite Wache liegt bereits seit Juli 2015 vor und könnte sofort umgesetzt werden.

Die Grundstücksfrage für eine Wache in Dabringhausen ist allerdings noch nicht geklärt, bestätigt Bürgermeister Rainer Bleek. Erst wenn ein geeigneter Standort gefunden worden ist, kann die weitere Planung in Angriff genommen werden. "Es sind noch einige Fragen zu klären. Ich möchte eine einheitliche Grundlage schaffen", sagt Bleek.

Bei allen Einsätzen ist laut Stadt eine Brandbekämpfung ohne eine Drehleiter praktisch undenkbar. Die Stadt besitzt eine Drehleiter in der Hauptwache Vorm Eickerberg. Von dort aus sind weite Bereiche der Außenortschaften in den Hilfsfristen nicht zu erreichen. Um diese Situation zu verbessern, schlägt die Stadt vor, eine zweite Drehleiter anzuschaffen und künftig in Dabringhausen zu stationieren. Um Kosten zu sparen, könnte eine solche Drehleiter auch mit der Gemeinde Odenthal gekauft und betrieben werden.

Der Bürgermeister ist optimistisch, dass sich eine politische Mehrheit für die von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen finden wird.

Mo. 7. März, 17 Uhr, Haupt- und Finanzausschuss, Bürgerzentrum.

Quelle: RP
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