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Wermelskirchen
Polizei blitzt an der Telegrafenstraße

Wermelskirchen. 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer fahren deutlich schneller als die erlaubten 20 km/h – das haben Messungen der Stadt ergeben. Gestern Mittag hat die Polizei erstmals kontrolliert. In 35 Minuten war aber niemand zu schnell unterwegs. Von Sebastian Radermacher

Gestern Mittag, 12.45 Uhr an der Telegrafenstraße: Polizeioberkommissar Willi Steckenborn blickt durch das Laser-Messgerät und visiert einen Autofahrer an, der gerade am Bürgerzentrum vorbeifährt. "23 km/h", ruft er seinem Kollegen Jörg Rosenzweig zu, mit dem er gestern Mittag 35 Minuten die Geschwindigkeit der Autofahrer überprüft. Erstaunliches Ergebnis: Alle Autofahrer halten sich an das vorgeschriebene Tempo-Limit von 20 km/h. "Wir werden in den kommenden Tagen weiter kontrollieren, natürlich auch zu anderen Zeiten", kündigt Rosenzweig an.

Dass viele Verkehrsteilnehmer auf der Telegrafenstraße deutlich zu schnell unterwegs sind, haben Messungen der Stadtverwaltung ergeben. Am 6. und 8. August wurde das Verkehrsaufkommen über einen Zeitraum von jeweils 24 Stunden mit einer speziellen Kamera zur Verkehrsüberwachung detailliert dokumentiert. Dabei wurde die Geschwindigkeit von 5234 Fahrzeugen (6. August) bzw. 4596 Autos (8. August) gemessen. Ergebnis: "85 Prozent fahren schneller als 35 km/h – damit können wir nicht zufrieden sein", sagt der Technische Beigeordnete Dr. André Benedict Prusa auf Anfrage. Ziel müsse es sein, dass ein Geschwindigkeitsniveau nahe der erlaubten 20 km/h dauerhaft erreicht werde. Die Stadtverwaltung habe aus diesem Grund die Polizei gebeten, ebenfalls die Geschwindigkeit an der Telegrafenstraße zu messen. Bei einem Treffen (wahrscheinlich Anfang September) sollen die Ergebnisse zusammengetragen und verglichen werden, kündigt Prusa an. "Wir erarbeiten zurzeit Lösungsansätze, wie wir die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer senken können", berichtet der Technische Beigeordnete – von den sogenannten Kölner Tellern bis hin zu einer besseren Beschilderung seien alle Möglichkeiten dabei. "Wir müssen eine Lösung finden, mit welchen Maßnahmen wir das Verhalten der Autofahrer beeinflussen können", erklärt Prusa. Er macht dabei den Unterschied zwischen "harten Maßnahmen" – zum Beispiel den besagten Kölner Tellern – oder "weichen Maßnahmen" – zum Beispiel einer Anzeige, die den Autofahrer darauf hinweist, dass er zu schnell unterwegs ist.

Bei der 24-Stunden-Überwachung an den beiden Tagen im August hat die Stadtverwaltung viele weitere nützliche Informationen erhalten – zum Beispiel über das Parkverhalten der Autofahrer. "Das ist auch ein wichtiges Thema, das wir aufgreifen werden", kündigt Prusa an. Fast alle Unfälle in der Vergangenheit an der Telegrafenstraße gehörten zur Kategorie "Einpark-/Auspark-Unfälle".

Welche Möglichkeiten bestehen, um die Telegrafenstraße vor allem für Fußgänger sicherer zu machen, darüber sollen zeitnah auch die Politiker im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr informiert werden. Ob das Thema am 23. September schon auf die Tagesordnung gesetzt werden könne, sei unklar. Prusa: "Ich werde aber auf jeden Fall über den Sachstand berichten."

Quelle: RP
 
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