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Mobile Redaktion Sicherheit In Wermelskirchen
"Polizei ist permanent in der Stadt unterwegs"

Mobile Redaktion Sicherheit In Wermelskirchen: "Polizei ist permanent in der Stadt unterwegs"
Bernd Meyer (r.) berichtet Andreas Weilermann (l.) und BM-Redakteur Sebastian Radermacher von gefährlichen Situationen an der unteren Eich - "ständig rasen dort die Autofahrer", kritisiert der Anwohner. FOTO: Peter Meuter
Wermelskirchen. Andreas Weilermann, Leiter der Wache Burscheid-Wermelskirchen, stellte sich den Fragen der Bürger und nahm deren Anregungen auf. Von Sebastian Radermacher

Wermelskirchen Jürgen Nausedat wohnt seit 47 Jahren in Dabringhausen. Er liebt das Leben auf dem Dorf und gleichzeitig auch den Trubel in der Wermelskirchener Innenstadt. Aber: "Ich habe mittlerweile nicht mehr das Sicherheitsgefühl, wie es früher einmal war", sagt Nausedat bei der Mobilen Redaktion der BM zum Thema Sicherheit in Wermelskirchen. "Man hat irgendwie das Gefühl, alleine gelassen zu werden."

Andreas Weilermann nimmt die Ausführungen des Dabringhauseners ernst. "Sicherheitsgefühl ist immer ein subjektives Empfinden", sagt der Leiter der Polizeiwache Burscheid-Wermelskirchen. Er verdeutlicht Nausedat die Struktur der Polizei anhand eines Vergleichs: Die Wache, die "Zentrale" der Polizei, sei wie ein Bienenstock. "Von dort schwärmen unsere Einsatzkräfte in den Streifenwagen in die einzelnen Städte aus. Sie sind sehr viel unterwegs, natürlich auch in Wermelskirchen", versichert Weilermann und fügt an: "Eine Streifenwagenbesatzung ist permanent im Stadtgebiet unterwegs." Er könne die Verunsicherung der Menschen verstehen, da es keine 24-Stunden-Wache mehr in Wermelskirchen gebe. Weilermanns Appell: "Wenn etwas ist, bitte die 110 wählen! Wir helfen, so schnell es geht." Auf Nausedats Nachfrage, wie schnell denn die Polizei vor Ort, etwa in Dabringhausen, sein könne, nennt der Leiter der Wache aktuelle Zahlen für die erste Jahreshälfte 2017. Die Polizei dokumentiere nämlich genau dies mit der sogenannten Einsatzreaktionszeit - die Zeit vom Eingehen des Notrufs 110 bis zum Eintreffen der Polizisten vor Ort.

Auf Streife: Die Polizisten Andreas Weilermann (2.v.r.) und Frank Preyer (2.v.l.) sind regelmäßig in der Stadt unterwegs - hier bei einem Rundgang auf der Kirmes. FOTO: Moll

Ein Beispiel: Bei Einbruchsdelikten, bei denen die Täter noch vor Ort vermutet werden, sei die Polizei im Schnitt nach knapp viereinhalb Minuten in der Stadt. "Das belegt, dass wir unterwegs sind, denn so schnell kann man von der Wache in Hilgen gar nicht in Wermelskirchen sein", betont Weilermann.

Einbruchsdelikte oder schwere Verkehrsunfälle mit Verletzten würden natürlich mit Priorität behandelt. "Wir lassen dann alles stehen und liegen und versuchen, so schnell wie möglich vor Ort zu sein", sagt der Polizist. Rechnet man alle Einsätze in Wermelskirchen zusammen - etwa auch Schmierereien an einer Hauswand, die im Laufe eines Tages polizeilich erfasst werden können - so seien die Polizisten knapp 17 Minuten nach Eingang des Notrufs in Wermelskirchen.

Der Leiter der Polizeiwache appelliert an alle Bürger, sich bei verdächtigen Beobachtungen über den Notruf 110 bei der Polizei zu melden. "Zu denken, dass die Polizei eh nicht rechtzeitig da sein wird, ist ein großer Fehler. Womöglich ist der Streifenwagen nämlich gerade in der Nachbarschaft unterwegs", betont Weilermann.

Bernd Meyer und Rudi Battenfeld ärgern sich über Autofahrer, die über die untere Eich rasen. "Dort ist Tempo 30 - es gibt fast täglich gefährliche Situationen, vor allem für Fußgänger und Radfahrer", berichtet Meyer. Die Polizei habe in diesem Jahr so viele Verstöße geahndet wie noch nie zuvor, sagt Weilermann zum Thema Geschwindigkeit. Aber: "Wir können nicht überall sein." Vergleichbare Situationen wie an der unteren Eich gebe es in jeder Stadt im Kreisgebiet. Gleichwohl nimmt der Polizist die Anregungen der Anwohner auf: "Wir versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten das Beste zu machen."

Inge Prinz fühlt sich alleine zu Hause oft etwas unwohl. "Ich habe schon Angst, dass hier mal eingebrochen werden könnte", sagt die 84-Jährige. Sie solle auf jeden Fall die Polizei anrufen, falls sie fremde Personen sehe, bei denen sie kein gutes Gefühl habe, rät Weilermann. "Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig! Und die Polizei hilft Ihnen kostenlos."

Insgesamt sieht Weilermann kein Sicherheitsproblem in Wermelskirchen. "Im Vergleich zu den umliegenden Großstädten leben wir hier auf dem Land sehr sicher - und darüber bin ich glücklich."

Quelle: RP
 
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