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Wermelskirchen
Polizei überprüft Unfälle auf der Landstraße 101 in Richtung Altenberg

Wermelskirchen. In den vergangenen Wochen hat es auf der L 101 häufig gekracht. Die Polizei prüft, ob es Unfallhäufungspunkte gibt, die entschärft werden müssen. Von Sebastian Radermacher

Auf der Landstraße 101 von Dabringhausen in Richtung Altenberg haben sich in den vergangenen Wochen auffallend viele Unfälle ereignet. Allein seit Mittel Juli hat es in diesem Abschnitt bereits fünfmal gekracht. Mal war es ein Autofahrer, der einen Rennradfahrer übersah, dann ein Motorradfahrer, der sich nach einem Überholmanöver verbremste, dann wiederum ein Kradfahrer, der in einer Kurve von der Straße abkam und eine Autofahrerin, die beim Abbiegen auf die Straße ein Auto übersah. Wird die Landstraße 101, die in den Sommermonaten vor allem bei Motorradfahrern eine beliebte Strecke ist, zu einem Unfallschwerpunkt?

Richard Barz, Sprecher der Kreispolizei, kann dies auf Anfrage unserer Redaktion nicht bestätigen. Gleichwohl teilt er mit, dass die Polizei die L 101 nach vermehrten Unfällen bereits in der Vergangenheit stärker unter die Lupe genommen hat - noch vor den Unfällen der vergangenen Wochen. Speziell geht es dabei um den Abschnitt von Schöllerhof bis Dreibäumen, eine Strecke von etwa 13 Kilometern Länge. Seit Anfang des Jahres hat es dort 32 Unfälle gegeben, darunter 14 Wildunfälle. Bei vier Unfällen wurden Menschen verletzt.

Nachdem es schon einmal mehrfach innerhalb kurzer Zeit auf der L 101 gekracht hatte, gab es einen Ortstermin mit Vertretern der Polizei und des Landesbetriebs Straßen.NRW. "Ein Unfallhäufungspunkt war dabei aber nicht festzustellen", sagt Barz. Die Kriterien dafür seien nicht erfüllt gewesen. Zur Erklärung: In der Statistik der Polizei für Landstraßen liegt nur dann ein Unfallschwerpunkt vor, wenn es auf einem Abschnitt von mindestens 500 Metern (ohne Einmündungen oder Kreuzungen) Unfälle mit mehreren Verletzten gegeben hat. Dies sei auf der L 101 nicht der Fall gewesen. "Die Unfallorte lagen 1,5 Kilometer auseinander", sagt Barz. Er versicherte, dass auch die Unfälle der vergangenen Wochen einer Prüfung unterzogen werden. Sollte es den Verdacht geben, dass es an einer Stelle besonders oft zu Unfällen kommt, werde es einen weiteren Ortstermin geben. "Wir werden dann schauen, ob akuter Handlungsbedarf besteht", sagt der Polizeisprecher.

In den Sommermonaten verstärkt die Polizei ihre Kontrollen deutlich - speziell an den Wochenenden, wenn deutlich mehr Motorradfahrer auf den kurvenreichen Strecken rund um Wermelskirchen unterwegs sind. Nach zuletzt erfreulich wenigen Verstößen gab es am vergangenen Wochenende wieder einen ernüchternden Tag: In Kürten erwischte der Fahrer des Provida-Motorrades der Polizei (mit Videoaufzeichnung) zwei Motorradfahrer aus Bonn und Köln, die auf einer Bundesstraße bei Tempo 100 mit knapp 200 km/h unterwegs waren. Die Fahrer erwartet ein dreimonatiges Fahrverbot, Punkte und 600 Euro Bußgeld. In Leichlingen wurde ein 21-jähriger Leverkusener mit seinem Motorrad 65 km/h zu schnell gemessen - das bedeutet ebenfalls drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte und 480 Euro Bußgeld.

Auf den Straßen im Bergischen, speziell auf der L 101 in Richtung Altenberg, ist es laut Barz vor allem dann gefährlich, wenn ortsfremde Fahrer unterwegs sind. "Wer die Kurven auf der Landstraße 101 nicht kennt und sich überschätzt, hat ein Problem."

Quelle: RP
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