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Wermelskirchen
Polizeiwache: Der Landrat bleibt hart
Wermelskirchen: Polizeiwache: Der Landrat bleibt hart
Die Polizeiwache an der Telegrafenstraße will auch der neue Landrat schließen und einen Neubau auf der grünen Wiese errichten lassen. FOTO: gt
Wermelskirchen. Enttäuscht ist die FDP nach einem Gespräch mit Landrat und Kreis-Polizeichef: Sie beharren auf einem Neubau für die Polizeiwache außerhalb der Innenstadt und lehnen die Einladung der FDP zu einem Bürgergespräch vor Ort ab. Von Gundhild Tillmanns

Den Kampf um den Erhalt der Polizeiwache an der Telegrafenstraße will die FDP fortführen. Mit großen Hoffnungen waren deshalb Parteivorsitzender Horst Walter Schenk und stellvertretender Fraktionsvorsitzender Hartmut Zulauf zu einem Gespräch über die Polizeiwache mit Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke und Polizeichef Manfred Frorath gefahren. Enttäuscht und desillusioniert kehrten sie heim, wie Schenk gestern der BM berichtete.

Landrat und Polizeichef hätten sich zwar viel Zeit für ein ausführliches Gespräch gelassen, sie seien aber unverrückbar bei ihren Positionen geblieben: "Der neue Landrat setzt die Pläne seines Vorgängers fort. Er ist auch nicht bereit, zum jetzigen Zeitpunkt einer Einladung der FDP zu einer Bürgerversammlung in Wermelskirchen zu folgen", bedauert Schenk. Dr. Tebroke habe gesagt, er werde vielleicht später den Bürgern Rede und Antwort stehen. Dazu sagt aber der FDP-Vorsitzende: "Später ist es zu spät. Dann sind längst Fakten geschaffen für die Polizeiwache auf der grünen Wiese."

Der Landrat habe ein aus Sicht der FDP widersprüchliches Fazit des Gespräches gezogen, sagt Schenk und zitiert Dr. Tebroke: Sollte es gravierende neu Aspekte zur Polizeiwache geben, würde sich der Landrat zum öffentlichen Gespräch stellen; "aber es gibt keine neuen Argumente", soll der Landrat andererseits gesagt haben. "Wir geben nicht auf. Die Mehrheit der Bürger will die Polizeiwache in der Innenstadt behalten. Und das bestehende Gebäude lässt sich funktional weiter nutzen", meint Schenk. Umso bedauerlicher sei es, dass auch bei diesem Gespräch keine Reaktion seitens des Landrates und des Polizeichefs auf das nach wie vor bestehende Angebot des Bürgermeisters, die Wache zu modernisieren, zu sanieren und sogar die Miete zu mindern, erfolgt sei. Auch gegenüber der BM ging der Landrat gestern auf diese Frage nicht ein. Landrat und Polizeichef hätten im Gespräch mit der FDP aber gesagt, die Mieten für die Wachen in Wermelskirchen und Leichlingen seien so hoch, dass sich ein Neubau auf Dauer besser rechne. Und Schenk kolportiert: "Als wir von einer neuen Polizeiwache auf der grünen Wiese gesprochen haben, kam Erstaunen auf. Der Landrat hat argumentiert, die neue Wache werde doch mit allen Verkehrsmitteln zu erreichen sein." Das genüge der FDP aber nicht: "Die Bürger wollen eine Polizeiwache in der Innenstadt und nicht irgendwo draußen", ist sich Schenk sicher.

Auf Anfrage der BM sagte der Landrat gestern: Bei dem Gespräch mit der FDP hätten sich "keine neuen Gesichtspunkte ergeben, die aus meiner Sicht eine Änderung der Entscheidung rechtfertigen würden", sagt Dr. Tebroke. "Die Gründe, die aus polizeifachlicher Sicht für eine Zusammenlegung der beiden Polizeiwachen an einem zentralen Standort im Nahbereich der Stadtgrenze Wermelskirchen/Burscheid sprechen, gelten unverändert fort", betont er und fügt hinzu: "Als Stichworte seien nur genannt: die zentrale Lage im Zuständigkeitsbereich für die Kommunen Wermelskirchen, Leichlingen, Burscheid sowie Teile von Kürten und Odenthal, flexibler Personaleinsatz, Dienst- und Fachaufsicht, Vertretungsregelungen. Der bisherige Standort entspricht diesen Anforderungen nicht", macht der Landrat deutlich.

Er versichert aber: Unabhängig von der Standortfrage des Dienstgebäudes bleibe die Präsenz der Polizei auf der Straße unverändert erhalten. Er habe der FDP deshalb auch eine Bürgerinformation in Aussicht gestellt, wenn der zukünftige Wachstandort konkret absehbar sei, erklärt der Landrat.

Quelle: RP/ac
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