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Wermelskirchen
Pommern krönen Bürgermeister Rainer Bleek zum Erntebauern

Wermelskirchen. Für die Besucher des Erntefestes ist es der feierlichste Moment des Abends: Als die Dabringhausener Musikanten zur Musik ansetzen, stehen die Gäste der Pommerschen Landsmannschaft bewegt auf. Die Erntekrone wird in den Saal des Bürgerzentrums getragen. Im 65. Jahr ihres Bestehens krönt die Landsmannschaft Bürgermeister Rainer Bleek zum neuen Erntebauern "Das hat mich wirklich überrascht", sagt der Bürgermeister und kündigt an, für die Erntekrone einen würdigen Platz im Rathaus zu finden. Von Theresa Demski

Dass die Pommern ihre Erntekrone zuweilen heimischen Politikern anvertrauen, ist keine Seltenheit: Heinz Voetmann bekam sie schon, Rainer Deppe auch. Beide feiern am Samstagabend beim Erntefest mit. Dort erzählt der frisch gekrönte Erntebauer von seinen eigenen Wurzeln: "Mein Vater kam aus Pommern und meine Großeltern haben oft aus der Heimat berichtet." Ein Lob sprach der Bürgermeister an die engagierte Landsmannschaft aus: "Wir hängen in Wermelskirchen die Traditionspflege hoch und freuen uns über diese lebendige Veranstaltung." Er erinnerte allerdings auch den Wandel der Zeit: Mehr als 1000 Besucher habe das Erntefest einst gehabt. Inzwischen sind es deutlich weniger.

Umso wichtiger sei es, sich für den Erhalt der "pommerschen Kultur" einzusetzen, befindet Adalbert Raasch, Bundessprecher der Pommerschen Landsmannschaft, beim Erntefest. Nicht nur Feste, Tänze und Trachten würden dazu gehören. "Es ist auch wichtig, an die Geschichte zu erinnern", sagt er. Gedenken und Erinnern seien nicht nur Aufgaben der Landsmannschaften, sondern der ganzen Gesellschaft. Er appelliert: "Ich wünschte, die Erinnerung an die geflüchteten und vertriebenen Menschen von damals könnte das Verständnis für die geflüchteten und vertriebenen Menschen von heute vertiefen. Und umgekehrt: Die Auseinandersetzung mit den Entwurzelten von heute könnte die Empathie vieler Bürger mit den Entwurzelten von damals fördern."

Grüße vom erkrankten Vorsitzenden der Landsmannschaft, Jürgen Weiher, richtet Christoph Marr aus. Er moderiert das Erntefest, mit dem die Landsmannschaft gleichzeitig ihr 65-jähriges Bestehen feiert. Marr erinnert an Saat und Ernte in der alten Heimat, an Feste auf der "Tenne" und an das aufwendige Binden der Erntekrone.

Musik und Showeinlagen gehören dann zum kulturellen Programm des Abends, das Klöße, Braten, Sauerkraut und Salate ergänzt. Der Ostpreußenchor aus Remscheid steuert vertraute Melodien bei, die "Nostalgiker" sorgen für Show-Tanz und Mitglieder der Landsmannschaft tragen einen vergnüglichen Sketch bei.

Quelle: RP
 
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