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Wermelskirchen
Preisträgerkonzert begeistert Zuhörer

Wermelskirchen: Preisträgerkonzert begeistert Zuhörer
Der 15-jährige Gitarrist Louis Alexander Pater bei seinem Vorspiel. FOTO: J. Moll
Wermelskirchen. Sechs "Jugend musiziert"-Preisträger und die Musiker des Sinfonieorchester Wermelskirchen sorgten im PZ des Gymnasiums für einen grandiosen Hörgenuss. Dabei lief das Orchester auch zur Höchstform auf. Von Eva Budde-Jandt

"Breitenarbeit schließt Spitzenleistung nicht aus", formulierte die Vorsitzende von "JuMBo" (Jugend und Musik Rhein-Berg und Oberberg), Dr. Barbara Engelbert. Spitzenleistungen zeigten im Konzert am Samstagabend im PZ des Gymnasiums unter dem Motto "Junge Talente" nicht nur die sechs "Jugend-musiziert"-Preisträger, sondern auch die flexiblen Musiker des Sinfonieorchesters Wermelskirchen mit ihren Dirigenten David Hecker und Reinhold Felthaus.

Persönlich überzeugen davon, dass ihr Fördergeld wirklich gut angelegt ist, konnten sich der Geschäftsführer der Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln, Christian Brand, der Wermelskirchener Sparkassendirektor Hans-Jörg Schumacher und der Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke des Rheinisch-Bergischen Kreises Der Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" könne ohne Sponsoring nicht existieren, das stellte Dr. Engelbert klar, und dankte dabei auch den anderen, privaten Förderern.

Das Orchester allein begann mit Mendelssohns Ouvertüre "Meeresstille und glückliche Fahrt" unter der Leitung von Reinhold Felthaus. Nachdem sich im Verlauf weniger Takte "Konzertstimmung" eingestellt hatte, zeigte das Orchester strahlende Trompeten, saubere Hörner, eine insgesamt gut disponierte Holzbläserriege und sonore Celli-Einsätze. Felthaus dirigierte mit viel Verve und führte die Gesamtheit der Musiker zu gelungenen Forte-Stellen.

Den Reigen der jungen Solisten eröffneten Hannah Hoppe, 16, und Marie Lemke, 14 Jahre (beide Blockflöte). Auf der Bühne wandelten sie sich von schüchternen Teenagern zu jungen Künstlerinnen und brillierten in Antonio Vivaldis Konzert für zwei Flöten mit flinken Fingern und zumeist makelloser Tongebung. Auch das Sinfonieorchester in kleiner Besetzung machte sich die barocke Musik zu eigen, gestaltete zart die Begleitung der Solistinnen, baute organisch die Bögen auf unter der klugen Leitung von David Hecker.

Weiter ging es mit einem Gitarrensolo ohne Orchester und dem 15-jährigen Louis Alexander Pater. Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können, als der junge Mann mit "Asturias", einem Satz aus der "Suite Espagn~ola" von Isaac Albeniz, seine Kunstfertigkeit bewies. Atemlos ergriffen war das Publikum von der ganzen Intimität dieser virtuosen Darbietung. Anschließend folgte der "Tango en skai" des Komponisten und berühmten französischen Gitarristen Roland Dyens (*1955) mit dem Orchester zusammen. Sauber und dynamisch fein abgestimmt, musizierten die Streicher wieder unter Heckers Leitung. Getrübt war nur der Blick, denn der Solist hatte so gut wie keine Beleuchtung (die sich später besserte). Nach der Pause hielt ein stattlich verstärktes Orchester mit großer Bläserriege Einzug. Die erst 22-jährige Sopranistin Anastasía Dacenko sang die Walzer-Arie der Juliette aus der Oper "Romeo et Juliette" von Charles Gounod, im Anschluss die Orchester-Arie "Les Filles de Cadix" (Die Mädchen von Cadix) von Léo Delibes. Im feuerrot-schwarzen Kleid verstand es die Gesangstudentin, Glückseligkeit, Melancholie und Erotik zu verkörpern. Stimmlich erfreuten die gelungenen Spitzentöne in beiden Stücken.

Dass nicht das Alter in Zahlen entscheidend sein muss, bewiesen Malte Weinig, 18, und Bastian Windisch, 17 Jahre, die beide nahezu reife Interpretationen ihrer Werke vorlegten und mit sicherer Technik aufwarteten. Weinig, der fast zwei Stunden auf den Auftritt hatte warten müssen, überstand seine Feuerprobe mit glänzendem und warmem Trompetenton im Konzert des Frühklassikers Neruda.

Das nebenan lautstark stattfindende Feuerwerk, das den Beginn des dritten Satzes aus Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur erheblich verzögerte, riss Bastian Windisch nicht aus der Konzentration. Wohl überlegt entwickelte er die dynamischen Höhepunkte seines Werkes, setzte agogische Mittel feinfühlig ein, überzeugte mit transparenter Spielweise und leuchtendem Ton am Flügel. Mit Beethoven machte auch das Orchester Spaß und lief unter Reinhold Felthaus' Leitung zur Höchstform auf.

Quelle: RP
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