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Kommentar
Professioneller arbeiten

Kommentar. Antiwerbung statt Stadtmarketing Von Gundhild Tillmanns

Mit viel Enthusiasmus ist der Stadtmarketing-Verein "Wir in Wermelskirchen" (WiW) im Juni 2007 aus der Taufe gehoben worden. Die Stadtverwaltung stieg tatkräftig mit ein und stellte Maximilian Fresen frei. Der ist der einzige hauptamtlichen Marketingmitarbeiter im Verein, der ansonsten ausschließlich von Ehrenamtlern geführt wird, die naturgemäß ihre existentiellen Hauptaufgaben nicht im Verein sehen können. Positiv entwickelt hat sich die Mitgliederstruktur mit einer breiten Palette aus Einzelhandel, Handwerk, einigen Unternehmern und sonstigen Bürgern.

Doch vieles läuft auch immer schlechter. Das Wir im Vereinstitel scheint mehr und mehr zu bröckeln. Denn wenn berechtigte Kritik aus dem Einzelhandel als Nörgelei einzelner und Querulantentum unter den Teppich gekehrt wird, dann stimmt dies bedenklich. Wo ist da das Wir? Bei WiW wird es offensichtlich als Gleichschaltung missverstanden, wenn berechtigte Kritik aus dem Munde der Betroffenen so einfach abgetan wird.

Aber mit Schönreden lässt sich auf Dauer ebenso wenig effektives Stadtmarketing betreiben wie mit Organisationsmängeln. Wer's über fast zweieinhalb Monate nicht einmal schafft, die Reste vom Weihnachtsmarkt wegzuschaffen, der betreibt kein Stadtmarketing, sondern Antiwerbung für die Stadt.

Auch Bürgermeister Eric Weik wird immer wieder negativ auf den Nikolausmarkt angesprochen, wie er der BM berichtete. Vor allem sei von den Bürgern beklagt worden, dass es WiW nicht gelungen sei, den Weihnachtsschmuck inklusive der Nikolausbuden rechtzeitig abzubauen: "Wir als Stadtverwaltung werden dafür verantwortlich gemacht, obwohl WiW zuständig ist", betont Weik. Er sei zwar generell auch weiterhin dafür, das Stadtmarketing über einen Verein auf eine breitere Basis unter Beteiligung von Unternehmern zu stellen. Aber die Marketingaufgaben müssten dort professioneller erfüllt werden, fordert Weik.

Quelle: RP
 
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