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Wermelskirchen
"Punkte-Wahnsinn" in Eipringhausen

Wermelskirchen. Stefanie Esser ist verrückt nach Dalmatinern - zur Familie gehören drei dieser Vierbeiner, bis vor kurzem auch ein Pflegehund und natürlich Ehemann Daniel und Tochter Paula. Sogar Vogelhäuschen und Briefkasten sind schwarz-weiß. Von Stephan Singer

"Es würde mich nicht wundern, wenn ich irgendwann von der Arbeit komme und die Hausfassade ist weiß mit schwarzen Punkten angemalt", sagt Daniel Esser und lacht. Damit spielt er auf die "Punkte-Manie" seiner Frau Stefanie an: Bei Familie Esser in Eipringhausen punktet es nämlich gewaltig - und das hat nichts mit einer Cashback-Aktion zu tun. Vielmehr ist Stefanie Esser verrückt nach Dalmatinern - zur Familie gehören drei Dalmatiner, bis vor kurzem noch ein Pflegehund und die fast ein Jahr alte Tochter Paula. Und auch Paula mag die Hunde, wie ihr Lachen verrät, wenn die Vierbeiner quirlig um sie herum wuseln.

"Ich war schon als Teenager von Dalmatinern begeistert. Natürlich braucht man dazu eine gehörige Portion Tierliebe, denn dieses Hobby ist auch anstrengend", sagt Stefanie Esser. Sie nennt ihre Dalmatiner liebevoll "Punkte" und gibt lachend zu: "Ein wenig wahnsinnig bin ich schon!" Die 33-jährige Angestellte (im Moment in Elternzeit) hat die Vogelhäuschen im Garten genauso wie den Briefkasten im schwarz-weißen Punkte-Look angemalt. Sogar der Kleinbus von Stefanie wurde in Weiß gekauft und dann mit schwarzen Aufklebern im Dalmatiner-Fell-Design dekoriert. Und wenn Stefanie Esser beim Einkaufen ein Paar Kinderschuhe im Dalmatiner-Fell-Look für Tochter Paula entdeckt, kann sie daran selbstverständlich nicht vorbeigehen.

Rüde Lupo (sieben Jahre alt) war der erste Dalmatiner der Essers. "Den habe ich noch ganz klassisch als Welpen bei einem Züchter geholt", erinnert sich Stefanie Esser. "Die heute neunjährige Bella habe ich im Internet entdeckt. Sie saß in Kroatien im Tierheim und hatte als ausgewachsene Hündin wenig Chancen auf eine Vermittlung. Ich habe mir gedacht: Wo Zeit für einen Hund ist, ist auch Zeit für zwei."

Dabei blieb es nicht, denn der fünfjährige Filou sollte noch folgen. Bis vor einem Jahr gehörte auch noch Hund Odin zum Dalmatiner-Rudel der Familie Esser. Doch dann erlebten Stefanie und Daniel die traurige Seite des Hundehalter-Daseins: Odin musste wegen der Infektionskrankheit Leptospirose eingeschläfert werden.

In den vergangenen sechs Jahren hatten die Essers zusätzlich noch acht Pflegehunde - bis vor einigen Tagen war es die etwa einjährige Sunny, für die Stefanie Esser nun ein neues, dauerhaftes Zuhause gefunden hat.

Durch Kontakte zu Vereinen wie "Dalmatiner in Not" oder "SOS Dalmatiner" kommen die Pflegetiere nach Eipringhausen. Die Familie Esser bereitet die Tiere dann auf eine Vermittlung in ein neues Zuhause vor: Oft müssen die Tiere an Artgenossen, an ein Familienleben, überhaupt an einen Alltag erst gewöhnt werden. "Sunny kommt aus Spanien. Sie wurde ins Tierheim abgeschoben, weil sie sich wohl nicht zur Jagd eignet. Und viele spanische Tierheime sind nicht wie unsere - da verrotten die Tiere einfach", weiß Stefanie Esser um die für Tierliebhaber oft unerträgliche Situation in südeuropäischen Ländern. Und weiter: "Wenn es das Internet nicht gäbe, hätte das alles wahrscheinlich nie dieses Ausmaß erreicht. Aber wenn ich Fotos von den Tieren sehe, dann sprechen die mit mir, und mein Tatendrang wird aktiviert." Ehemann Daniel Esser fügt mit verschmitztem Grinsen an: "Meine Frau hat ein großes Herz - nur nicht für mich." Der 39-jährige Krankenpfleger aus der Ambulanz im Wermelskirchener Krankenhaus kann aufgrund des Schichtdienstes seine Frau nur bedingt unterstützen - "ich helfe so gut es geht", sagt er.

Bei Wind und Wetter ist Stefanie täglich zwischen zweieinhalb und vier Stunden unterwegs: Dann ist der Kleinbus mit Kinderwagen und Tochter Paula sowie den Hunden voll beladen. Die Spaziergänge führen entweder am Rhein entlang, über die Eipringhauser Felder oder auch durch die Wälder in Dabringhausen.

Quelle: RP
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