| 00.00 Uhr

Wermelskirchen
"Radeln möchte ich im Bergischen nicht"

Wermelskirchen: "Radeln möchte ich im Bergischen nicht"
Die Azubis aus der Partnerstadt waren nicht nur zum Spaß hier: Tristan Jänig (19) und Lisa Klaue (20) besuchten die Büros der Stadtverwaltung und lernten dabei unter anderem die Auszubildende Jana Roth (21) kennen (v. r.). FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Lisa Klaue und Tristan Jänig aus Forst verbrachten im Rahmen des Auszubildenden-Austauschs eine Woche in Wermelskirchen, lernten die Stadtverwaltung kennen - und auch die landschaftlichen Besonderheiten der Region. Von Stephan Singer

"Ich komme gerne noch mal hierher nach Wermelskirchen", bemerkte Lisa Klaue, die gemeinsam mit Tristan Jänig im Rahmen des Auszubildenden-Austauschs zwischen den Stadtverwaltungen von Wermelskirchen und Forst eine Woche in der Rollenstadt verbrachte. "Allzu viel Zeit hatten wir in der einen Woche ja nicht", ergänzte die 20-Jährige aus Forst, die eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten macht. Klar: Denn die beiden Azubis aus Wermelskirchens kleinerer Partnerstadt in der Lausitz waren nicht nur zum Spaß hier, sondern lernten die Stadtverwaltung der "Dellmänner" genauer kennen.

So kamen Klaue und Jänig unter anderem im Amt für Jugend und Soziales, für Stadtentwicklung, im Ordnungsamt oder auch im Tiefbauamt zum Einsatz. Und natürlich standen Besuche der "Außenstellen" der hiesigen Stadtverwaltung auf dem Programm: Die Feuer- und Rettungswache war genauso Ziel wie Betriebshof, Kattwinkelsche Fabrik und Pestalozzischule.

"Die grundlegenden Aufgaben der Stadtverwaltungen in Forst und Wermelskirchen sind gleich, die Abläufe also vergleichbar", stellte Jänig fest, der ebenso wie Klaue kurz vor dem Beginn des zweiten Lehrjahres steht (insgesamt sind es drei Ausbildungsjahre). Das Forster Duo hatte Josha Ulinski, einen der Auszubildenden bei der Stadt Wermelskirchen, bereits vor gut einem Monat kennengelernt - er war damals gemeinsam mit Kollegin Julia Pleil im Rahmen des Austauschs für eine Woche in Forst (die BM berichtete). Für Ulinski manifestieren sich die Unterschiede hauptsächlich in der Größe: "Es gibt auf jeden Fall Mentalitäts-Unterschiede. Innerhalb der Forster Stadtverwaltung geht es lockerer und familiärer zu." Kein Wunder: Ist doch die Verwaltung der 19 000-Einwohner-Stadt in der Lausitz nur etwa halb so groß wie Wermelskirchen. Als Kreisstadt hat Forst beispielsweise eine Kreisverwaltung vor Ort. Dort wird die komplette Jugendbetreuung auf Kreisebene abgewickelt, ein eigenes Jugendamt wie in Wermelskirchen "gönnt" sich die Stadt Forst nicht.

Federführend für die Rollenstädter Stadtverwaltung hatte Stefan Rabe für den Besuch ein Tourismus-Programm organisiert: es ging nach Köln, zur Müngstener Brücke, zu Schloss Burg und auf die Straußenfarm in Emminghausen. "Das Bergische Land ist landschaftlich total interessant", stellte der 19-jährige Jänig fest. Und Klaue, die Wermelskirchen "sehr schön" findet und besonders vom "tollen" Kino "Film-Eck" begeistert ist, bemerkte lachend: "Es ist schon eine Umstellung. Bei uns ist alles flach. Radeln möchte ich im Bergischen nicht."

Die Stadtverwaltung Forst hat derzeit fünf Azubis, die Verwaltungsfachangestellte werden. Bei der Stadtverwaltung Wermelskirchen lernen aktuell zehn junge Leute ihren künftigen Beruf - vier bei der Feuerwehr und sechs in Rathaus sowie Betriebshof.

Gleichzeitig mit der Ankunft der Azubis aus Forst in der Rollenstadt startete Jana Roth ins Berufsleben: Die 21-jährige Remscheiderin begann Anfang der Woche ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt. Im Rahmen des Austauschs mit Forst wird sie 2017 für eine Woche in der Lausitz sein.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: "Radeln möchte ich im Bergischen nicht"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.