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Wermelskirchen
Radrouten: Schopphoff klagt gegen Stadt

Wermelskirchen: Radrouten: Schopphoff klagt gegen Stadt
Radfahrer umzingelt von Autos: Dieses Bild wird es bald häufiger zu sehen geben, denn die Kölner Straße ist offiziell eine Alternativroute für Radfahrer in West-Ost-Richtung durch die Innenstadt. FOTO: Teifel
Wermelskirchen. Spätestens Ende des Monats soll die Klage beim Verwaltungsgericht eingehen, kündigt Frank Schopphoff an. Er wird als als Privatperson klagen. "Ich kämpfe für die Telegrafenstraße", sagt er. Die Verwaltung setzt den Beschluss der Politik um. Von Sebastian Radermacher

Frank Schopphoff konnte nach dem Beschluss im Fachausschuss nur noch mit dem Kopf schütteln. "Wir haben bei der Behördenrunde zwei Stunden lang über den Sicherheitsaspekt der Alternativrouten gesprochen – dieser Punkt wurde bei der Abstimmung überhaupt nicht beachtet", sagte der ADFC-Ortsgruppensprecher, nachdem die Mehrheit von CDU, WNKUWG und Bürgerforum die Kölner Straße sowie den Brückenweg als Alternativrouten für Radfahrer in West-Ost-Richtung durchgesetzt hatte.

Diese wesentlichen Aspekte für die Radrouten seien von den Politikern in keiner Weise berücksichtigt worden, ärgerte sich Schopphoff. Gleichzeitig habe die Entscheidung im Fachausschuss ihn in seiner Absicht gestärkt, dagegen vorzugehen. "Es motiviert mich, weiter für die Telegrafenstraße und den gegenläufigen Radverkehr zu kämpfen, damit die sicherste Variante doch noch eine Chance hat", betonte Schopphoff.

Er habe die Klage bereits vorbereitet, werde jetzt noch die aktuelle Entwicklung darin aufnehmen. "Es geht jetzt nur noch über das Verwaltungsgericht. Für mich steht außer Frage, dass es so kommen wird", sagte Schopphoff und fügte an: "Ich denke, dass die Klage noch im Juli erfolgen wird. Das wird nicht mehr auf die lange Bank geschoben." Er werde sich noch einmal mit seinen ADFC-Freunden abstimmen und dann als Privatperson beim Verwaltungsgericht klagen.

Die Entscheidung im Ausschuss sei kein klarer Beschluss gewesen, "damit kann die Verwaltung doch nichts anfangen. Das ganze Konzept ist nicht stimmig", sagte der ADFC-Ortsgruppensprecher. Entsprechende Hinweisschilder, die auf den Schwierigkeitsgrad der Routen Kölner Straße und Brückenweg hinweisen (leichte Route/Strecke mit Gefälle), dürfe man laut Straßenverkehrsordnung nicht einfach so montieren, sagte Schopphoff. Der Brückenweg sei für Radfahrer definitiv nicht geeignet. "Wenn es brenzlig wird, fahren die Leute auf dem Gehweg – oder Autofahrer müssen hinter den Radfahrern herfahren, es gibt lange Schlangen und gefährliche Überholmanöver", sagte Schopphoff. Es müsse mit Blick auf das Projekt "RadRegionalRheinland" und dem dafür zu entwickelnden Knotensystem eine klare Linienführung durch die Stadt geben.

Die Stadtverwaltung ist an den Beschluss der Politiker im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr gebunden und wird diesen zeitnah umsetzen. Das kündigte der Technische Beigeordnete Dr. André Benedict Prusa gestern auf Nachfrage an. Höchstwahrscheinlich werde es zwei Bauabschnitte geben: Zunächst soll laut Prusa die Beschilderung der Alternativroute über die Kölner Straße abgeschlossen werden. Dann könne der entsprechende Ausbau des Brückenwegs erfolgen.

Bei der Umsetzung der Maßnahmen werde man sich an den vor der Behördenrunde entwickelten Zeitplan halten, kündigte Prusa an. Wie genau die Schilder aussehen, wann mit den Arbeiten begonnen werden kann oder wie viel Personal dafür zur Verfügung steht – diese Detailfragen werden bei einem Treffen am heutigen Mittwoch geklärt.

Quelle: RP
 
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