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Wermelskirchen
Radverkehr: Eine Lösung ist nicht in Sicht

Wermelskirchen: Radverkehr: Eine Lösung ist nicht in Sicht
FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Wermelskirchen. Die Verwaltung hat gestern in einer Behördenrunde Alternativrouten für die "Balkantrasse" vorgestellt und bewertet. Am Montag wird die Analyse mit mehr als 40 Unterpunkten im Ausschuss diskutiert. Entscheiden muss der Rat – im Juli. Von Sebastian Radermacher

Die Hängepartie um die fehlende Beschilderung des Panorama-Radwegs "Balkantrasse" durch die Wermelskirchener Innenstadt geht weiter. Auch nach der großen Behördenrunde gestern Vormittag mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Bezirksregierung, der Kreispolizei und des Ältestenrats ist eine kurzfristige Lösung nicht in Sicht.

Die Verwaltung hat in der Runde mögliche Routenführungen aufgezeigt und bewertet, teilte der Technische Beigeordnete Dr. André Benedict Prusa am Nachmittag mit. Im Detail ging es um die Route über die Telegrafenstraße, den Brückenweg, die Kölner Straße (mit Vorfahrtsregelung oder "Rechts vor Links"), über die Jörgensgasse sowie den Unterweg. Dabei sind laut Prusa drei große Themenblöcke abgearbeitet worden – die Verkehrssicherheit, die Routen- und Infrastruktur sowie die Kosten und die zeitliche Umsetzung.

"Wir haben in jedem Block jede mögliche Route nach mehr als 40 Kriterien bewertet und durch Erstellen von Noten eine detaillierte Auflistung erstellt", berichtete Prusa. Die übrigen Teilnehmer der Behördenrunde nahmen die Analyse zur Kenntnis, bewerteten die genannten Routen "aufgrund der Komplexität unserer Bewertung" (Prusa) gestern aber nicht.

Das wird am Montag geschehen, wenn die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr die umfangreiche Auswertung der Verwaltung diskutieren. Ob dann bereits eine Empfehlung an den Rat ausgesprochen wird, ist fraglich. "Es kann sein, dass die Fraktionen noch Beratungsbedarf haben", sagte Prusa. Der Rat muss letztlich entscheiden, die nächste Sitzung ist am 18. Juli.

Sowohl Bezirksregierung als auch Kreispolizei haben laut Prusa bei dem gestrigen Treffen mitgeteilt, dass sie im Vorfeld keine Routen mit Blick auf die Verkehrssicherheit bewerten und keine Vorgaben für eine bestimmte Streckenführung machen werden. "Uns wurde gesagt, dass sie mit jeder Lösung leben können, sofern die Verkehrssicherheit gegeben ist. Sollte es eine Entscheidung geben, werden sie die ausgewiesene Route überprüfen und die Verkehrssicherheit bewerten", berichtete Prusa.

Allein beim Thema Sicherheit seien in der Analyse 21 Kriterien überprüft worden. Bei der Routen- und Infrastruktur wurden weitere 20 Punkte begutachtet, dabei ging es zum Beispiel um die Themen Wegelängen, Steigung/Gefälle, Erreichbarkeit oder Attraktivität. Die Kosten für die Umsetzung der Balkantrassen-Route bewegen sich laut Prusa zwischen rund 500 Euro (Kölner Straße) und etwa 9000 Euro (Telegrafenstraße).

Die Kölner Straße wäre innerhalb eines Tages als Balkantrassen-Route ausgewiesen, es müssten laut Prusa nur noch die Schilder montiert werden. Die Arbeiten auf dem Brückenweg hingegen würden bis zu zwei Monate dauern, bis die Markierung für Radfahrer erfolgt und auch die Verkehrssicherheit gegeben sei.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung können Radfahrer, die von der Balkantrasse kommen, in der Innenstadt über die Kölner Straße (Alltagsroute des Rad-Verkehrsnetzes NRW) oder über den Brückenweg fahren. Dass viele Radler vor der Telegrafenstraße stehen und nicht mehr wissen, wo sie herfahren müssen, bedauert Prusa. "Das ist natürlich eine unglückliche Situation", sagte er. Man könne aber vor einem Ratsbeschluss nicht einfach Hinweisschilder für die Trasse montieren. Prusa kündigte an, dass die Verwaltung an einer kurzfristigen Lösung arbeite: "Wir überlegen, wie wir eine Orientierung für Radfahrer an dieser Stelle schaffen können."

(RP/rl)
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