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Mobile Redaktion Verkehrssituation Auf Der Telegrafenstraße
Radverkehr spaltet die Wermelskirchener

Mobile Redaktion Verkehrssituation Auf Der Telegrafenstraße: Radverkehr spaltet die Wermelskirchener
Großer Zulauf, viele Diskussionen: Bei der Mobilen Redaktion der BM auf dem Loches-Platz tauschten Bürger und Experten ihre Meinungen zum gegenläufigen Radverkehr auf der Telegrafenstraße aus. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Großes Interesse an der Mobilen Redaktion der BM: Bürger liefern sich sachliche und auch hitzige Diskussionen mit Experten über den gegenläufigen Radverkehr. Die Meinungen gehen weit auseinander. Am Montagabend tagt der Fachausschuss. Von Sebastian Radermacher und Sabine Wotzlaw

Es ist ein Thema, das die Menschen in Wermelskirchen zurzeit sehr beschäftigt: der gegenläufige Radverkehr auf der Telegrafenstraße. Und die Meinungen der Bürger gehen weit auseinander – das wurde am Freitag bei der Mobilen Redaktion der Bergischen Morgenpost während des Wochenmarktes auf dem Loches-Platz deutlich.

Viele Bürger suchten den Weg zum BM-Stand, um ihre Meinung zum "Dauerthema" zu äußern. Sie lieferten sich mit Experten teils hitzige Diskussionen. Was deutlich wurde: Die einen stehen ganz klar auf der Seite der Radfahrer. Sie sagen, das Parken linksseitig vor den Geschäften soll verboten werden, damit Radfahrer entgegen der Einbahnstraße sicher durch die Telegrafenstraße fahren können. Die anderen wollen den gegenläufigen Radverkehr untersagen. Sie stehen auf der Seite der Händler und Autofahrer. Ihre Meinung: Dürfen die Autos nicht mehr vor den Geschäften halten, habe das massive Auswirkungen auf den Umsatz der Händler.

Erika und Bernhard Raffelsiefer sind Gegner des gegenläufigen Radverkehrs auf der Telegrafenstraße. "Ich bin schon mehrfach vor ein Fahrrad gelaufen", berichtete die 82-Jährige. "Radfahrer sollten auf die Kölner Straße ausweichen", fand ihr Ehemann Bernhard (87). Diese sei breit genug. Auch Herbert Smid (SGV) lehnt Radfahrer, die entgegen der Einbahnstraße fahren, ab. "Die Leute passen nicht auf, das ist einfach zu gefährlich", betonte der 82-Jährige.

Nicola Brinkmann befürwortet dagegen das Radfahren auf der Telegrafenstraße: "Wenn beide Seiten Rücksicht aufeinander nehmen, ist das überhaupt kein Problem", meinte die 48-Jährige und fügte an: "Wermelskirchen muss lernen, dass es nicht nur Autofahrer in der Stadt gibt."

"Wenn Busse durch die Telegrafenstraße fahren, ist es sehr eng. Die Unfallgefahr für Radfahrer ist einfach viel zu groß", erzählte Robin Borrmann. Er war der Meinung, dass Radfahrer künftig nicht mehr entgegen der Einbahnstraße durch die Telegrafenstraße geleitet werden sollen. "Es ist schade, dass sich die Leute so die Köpfe einschlagen. Mir fehlt bei der Diskussion die Sachlichkeit", betonte der 23-Jährige. Wolfgang Sprank regte sich vor allem über die Art und Weise auf, wie die Diskussion zurzeit geführt werde. "Es funktioniert nur miteinander, man muss alle unter einen Hut kriegen", sagte der 72-Jährige. "Ich würde die Telegrafenstraße zu einer verkehrsberuhigten Zone machen, in der Autos nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, in der man nur parken darf, wo es gekennzeichnet ist, und in der Autofahrer immer Vorfahrt gewähren müssen", schlug er Bernhard Schulte (SPD) im Gespräch vor. "Eine verkehrsberuhigte Zone wäre eine Überlegung wert", fand auch der Politiker.

(RP/ac)
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