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Wermelskirchen
Radweg auf Bahntrasse kostet Stadt 510.900 Euro

Wermelskirchen. Als ein "völlig neues Kapital", das in der Stadt aufgeschlagen werde, bezeichnete Bürgermeister Eric Weik im Haupt- und Finanzausschuss die einstimmigen Beschlussempfehlung an den Rat, den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse 411 in den Jahren 2010/2011 weiter zu entwickeln und zu realisieren. Das sei auch ein neues Kapitel im sanften Tourismus: Nach der Fertigstellung könne man von der Rheinschiene nach Wermelskirchen mit dem Rad fahren. Von Udo Teifel

Die Politiker sind sich auch den Konsequenzen bewusst: An den Kosten für den rund 2,9 Millionen Euro teuren Radweg auf Stadtgebiet zwischen Bergisch Born und Hilgen muss sich die Stadt mit 510.900 Euro beteiligen. Allein 370.000 Euro bekommt die Bahn für die Trasse.

Nach wie vor kritisch eingestellt ist die CDU. Volker Schmitz monierte, dass die Trasse nicht durchgehend von Lennep bis Leverkusen befahrbar sei. Die Förderanträge von Wermelskirchen und Burscheid sind gestellt, von Remscheid noch nicht. Leverkusen lehnt die Radtrasse aus finanziellen Gründen nach wie vor ab. Schmitz mahnte auch Kostendeckelung für das Projekt an. Angesichts der bisherigen Kostenentwicklung verständlich: Im August 2008 nannte die Stadtverwaltung noch einen Eigenanteil von 313.000 Euro bei 1,7 Millionen Euro Gesamtkosten.

"Bei allen Bedenken und der angespannten Haushaltslage: Dieser Radweg bringt der Stadt ganz viel", so Weik: "Man müsse mit einer positiven Einstellung rangehen." Jochen Bilstein (SPD) stimmte Weik da zu. Er freute sich besonders, dass die Beschlüsse zügig gefasst würden. "Wir stimmen besonders gern zu, da es keine Zerstückelung der Trasse gibt." Dies war von der CDU angestrebt, weil sie in Neuenhöhe gern Gewerbe angesiedelt hätte. Bilstein: "Das macht Mut für künftige Tourismus-Projekte." Martin Fleschenberg (CDU) schlug ein ergänzendes Tourismus-Projekt vor: Einen Radweg von Altenberg bis Hückeswagen entlang der Landstraße 101.

Trasse ist 6,4 Kilometer lang

Der Verlauf der 6,4 Kilometer langen, durchschnittlich 2,50 Meter breiten Trasse ist so geplant, dass er auch für Fußgänger, Skater und Rollstuhlfahrer attraktiv sein soll. Angestrebt ist, dass das Steigungsverhältnis unter sechs Prozent liegen soll, nur im Bereich "Unterstraße" wird's ein wenig steiler: Dort muss wohl eine Rampe gebaut werden. Die Trasse soll an 25 Knotenpunkten zugänglich sein.

Je mehr Luxus, um so teurer: Soll der Radweg beleuchtet werden, kostet es 680000 Euro zusätzlich. Solarleuchten sind noch teurer. Für Kehr-, Winter- und Kontrolldienste sowie Müllentsorgung werden jährlich 20000 Euro veranschlagt.-

Quelle: RP
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