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Wermelskirchen
Radweg spaltet "Taufpaten"

Wermelskirchen: Radweg spaltet "Taufpaten"
Sanft ansteigend und schön gelegen: Der neue Rad- und Wanderweg auf der alten Bahntrasse zwischen Opladen und Remscheid-Lennep. Die Strecke in Burscheid (Foto) ist bereits weitgehend ausgebaut. FOTO: ulrich schütz
Wermelskirchen. Wie soll der Radweg zwischen Opladen und Lennep heißen, wenn er am 22. April eröffnet wird? Gegner und Befürworter des Namens "Balkantrasse" gibt es auch in Wermelskirchen. Die Gegner machen Namensvorschläge. Von Gundhild Tillmanns

Soll der neue Radweg "Balkantrasse" einen neuen Namen erhalten?, fragte die BM gestern in einem Leseraufruf. Und tatsächlich meinten die meisten Wermelskirchener, der Namen "Balkantrasse" sei ungeeignet. Die "Taufpaten" sind in ihren Ansichten aber gespalten.

So hält BM-Leser Hartmut Velde die "Balkantrasse" schlichtweg für überholt. Der erinnere ihn an die alten Dampflok-Zeiten. "Es müsste ein Name sein, der etwas mit unseren Firmengründern oder Wissenschaftlern zu tun hat", überlegt Velde und schlägt vor: "Wie wäre es denn mit dem Namen Leverkus-Röntgen-Trasse?" Denn der Radweg ziehe sich schließlich von Leverkusen-Opladen bis Lennep, also der Leverkus- und der Röntgen-Stadt.

"Ich finde den Namen Balkantrasse nicht gut, weil er aus der Geschichte negativ besetzt ist", sagt BM-Leser Wolfgang Berg und schlägt gleich eine ganze Reihe von Alternativen vor: "Bergische Trasse, Berg-Trasse, Rad-Trasse, Bergische Rampe, Berg-Rampe, Bergisches Band, Panorama-Weg oder Pano-Steg".

"Man sieht doch nur Bäume"

Maria Anna Feldmann hätte gerne einen kurzen, griffigen Namen für den neuen Radweg. Sie schlägt als Alternativen vor: "Bergische Radtrasse" oder "Radweg Bergisch Land". BM-Leserin Helga Schneider würde den Radweg als "Sporttrasse im Bergischen Land" benennen. Die Bezeichnung Panoramaweg halte sie aber für "Quatsch": Man sieht da doch nichts, nur Bäume", gibt sie zu bedenken. Einen geschichtlichen Bezug möchte Robert Weber mit einem Namen für den Radweg herstellen: "Preußenweg" oder "Preußentrasse" schlägt er vor. Er halte es für wichtig, dass es einen einheitlichen Namen für den Radweg gebe, um ihn auch touristisch zu vermarkten, sagt Weber.

BM-Leser Frank Steinberg möchte aber den Namen "Balkantrasse" beibehalten wissen. Für ihn gebe es keinen besseren Namen als Balkantrasse, weil damit seine Kindheitserinnerungen verbunden seien. Ein weiterer Verfechter des "alten" Namens ist auch Carl Tillmanns. In breiten Bevölkerungskreisen habe sich der Name "Balkantrasse" doch seit langer Zeit eingebürgert: "Man sollte es deshalb dabei belassen", meint der BM-Leser. Für eine Namensänderung ist Gerhard Schulz. Er schlägt vor, den Radweg durchgängig als "Bergischen Radweg" zu benennen, allerdings jeweils die Städtenamen hinzuzufügen auf den jeweiligen Trassen durch die Orte.

Remscheid und Lennep gespalten

In der Nachbarstadt Remscheid schließen sich mittlerweile sogar die Gegner des Namens "Balkantrasse" zusammen. Klaus Kreutzer vom Verkehrs- und Förderverein Lennep wünscht sich den Namen "Wupper-Rhein-Radweg". Kreutzer will nun auch die Remscheider Politik für sein Anliegen gewinnen. Als Vorsitzender des Traditionen pflegenden Verkehrsvereins sei ihm die Geschichte der Balkantrasse zwar sehr wohl bewusst. "Aber mit dem Begriff Balkan verbinden wir heutzutage eher die jugoslawische Gaststätte von nebenan," sagt er.

Remscheids Oberbürgermeisterin Beate Wilding möchte den Namen aber beibehalten. Ihr pflichtet auch Remscheids Stadtarchivar Urs Diederich bei.

Quelle: RP
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