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Serie In Der Kirche Aktiv
Räume für Begegnung mit Gott schaffen

Wermelskirchen. Erst die Kinder, dann Motorradfahrer, inzwischen sind es Gebäude: Michael Jänisch hat sich schon in vielen Bereichen seiner Kirchengemeinde engagiert. Inzwischen ist er Baukirchmeister in Dhünn. Und das bereitet ihm viel Freude. Von Theresa Demski

Wermelskirchen "Es begann mit zwei Pinguinen", sagt Michael Jänisch und lacht. Damals als Kind hätten in seiner Straße zwei Nonnen Kärtchen mit Bibelversen verteilt. "Die beiden Damen waren schrecklich nett", sagt er. Damals habe Gott ihm zum ersten Mal seine Visitenkarte in die Hand gedrückt und seitdem nichts unversucht gelassen, Kontakt aufzunehmen. Und Michael Jänisch antwortete, so wie das ein Jugendlicher eben tun kann.

Er meldete sich beim Pfarrer seiner Gemeinde und bot an, sich im Kindergottesdienst einzubringen. "Ich habe damals beschlossen, dass ich den Kontakt aufrechterhalten will", sagt er. Fünf Jahre gestaltete er jeden Sonntag den Gottesdienst für die Kinder, dann wechselte er erst in die Jungschar, dann in die Jungenschaft. "Ich habe alles mitgenommen", sagt er, "man wächst ja mit und macht immer mal was Neues.

" Dass es in der Gemeinde um ein Geben und Nehmen gehe, das hatte Michael Jänisch bereits in seinem Elternhaus gelernt. "Ist nur die Frage, was du geben kannst", sagt er, "was deine Fähigkeiten sind." Er sei nicht besonders sportlich gewesen und auch kein Evangelist, der Bibelwerfend durch die Gegend laufe. "Aber ich kann den Menschen einen Raum geben, in dem sie Gott finden können", sagt er. Das galt für die Treffen mit den Jugendlichen und später auch für die Motorradfahrer.

25 Jahre organisierte er für den CVJV-Westbund Motorradgottesdienste - nicht zuletzt, weil er auch selbst begeisterter Motorradfahrer ist. "Da ist es dann eben eine Scheune oder ein Parkplatz, wo Menschen zu Gott finden", sagt er. Im vergangenen Jahr gab er den Staffelstab weiter. Dass er sich künftig allerdings ausgerechnet den wortwörtlichen Räumen aus Stein und Beton widmen würde, in denen Menschen Gott begegnen wollen, das ahnte er nicht.

2016 ließ sich Michael Jänisch bei den Presbyteriumswahlen aufstellen, wurde gewählt und zum Baukirchmeister ernannt. Seitdem hat er Kirche und Kirchhof in Dhünn, das alte Pastorat samt Ladenlokal und vier Schrebergärten im Blick. "Als Jugendlicher habe ich immer von der Empore beobachtet, wie die Presbyter unten in den Kirchenbänken Däumchen gedreht haben", erinnert er sich und lacht. Bis er selbst zustimmte zu kandidieren, vergingen einige Jahre.

"Denn der Zeitaufwand ist schon ein anderer als bisher in meinen Ehrenämtern", erklärt Jänisch. Aber die Aufgabe liegt ihm, weil es um handwerkliche Arbeit geht, um den Forstbestand der Kirche, die ihm am Herzen liegt. Und er setzt auf die Arbeit im Team. "Ich muss nicht alles alleine machen", sagt Michael Jänisch und wirbt um Mitarbeiter. Er plant einen Kärcher-Contest - der nicht nur rund um die Kirche für Sauberkeit, sondern auch für Geselligkeit sorgen könnte.

Und er hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet für Menschen, die ihn unterstützen wollen und hat sie "bob-baukirchmeister@t-online.de" genannt. "Es gibt so viele Dinge, die man hier noch machen kann", sagt er, "fangen wir es an." Die Motivation ist für Michael Jänisch die gleiche geblieben - er will den Menschen Raum bieten. Und das gelingt. Wenn er sonntags den Turmdienst macht und die Menschen im Gottesdienst begrüßt oder wenn er beim Abendmahl Brot und Wein mit austeilt, dann erlebt er, wie die Menschen diesen Raum nutzen.

Quelle: RP
 
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