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Wermelskirchen
Rainer Bleek: keine Radikalisierung von Ditib-Gemeinde erkennbar

Wermelskirchen. Bürgermeister Rainer Bleek kann keine Radikalisierung der örtlichen Ditib-Gemeinde feststellen. Das erklärte er auf Anfrage des Ratsmitglieds Andreas Müßener. Der hatte den Bürgermeister nach einer Aussage des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, dass er mit der Religionsgemeinschaft Ditib nicht zusammenarbeiten möchte, da es aus der Türkei in den letzten Jahren eine spürbare Radikalisierung bis zu den Religionsgemeinschaften unter dem Einfluss von Präsident Erdogan gegeben habe, gefragt, ob ein Dialog in Wermelskirchen mit der Ditib-Gemeinde bestehe und ob eine Radikalisierung erkennbar sei.

Laut Bleek bestehen Kontakte zur örtlichen Ditib-Gemeinde. Sie habe städtische Räumlichkeiten angemietet und beteilige sich auch an städtischen Festen. "Es ist auch beiderseitige Absicht, die politischen Verwerfungen auf nationaler Ebene nicht auf der örtlichen Ebene zu thematisieren, denn das wäre für das gemeinsame Zusammenleben in unserer Stadt sicher nicht förderlich", antwortete Bleek dem Ratsmitglied, der die Liberal-Konservativen Reformer vertritt.

Die türkische Gemeinde suche andere Räumlichkeiten aus Platz- und auch aus sanierungstechnischen Gründen. Von weiteren Plänen, wie von einem Moscheebau, wie Müßener anfragte, sei ihm nicht bekannt.

Nach dem Wahlsieg Erdogans wurde die friedliche und alevitische Gemeinde in Remscheid laut Müßener bepöbelt von "mehreren Hundert Erdogan-Anhängern". Rechne Wermelskirchen mit ähnlichen Zuständen? Und wie würde die Stadtverwaltung reagieren?, wollte das Ratsmitglied wissen. Bleek geht aus dem "angeführten beiderseitigen Grundverständnis" nicht davon aus, dass "wir Probleme bekommen im Zusammenleben". Er sehe eher wieder stärkere Einbindungsbestrebungen in die Aktivitäten der Stadt - wie Stadtfest und Dorffest in Dabringhausen.

Die Förderung von Religionsgemeinschaften an sich sei nicht Aufgabe der Stadt. Hier gelte die Trennung von Staat und Kirche, schreibt der Bürgermeister auf die Frage Müßeners, wie man friedliche Religionsgemeinschaften stärken und fördern könne. "Aktivitäten der Gemeinschaften karitativer Art versucht die Stadt aber auf unterschiedliche Art zu unterstützen", erklärte Bleek.

(tei.-)
 
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