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Wermelskirchen
Ran an die Fahne am Hosenbund!

Wermelskirchen: Ran an die Fahne am Hosenbund!
Die Spieler der "Titans" (rot) versuchen den Angreifer der "Giants" (blau) durch Abreißen seiner Fahne am Gürtel im Spielzug zu stoppen. Kommt er zur Endlinie, könnte er einen Touchdown machen und Punkte kassieren. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Im sechsttägigen American-Sports-Camp des Gemeindezentrums Dabringhausen kämpfen knapp 100 Kinder und Jugendliche in der harmlosen Alternative zum American Football ums lederne Ei. Am Samstag sind die Play-offs. Von Beate Wyglenda

Schon von weitem sind die Jubelrufe aus dem Eifgen-Stadion zu hören. Vielleicht ein Fußballspiel, ist der erste Gedanke. Tritt man jedoch näher, bietet sich ein ungewohntes Bild: Statt des runden Leders ist ein eiförmiger Ball im Spiel. Statt Tore zu machen und Flanken zu schießen, geht es auf dem Platz darum, Raum zu gewinnen, "Touchdowns" zu erzielen und das "Ei" durch Werfen, Fangen und Laufen nach vorne zu spielen. American Football, ist also der nächste Gedanke. Doch auch das stimmt nicht ganz. Beim "American Sports Camp" des Gemeindezentrums Dabringhausen (GZD) wird nämlich nicht zu Boden geworfen oder gerammt. Gespielt wird Flag Football.

"Flag Football ist eine Ballsportart, die in ihrem Grundprinzip dem American Football entspricht", erklärt Koordinatorin Sarah Wylie. "Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Die Verteidigung kann die angreifende Mannschaft stoppen, indem sie dem ballbesitzenden Spieler ein Fähnchen (Flag) aus dem Gürtel zieht." Körperkontakt ist somit unnötig, das Spiel weniger riskant. Eine Football-Variante, die bei den Wermelskirchenern gut ankommt: Zum vierten Mal bietet das GZD inzwischen die etwas andere Sportart in einem sechstägigen Sommferien-Camp an. Und wieder sind knapp 100 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dabei.

Auch Jannis Karpinski und Sam Weichbrot gehören dazu. Die beiden 15-Jährigen machen bereits zum dritten Mal mit. Einfach weil der Sport so viel Spaß mache, wie sie sagen. "Es ist ein lauflastiger Sport, doch jeder findet eine Position, die ihm liegt", erklärt Jannis Karpinski. "Es ist egal, ob einer schnell ist, gut fangen oder werfen kann, in das Spiel werden alle gut involviert." Selbst nicht so sportliche Spieler, ergänzen die Jungs, die bei den "Titans" ums "Ei" kämpfen.

Ähnlich sieht das Vicky Pleuser. Sie ist zum ersten Mal dabei und kannte das Spiel bislang nur von ihren Brüdern. Trotz ihrer lediglich zwölf Jahre und zierlichen Statur spielt das Mädchen in einer echten Siegermannschaft. "Unsere ,Texans' haben noch kein Spiel verloren", betont sie. Am Samstag wird sich in den Play-offs (Stichwettkampf) zeigen, welche der insgesamt zwölf Mannschaft als Gewinner vom Platz geht. Die "Texans" und die "Ravens" gehören zu den Kids-Teams, überwiegend mit Spielern zwischen elf und 13 Jahren. In den anderen Mannschaften geht das Alter der Spieler bis in die Mittzwanziger. Und doch können sich die "Kleinen" sehr gut behaupten: "Es wird oft unterschätzt, wie schnell und wendig die jungen Teilnehmer sind", sagt Luise Kappenberg, die die "Texans" betreut, lachend. Grundsätzlich, so ergänzt sie, komme es aber gar nicht aufs Siegen an. "Viel eher geht es um das Miteinander, die Gemeinschaft und um den Austausch."

Ein Austausch, der auf internationaler Ebene stattfindet. Denn das Training der Spieler übernimmt ein professionelles Team aus den USA, entstanden aus dortigen Gemeindemitgliedern. "Zwischen der texanischen und unserer Gemeinde besteht schon lange eine Partnerschaft", erklärt Wylie. "Für sie bedeutet das Camp mehr als nur Sport. Sie sind auch hier, um Zeugnis abzulegen, von ihrem Weg zu Gott zu erzählen und zu zeigen, worauf es im Leben ankommt. Und das verbinden sie eben mit Teamgeist, gegenseitigen Anfeuern und damit, Gemeinschaft zu pflegen."

Quelle: RP
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