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Wermelskirchen
Rat beschließt Parkplatz an Feuerwache

Wermelskirchen: Rat beschließt Parkplatz an Feuerwache
Das Areal zwischen Feuerwache und dem AJZ aus der Rettungskorb-Perspektive der Drehleiter. Vorn rechts Dreslersche Fabrik, links die Container der Tafel. Die Grafik unten zeigt den geplanten Dauerparkplatz. FOTO: Singer/RP-Grafik: Quelle Stadt
Wermelskirchen. Ersatz fürs Parken auf dem Loches-Platz kommt: Die Fraktionen stimmten für die Schaffung von 82 Stellplätzen auf dem Gelände an der Dellmannstraße. SPD und Grüne setzten sich mit dem Vorschlag einer Gebührenpflicht nicht durch. Von Solveig Pudelski

Der Durchbruch beim Thema Dauerparkplätze in Wermelskirchens Innenstadt ist geschafft: Nach zähem Ringen und längerer Diskussion stimmte die Mehrheit in der Sitzung des Stadtrates für die Schaffung von Ersatzparkflächen im Bereich Feuerwache, Tafel und AJZ Bahndamm. Erweitert wurde der Beschluss auf Antrag der CDU um den Zusatz, dass dabei die Arbeitsfähigkeit des Tafel- und des Möbellager-Teams bestmöglich berücksichtigt werden soll. Damit gibt es grünes Licht für die sogenannte Variante 2, bei der ein Teil der Dresler-Halle abgerissen wird. 82 Parkplätze werden dort geschaffen.

Eindringlich hatte Thomas Marner, Technischer Beigeordneter, zuvor an die Politiker appelliert, eine Entscheidung zu treffen. Die Zeit dränge: Im September 2018 soll auf dem Loches-Platz Baubeginn sein. Bei der Umgestaltung und Neubebauung fallen die dortigen Dauerparkplätze weg. Daher müssen die Abrissarbeiten an der Dreslerschen Fabrik bald beginnen, um den Autofahrern rechtzeitig eine Alternative bieten zu können.

Ob das kostenfreie Parken dort allerdings ein Dauerzustand bleibt, wird sich noch zeigen. Denn auf den Tisch kamen aber auch noch zwei Vorschläge: Die SPD und Grüne plädierten für eine Bewirtschaftung der Fläche, sprich für die Erhebung von Parkgebühren. "Wir haben ein Konzept für Kurz- und Mittelzeitparker, hier geht es aber um Dauerparker", sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Bilstein. Die SPD stimme für die Variante 2, aber nur unter der Maßgabe, dass die Tafel und andere Nutzer dort oder an einem anderen Standort weitermachen können und dass fürs Dauerparken Gebühren erhoben werden. "Der Kämmerer ringt um den Etat und wir verzichten hier auf Einnahmen?", argumentierte Bernhard Schulte (SPD). Da sei es doch besser, den Parkplatz "maßvoll zu bewirtschaften".

In anderen Städten sei es auch üblich, dass Vollzeit-Arbeitnehmer fürs Parken bezahlen, so Bilstein. Und auf den Einwand von Oliver Platt (Büfo), dass einer Teilzeitverkäuferin mit kleinem Einkommen die Kosten fürs Parken, fünf Euro pro Tag, nicht zumutbar seien, entgegnete Bilstein, dass die Firmen diese Kosten übernehmen könnten.

Zweiter Vorschlag: Die Grünen regten an, prüfen zu lassen, ob ein Investor dort ein Parkhaus bauen kann - die Nutzer müssten dort ebenfalls für die Stellplätze zahlen. Hans-Jürgen Klein (Grüne) rechnete vor, dass das Projekt für Investoren durchaus interessant sein könnte: bei 300.000 Euro jährlichen Einnahmen und geschätzten Baukosten von 2,1 Millionen Euro. Ein solches Parkdeck könnte die Stellplatzsituation in der Innenstadt entspannen, warb er für die Idee.

Verwerfen wollte die CDU den Vorschlag nicht. Aber aufgrund des Zeitdrucks solle diese Variante zunächst im Fachausschuss diskutiert werden. Randolph Schmidt (CDU) appellierte, Ersatz müsse her, sonst werde der Parkdruck in Wermelskirchen zu groß. "Die Stadt braucht jetzt Planungssicherheit." Auch Hartmut Zulauf (FDP) führte den Zeitdruck an, sprach sich aber wie CDU, WNKUWG und Bürgerforum klar gegen Parkgebühren auf dem neuen Parkplatz aus: "Das sind Leute, die hier arbeiten und etwas für den Wermelskirchener Haushalt tun." 750.000 Euro aus dem Topf "Stellplatz-Ablöse" stünden bereit, wiederholte Henning Rehse (WNKUWG) sein Argument, dass die Kosten für den Bau eines kostenfreien Parkplatzes den Etat nicht belaste.

Eine Bewirtschaftung halte er nur dann für sinnvoll, ergänzte Thomas Marner, "wenn wir die Parkraumbewirtschaftung in Wermelskirchen im Ganzen betrachten". Den Parkplatz zu bewirtschaften, sei zu einem späteren Zeitpunkt kein Problem.

Quelle: RP
 
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