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Wermelskirchen
Realschule hat die Schullandschaft geprägt

Wermelskirchen: Realschule hat die Schullandschaft geprägt
FOTO: Thinkstock; GRAFIK: Radowski
Wermelskirchen. Die Schule feiert ihr 50-jähriges Bestehen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Realschule immer streitbar gezeigt. In Erinnerung bleibt vor allem der Kampf gegen Raumnot und PCB-Belastung. Das große Fest ist am 16. April. Von Stephan Singer

Wenn die Städtische Realschule nächste Woche Samstag mit einem Schulfest ihr 50-jähriges Bestehen feiert, steht dieses Jubiläum unter einem besonderen Stern: Zum einen, weil die in vier Jahren auslaufende Schulform rückblickend die Schullandschaft in Wermelskirchen maßgeblich geprägt hat. Zum anderen, weil es absehbar solch ein Jubiläumsfest an der Realschule nicht mehr geben wird.

"Noch haben wir genügend Schüler, um solch ein Fest nennenswert zu gestalten. Und 50 Jahre - das ist doch was!", sagt Christoph Leyhausen. Der Schulverwaltungsassistent organisiert in Abstimmung mit Schulleiterin Birgit Sköries federführend das Schulfest. Obwohl es die Realschule nicht mehr lange geben wird, habe es nie zur Debatte gestanden, das Fest ausfallen zu lassen. Der 44-jährige Leyhausen arbeitet seit acht Jahren an der Realschule in Wermelskirchen - inzwischen zwei Tage in der Woche. Die übrige Arbeitszeit verbringt er an der Realschule in Odenthal, wohin er nach dem Auslaufen der Wermelskirchener Schule wohl auch gänzlich wechseln wird. Ebenso wie Leyhausen gehört Birgit Sköries (seit sechs Jahren Schulleiterin) zu den Protagonisten der jüngeren Realschul-Geschichte. Seit Anfang des Jahres sind beide mit der Schulfest-Organisation beschäftigt.

Zurzeit unterrichten 20 Lehrerinnen und Lehrer etwa 350 Lernende an der Realschule in siebten, achten, neunten und zehnten Klassen, neue Jahrgänge rücken nicht mehr nach. Auch wenn durch das Auslaufen der Realschule die Schülerzahlen Stück für Stück sinken, unterstreicht Birgit Sköries den nach wie vor uneingeschränkten und engagierten Unterricht: "Hier dreht sich alles um die Kinder, um nichts anderes!" Sozialpraktika, Förderplangespräche oder das "Prima Klima"-Sozialtraining sind nur einige der Bestandteile, die für ein "respektvolles Miteinander" (Sköries) und eine "sehr gute Grundstimmung vor Ort" (Leyhausen) sorgen. Nicht ohne Stolz verweist die Schulleiterin auf den vergangenen Abschlussjahrgang: Niemand sei "durchgerasselt", 70 Prozent hätten ihren Realschulabschluss mit der Qualifikation für das Gymnasium erreicht.

Als politisch streitbar hat sich die Wermelskirchener Realschule immer gezeigt, das verdeutlicht die Chronik. "Stichworte wie Platz und PCB sind eng mit der Geschichte der Realschule verbunden", sagt Sköries, die selbst das Fach Politik unterrichtet und sich gerne daran erinnert, dass die Schülervertretung im Jahr 2013 mit dem Preis "Demokratisch handeln" ausgezeichnet wurde. Diesen Preis gab es damals für den Einsatz der Schüler, um auf die mit PCB belasteten Gebäudeteile hinzuweisen. "Sie haben auf diese Weise hautnah gelernt, wie politische Prozesse in einer Demokratie funktionieren."

Bereits 1986 formierten sich Schüler, Eltern und Lehrer zu einem Protestmarsch zum Rathaus, um auf die Raumnot aufmerksam zu machen. 2003 überschritt die Schülerzahl an der Realschule sogar die 900er Marke, was zur Errichtung von zwei weiteren Containern führte. "Der Platzmangel zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte unserer Schule", betont Schulleiterin Sköries. "Heute sind wir froh, dass wir hier im 'Schuldorf' sind und alles prima funktioniert."

Quelle: RP
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