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Wermelskirchen
Reit- und Fahrverein Dhünn wird 50

Wermelskirchen: Reit- und Fahrverein Dhünn wird 50
In Reih' und Glied standen die Reiter 1972 bei der feierlichen Einweihung der ersten Reithalle in Dhünn. FOTO: RFV Dhünn
Wermelskirchen. Großer Jubiläumsball am Samstag. Seit dem Bau der ersten Halle hat sich die Anlage der Pferdefreunde stets vergrößert. Heutzutage bildet die Voltigierabteilung eine wichtige Säule des Geschehens in Dhünn-Neuenhaus. Von Stephan Singer

Die Reithalle, die ein nahezu wetterunabhängiges Training in Dhünn-Neuenhaus möglich macht, ist der Dreh- und Angelpunkt des Reit- und Fahrvereins (RFV) Dhünn. An Werktagen herrscht dort spätestens ab 16 Uhr reges Treiben. Das bestätigt bis heute die Anstrengungen der Gründerväter des RFV. Ihnen gelang es, innerhalb kurzer Zeit nach der Vereinsgründung (Jahresende 1967) die Halle in Eigenregie zu errichten - ihre Einweihung erfolgte 1972. In diesem Jahr blickt der RFV Dhünn auf sein 50-jähriges Bestehen zurück, die Pferdefreunde feiern das Jubiläum am kommenden Samstag, 11. November, ab 18.30 Uhr mit einem Ball im Rittersaal auf Schloss Burg.

"Wir waren schon immer einer der größten Reitvereine im Kreis", erzählen der Vorsitzende des RFV, Martin Hackländer, und seine Ehefrau Gabi nicht ohne Stolz. Denn: Das Emsland, der Niederrhein oder beispielsweise Holstein seien typische Pferdegegenden mit traditionell vielen Züchtern. "Im Vergleich dazu leben wir hier in Wermelskirchen stadtnah", beschreibt die 58-jährige Gabi Hackländer, die schon als junges Mädchen ihre ersten Reitstunden in Dhünn-Neuenhaus nahm. "Mit aktuell 230 Mitgliedern sind wir nach wie vor gut aufgestellt", ergänzt Martin Hackländer.

Der 62-Jährige ist überzeugt, dass Flexibilität und ein harmonisches, vom Vorstand moderiertes Miteinander dem Verein seine Stärke verleihen. So habe sich die Voltigierabteilung mit inzwischen beinahe 100 Mitgliedern zu einer tragenden Säule des RFV entwickelt.

"Zum Teil ist das Voltigieren für Kinder der Einstieg zum Reiten - letztlich jedoch eine eigenständige Sportart mit eigenen Trainingsabläufen und Wettbewerben. Dieser Bereich hat sich in den vergangenen Jahren explosionsartig vergrößert", berichten der Vorsitzende und die Sportwartin des "Volti"-Bereichs, Claudia Wobedo. "Für unseren Verein hat die Jugendarbeit immer einen hohen Stellenwert gehabt", rückt Gabi Hackländer den Nachwuchs in den Fokus.

Diese Arbeit unterliege einem immensen Wandel: "Die Kinder wachsen kaum noch mit Tieren auf, kennen schon gar nicht den Umgang mit großen Tieren." Deshalb habe der RFV - genau wie andere Reitverein auch - sein Ausbildungskonzept modifiziert: "Wir fangen jetzt weiter unten an und intensivieren anfangs die Bodenarbeit mit unter anderem der Frage: Wie führe ich ein Pferd?"Für Gabi Hackländer, die sich regelmäßig bei den vom Verein veranstalteten Reitwettbewerben in der Turnierleitung engagiert, ist klar: "Bei uns spielt der Breitensport eine große Rolle, nicht unbedingt der Spitzensport." Der RFV Dhünn habe mit "Oberschichtgebaren" nichts am Hut, unterstreicht Martin Hackländer: "Bei uns gibt es keine Aufnahmegebühr oder so etwas." Seine Tochter Helena (25), die ein Eigengewächs des Vereins ist und zu den sechs Honorarreitlehrern des Vereins gehört, fügt an: "Jeder kann bei uns ohne eigenes Pferd reiten - die vier vereinseigenen Schulpferde oder Reitbeteiligungen machen das möglich." Persönlicher Einsatz würde vielmehr ein hohes Gut im Verein sein. "Eigenleistung ist ganz wichtig, denn wir stemmen viel selbst. Das Vorurteil, dass Reitsportler elitär sind, ist ein Relikt von früher", ordnet Gabi Hackländer ein.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich der RFV Dhünn stets vergrößert. Nach der ersten Reithalle, die damals 100.000 D-Mark kostete und die der Verein unter anderem mit zinslosen Darlehen von Mitgliedern sowie 15.000 D-Mark Zuschuss von der Gemeinde Dhünn finanzieren konnte, folgte 1999 die zweite. Mitte der 1970er-Jahre baute der Verein den Aufenthaltsraum, das sogenannte "Casino" mit Blick auf den Parcours, an die erste Reithalle an. Das Gelände stellt seit der Vereinsgründung die Familie Döll zur Verfügung, der Stallbetrieb mit Einstellmöglichkeiten liegt in den Händen der Familie Koch.

Die Mitglieder der ersten Stunde lobt der Vorsitzende, der gemeinsam mit Ehefrau Gabi sowie Susanne und Rüdiger Koch einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte erarbeitet hat: "Die waren damals sehr rege. Es gab Tage der offenen Tür, Ausritte und Reiterfeste." Das Quartett, das sich amüsiert als die "heutzutage Alten im Verein" bezeichnet, wird beim Fest mit einer Präsentation auf Leinwand einen Vortrag zur Vereinsgeschichte halten.

Quelle: RP
 
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