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Wermelskirchen
Sturz auf Reiterhof führte zu tödlichen Verletzungen

Tote Frau in Wermelskirchen entdeckt
Tote Frau in Wermelskirchen entdeckt FOTO: S.Radermacher
Wermelskirchen. Die Staatsanwaltschaft Köln geht beim Tod einer 53-jährigen Frau auf dem Reiterhof "Im Berg" nicht mehr von einem Fremdverschulden aus.Die Frau ist im alkoholisierten Zustand rückwärts gegen einen Pferdeanhänger gestürzt. Von Udo Teifel

Die Mordkommission Köln schließt die Akte "Todesfall Reitanlage Im Berg": Die 53-jährige Frau, die am 16. September morgens um 6 Uhr vom Hufschmied tot auf dem Hof der Reitanlage in einer Blutlache gefunden wurde, hatte die tödlichen Verletzungen nachts bei einem Sturz erlitten. "Wir gehen bei der aktuell vorliegenden Erkenntnislage nicht mehr von einem Fremdverschulden aus", erklärte gestern auf Anfrage Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Der Hufschmied hatte die Frau auf dem Weg in den Stall entdeckt. Sie ist die Mutter der 23-jährigen Pächterin der Reitanlage des Reit- und Fahrvereins Wermelskirchen. Die Ermittlungen waren aufwendig, die Polizei startete sogar einen Zeugenaufruf, der jedoch ohne Erfolg blieb. Auch Spuren eines möglichen Einbrechers wurden verfolgt, kamen aber zu keinem Ergebnis. Die Tochter der Toten war seit dem 1. Januar 2015 als Pferdewirtin für den Hof verantwortlich.

Die Verstorbene ist, so die Staatsanwaltschaft Köln, mit dem Kopf rückwärts auf einen der agestellten Hänger geschlagen und hat dabei die tödlichen Verletzungen erlitten. FOTO: Eickhorn

Dass die Ermittler vor Ort eine schwierige Spurenlage vorfanden, war offensichtlich: Der Dauerregen hatte in der Nacht zu Mittwoch viele Spuren verwischt. Deshalb war der Hof abgesperrt worden, damit die wenigen Hinweise nicht zerstört wurden. Auch der Vereinsvorstand durfte nicht auf die Anlage.

Entsprechend aufwendig gestalteten sich die Untersuchungen. Nach der Auswertung der am Leichenfundort erhobenen Befunde und der rechtsmedizinischen Untersuchungen wurde am 29. September mit dem Direktor des Institutes für Rechtsmedizin Köln und dem Leiter der zuständigen Abteilung der Staatsanwaltschaft Köln eine Ortsbesichtigung durchgeführt, teilte gestern die Polizei mit.

Die Polizei spricht von "atypischen Verletzungen", die nur mit einem "eigenverschuldeten Sturzgeschehen" im alkoholisierten Zustand in Einklang zu bringen seien. Danach hat sich die 53-Jährige bei einem Sturz Gesichtsverletzungen zugezogen, die so nicht typisch für ein Tötungsdelikt sind. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Bremer hat sich die Frau nach einem Sturz auf dem Hof benommen aufgerappelt und ist in diesem Zustand rückwärts gegen einen Pferdeanhänger mit dem Kopf geschlagen. Dabei hat sie sich die tödlichen Verletzungen zugezogen. Laut Bremer muss die Frau "erheblich alkoholisiert" gewesen sein. Details dazu nannte der Oberstaatsanwalt aber nicht.

Die Ermittler fanden Spuren auf schräg angebrachten Aluminium-U-Profilen auf dem Hänger. Sie passten zu der vorgefundenen Kopfwunde der Frau.

Wann es zu diesem tödlich verlaufenen Sturz gekommen ist, lässt sich laut Bremer nicht mehr genau sagen. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass sich der Sturz am späten Dienstagabend ereignet haben muss. "Sie hat also die ganze Nacht dort gelegen", sagte Bremer. Wann sie genau gestorben ist, darüber machte der Oberstaatsanwalt keine Angaben. Die 53-Jährige erlitt ein Schädelhirntrauma, an dem sie starb. Nach dieser klaren Spurenlage ist für die ermittelnden Beamten klar, dass es keinerlei Anhaltspunkte für ein Kapitaldelikt gibt.

Quelle: RP
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