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Wermelskirchen
Sachser-Praxis noch nicht verkauft - für chirurgische Praxis geht's weiter

Wermelskirchen. Die bevorstehende Schließung der Arztpraxis Sachser zum 30. September 2017 rückt immer näher. "Es gibt keine verbindliche Zusage von Ärzten, diese Praxis zu übernehmen", berichtete der Sprecher der Wermelskirchener Ärzteschaft, Thomas Schwitalla. Er machte jedoch klar: "Kein Patient in Wermelskirchen bleibt unversorgt." Von Udo Teifel

Seit dem Tod von Thomas Sachser wird die Praxis vertretungsweise von zwei Arztkollegen geführt. Diese Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung endet aber am 30. September. Danach wollen etwa 1000 Patienten versorgt werden. Doch ein Nachfolger ist laut Schwitalla bisher nicht gefunden worden.

Schwitalla hat im Namen der Ärzteschaft nun einen Aushang in der Praxis Sachser angebracht, um die Patienten zu beruhigen. "Die Wermelskirchener Hausärzte werden die Patienten übernehmen." Dabei könne es in einzelnen Praxen sicher etwas voller werden und zu Wartezeiten führen. "Aber nicht alle Hausärzte sind gleich stark frequentiert. Wermelskirchen ist auch nicht unterversorgt an Ärzten."

Natürlich sei es gut, wenn die Praxis wieder mit einem Arzt besetzt würde. "Aber wer sich heute das Deutsche Ärzteblatt anschaut, wird feststellen: Die Hälfte des Blattes besteht aus Stellenangeboten, und viele Ausschreibungen kommen von Medizinischen Versorgungszentren."

Seiner Einschätzung nach würden immer weniger Ärzte den Schritt in die Selbstständigkeit wagen - "warum soll ein junger Arzt viel Geld bezahlen und einen Kredit aufnehmen? Aus Arztsicht können Lebensziele und -inhalte sicher besser verwirklicht werden als in einer Einzelpraxis". Das sei eben Einstellungssache.

Auf Eis gelegt ist erst einmal die Übernahme einer chirurgischen Kassenpraxis durch das Krankenhaus. Um den Standort zu sichern, hatten die Träger des Krankenhauses der Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums zugestimmt. Die Praxis am Schwanen sollte als "ambulantes Zuweiserportal" genutzt werden, hieß es vor eineinhalb Jahren im Konzept. Zwischenzeitlich übernahmen die Krankenhausärzte Dr. Sebastian Dömkes und Gregor Olmos stundenweise die Vertretung, um die örtliche Versorgung sicherzustellen. Nach einem Bewerbungsverfahren mit zwei Versorgungszentren und den Ärzten hat der Berufungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung entschieden, dass die beiden Ärzte die Praxis wie bisher weiterbetreiben dürfen. Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Madsen: "Das ist eine persönliche Zulassung. Das Medinische Versorgungszentrum ist außen vor." Die rechtliche Konstruktion wurde aber nicht aufgelöst. Sie werde nur nicht genutzt.

Die beiden Ärzte haben mit Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung eine Teilanstellung im Krankenhaus; sie sind aber auch selbstständige Praxisbetreiber. Madsen: "Sie bleiben damit unserem Krankenhaus verbunden mit ihrer ambulanten Tätigkeit in der Praxis."

Laut Madsen ändere sich für Patienten faktisch nichts. Zurzeit sei die Praxis aufgrund der Urlaubszeit geschlossen. Geplant sei, sie Anfang September wieder zu öffnen. Die Ärzte suchen jetzt noch Personal zur Aufstockung des Teams.

Quelle: RP
 
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