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Wermelskirchen
"Schnäppchen-Center" im Gemeindehaus

Wermelskirchen: "Schnäppchen-Center" im Gemeindehaus
Heidi Halfmann (l.) und Ursula Wößner kommen ins Geschäft: Beim Stadtkirchenbasar hatten die Besucher eine große Auswahl. FOTO: Schütz
Wermelskirchen. Auf dem Kirchenbasar finden einige Besucher schon passende Weihnachtsgeschenke. Von Walter Schubert

Alle, die an den Sammeltagen etwas für den Kirchenbasar abgegeben haben, können sich vielleicht vorstellen, welch eine Arbeit hinter dieser Veranstaltung steckt. Jedes Kleidungsstück, jede Vase, jedes Spielzeug und jedes Buch ist begutachtet, sortiert und zwischengelagert worden. Dann musste alles noch einmal angefasst werden für den eigentlichen Aufbau. Die insgesamt 120 ehrenamtlichen Helfer hatten wirklich alle Hände voll zu tun. "Drei Tage haben wir für den Aufbau benötigt", sagt Organisatorin Caroline Beneking-Fischer und berichtet, dass in diesem Jahr auch Flüchtlinge mit angepackt haben. "Die treffen sich ja hier im Gemeindehaus zu den Sprachkursen und waren froh, etwas tun zu dürfen."

Weit vor der Öffnung stehen bereits viele Besucher vor der Tür. Pünktlich um neun Uhr schließt Helfer Martin Stracke die Tür auf und muss gleich in Deckung gehen. Über den Flur ertönt der Ruf: "Sie kommen!", und alle Mitarbeiter an den Ständen wissen, jetzt wird es ernst. Die einzelnen Abteilungen im "Schnäppchen-Center" haben immer ihren festen Platz und so wissen die erfahrenen Kunden direkt, wo sie hinmüssen. Erdgeschoss: Bücher, Textil und Schuhe. Keller: Elektro, Lederwaren, Haushalt und Kinderabteilung. "Zuerst kommen immer die Rosinenpicker", weiß Peter Guhl aus Erfahrung. Das sind die Profis, die die Ware dann auf Flohmärkten oder im Internet weiterverkaufen. "Die kennen wir schon und machen die Preise dann etwas teurer", sagt Dirk Margenberg am Bücherstand.

Die Preise sind dennoch mehr als günstig. Mäntel ab fünf Euro, Schuhe für drei Euro und Bücher je einen Euro - richtige Schnäppchen und meist in gutem Zustand. Zu sehen ist das Ergebnis unserer Wegwerfgesellschaft, denn jedes Jahr wird ja neu gesammelt. Unglaublich ist die Menge, die an nur drei Sammelterminen zusammengekommen ist. "Zum ersten Mal haben wir in diesem Jahr mehr Ware als wir ausstellen können", sagt die Organisatorin. "Alles, was übrig bleibt, wird für soziale Projekte gespendet. Und im nächsten Jahr fangen wir wieder von vorne an".

"Ich bin Oma Gerda", stellt sich eine ältere Dame vor und lacht. Schwer bepackt ist sie in der Spielwaren-Abteilung fündig geworden. "Alles Weihnachtsgeschenke für meine Enkel. Teilweise ganz neu. Da habe ich richtige Schnäppchen gemacht". Ein Spaß wiederholt sich jedes Jahr. "Heute verkaufen wir die Asche meiner Mutter!", ruft Frank Döring am Bücherstand. Gemeint ist natürlich der gleichnamige Roman von Frank McCourt. Und die Freude über dieses Wortspiel ist ihm sicher. Draußen versucht ein Kunde, ein Badezimmer-Chromgestell auf seinem kleinen Roller zu befestigen, andere haben ihren ersten Einkauf im Auto zwischengelagert. Dann beginnt die nächste Runde im "Schäppchen-Center".

Quelle: RP
 
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