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Ansichtssache
Schnelles Internet? Grunewald ist derzeit in der Steinzeit

Meinung | Wermelskirchen. Sperrmüll an der Straße, tote Leitungen in Grunewald - die Bürger wünschen sich rasche Abhilfe beziehungsweise Reparatur. Zumindest aber ein Feedback, wann und wie es weitergeht. Von Solveig Pudelski

Bürgerfreundlich will die Stadt Wermelskirchen sein. Und das heißt, dass die Verwaltung ein offenes Ohr für die Kritik und Anregungen der Bürger hat. Oder einen offenen Kanal: Seit gut einem Jahr gibt es den Mängelmelder, den Button auf der Internetseite der Stadt, oder die Mängelmelder-App. Sie wird seither fleißig genutzt. Vieles lässt sich rasch beheben wie der Austausch der Leuchten in der Straßenlaterne. Anderes lässt auf sich warten. Der Sperrmüll an der Friedrichstraße ist Anlieger seit Wochen ein Dorn im Auge.

Es gibt immer wieder Zeitgenossen , die sich nicht an die Spielregeln halten: die mehr Sperrmüll rausstellen als angemeldet oder eine Haushaltsauflösung so abwickeln, dass sie einen Teil einfach auf die Straße stellen. Das beschert der Verwaltung Mehrarbeit: Sie muss erst einmal den Verursacher ausfindig machen, um ihn belangen zu können. Erhält der Beschwereführer jedoch keine Rückmeldung - in dem Sinne: Wir prüfen und bearbeiten den Vorgang, aber das braucht einige Zeit -, gewinnt er den Eindruck, dass nichts geschieht, sein Anliegen versandet. Wünschenswert wäre, wenn Müllsünder genauso wie Temposünder zügig ein "Knöllchen" bekommen. Erziehung über den Geldbeutel wirkt meist am besten.

Erschütternde Szenen haben sich am Mittwoch in der Schillerstraße abgespielt, als ein junger, polizeibekannter Mann zwei Beamten drohend mit einer Schusswaffe gegenüberstand. Es war sehr früh morgens, nicht auszudenken, wenn sich die nach den Ferien bei laufendem Schulbetrieb ereignet hätte. Die Polizisten haben absolut korrekt gehandelt, auch wenn sich die Waffe später als Softair-Pistole herausstellte. Die Polizei muss Leib und Leben schützen, im Ernstfall mit einem Schuss.

FOTO: Moll Jürgen

Dass den Grunewaldern der Geduldsfaden längst gerissen, weil sie seit einem Monat ohne Telefon- und Internetanschluss sind, kann jeder nachvollziehen. Sie fühlen sich nicht nur von der Außenwelt abgeschnitten, sondern als Kunde auch nicht richtig ernst genommen. Mehrfach hatte sich ein Techniker bei einem Anwohner angekündigt, mit der Bitte, dieser möge in dieser und jener Zeitspanne zu Hause sein - der Techniker erschien dreimal nicht. Wer die empfohlene Störstelle anruft, landet offenbar - meist nach längerer Zeit in der Warteschleife - in einem Call-Center in Dresden und Co. Die Störmeldung wird aufgenommen, Hilfe versprochen - nichts geschieht. Wie ein Hohn wirkt dann die gestrige Mitteilung der Telekom, dass der Ortsteil Dabringhausen nun Glasfaseranschluss und damit schnelles Internet habe. Rund 2450 Haushalte könnten ab sofort schnelles Internet nutzen. Die Grunewälder wären froh, wenn sie wenigstens telefonieren könnten und ihre alte Internetverbindung hätten. Sie gehen davon aus, dass just bei den Erdarbeiten zur Verlegung der Glasfaserkabel die "alten" Leitungen beschädigt wurden und sie seither ohne Anschluss sind.

Ob es ein Zufall ist? Unsere Redaktion hakte bei der Telekom nach. In der nächsten Woche sollen nach Angaben der Pressestelle die Schäden behoben werden, hieß es. Auch wenn dies noch wetterabhängige Handarbeit ist, sollte es gelingen.

Quelle: RP
 
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