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Wermelskirchen
Schulen brauchen neue Medien

Wermelskirchen: Schulen brauchen neue Medien
Neue PC, Tablets, Vernetzung, Wlan - in die Medienausstattung in Schulen muss laufend investiert werden. Der Medienentwicklungsplan hilft, dass dies standardisiert und sinnvoll geschieht. FOTO: abz (Archiv)
Wermelskirchen. Ein Beratungsbüro hat für Wermelskirchen einen Medienentwicklungsplan für die nächsten Jahre erstellt. Die Ausstattung muss auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Finanziert werden soll dies auch über Zuschüsse. Von Solveig Pudelski

Die Politik, ob im Bund, Land oder in den Kommunen, setzt auf Bildung und auf Digitalisierung. Doch die Umsetzung fängt meist im Kleinen und an der Basis an: mit gutem Unterricht und einer modernen Medienausstattung in den Schulen. Die Stadt Wermelskirchen hat das Beratungsbüro "Thomaßen Consult" damit beauftragt, einen Medienentwicklungsplan für den Zeitraum 2018 bis 2023 zu erstellen. Diesen stellte Jürgen Thomaßen den Politikern in der Sitzung des Schulausschusses vor.

Eins stellte der Sozialwissenschaftler von vorneherein klar: Alle fünf, sechs Jahre müssen die Medien ausgetauscht werden, weil sie schnell veralten. Wer auf aktuellem Stand bleiben möchte, muss laufend in die Anschaffung von PC, Tablets und Co. investieren. Für Wermelskirchen belaufen sich die durchschnittlichen Investitionen jährlich auf 355.000 Euro. Die gute Botschaft an die Politik: Es winken Zuschüsse von Land und Bund.

Doch warum ist solch ein Plan überhaupt erforderlich? Zum einen schreibt das Schulgesetz eine ordnungsgemäße Unterrichtsausstattung, die sich auch am Stand der Technik und Informationstechnologie orientiert, vor. Zum anderen soll es nicht für jede Schule eine Insellösung geben, vielmehr werden Standards festgelegt, die Beschaffung von Medien wird vereinfacht und gebündelt. Wartung und Support sollen strukturiert und verbessert werden. Dennoch: Jede Schule erhalte ihren maßgeschneiderten Plan. Fazit: Schulen haben mehr Planungssicherheit, und sie sind alle - je nach Schulform - auf dem gleichen Stand. Der Medienentwicklungsplan sei aber keine strikte Vorgabe für die Schulen und die Stadt, er soll ihnen nur als Orientierung dienen, betonte Thomaßen.

Wie ging der Planer vor? Jürgen Thomaßen schaute sich die Medienkonzepte der Schulen, deren Medienausstattung und die Infrastruktur an. Außerdem analysierte er, wie Wartung und Support derzeit erfolgen.

Wie ist das Ergebnis? Die Ausstattung ist von der Anzahl der Geräte her betrachtet gut, doch der Bestand ist zu einem hohen Anteil (45,8 Prozent) veraltet. "Und es gibt einen Bedarf an Tablets", sagte Thomaßen.

Die Vernetzung sei weit fortgeschritten, aber Voraussetzung für mobiles Lernen sei Wlan. Insgesamt liege der Fehlbedarf bei gut neun Prozent.

Die Wartung der Medien durch die IT-Abteilung der Stadt sei gut, der Anteil der Vor-Ort-Wartung sei hoch, das solle künftig geändert werden. Einfache Arbeiten wie Neustart oder Toner austauschen, der sogenannte Frist-Level-Support, sollen die IT-Beauftragten der Schulen erledigen. Lehrer sollen geschult, Kompetenzteams gebildet werden.

Welche Kosten entstehen? Der Planer schlägt vor, vor allem in den ersten Jahren in Hardware, Software und Netzwerk zu investieren. Neben den durchschnittlich jährlichen Kosten von 354.485 Euro fallen noch je 105.000 Euro für die geplante Server-Administrationslösung in 2019 und 2022 an. Für Wartung und Support setzte er knapp 71.000 Euro/Jahr an, für die Moderation von Jahresgesprächen 1500 Euro, für Controlling ebenfalls 1500 Euro.

Was ändert sich noch? Eingeführt werden soll ein Controlling und Berichtswesen sowie der "Medienpass" zur Dokumentation, wie Medienkompetenz vermittelt wird.

Was sagt die Politik zu dem Medienentwicklungsplan? Einstimmig empfiehlt der Ausschuss dem Stadtrat, den Medienentwicklungsplan so umzusetzen. Thorsten Schmalt (CDU) lobte, dass der Bereich Medien an Schulen nun besser koordiniert werde. Norbert Kellner (WNKUWG) fragte angesichts der anfallenden Kosten, ob mit Zuschüssen zu rechnen sei. Kämmerer Bernd Hibst: "Wir gehen davon aus, dass wir Fördermittel erhalten. Es gibt Signale vom Bund." Frank Kaluscha (Grüne) hakte nach: "Gibt es eine Mittelzusage aus dem Topf ,Gute Schule'?" Zwar seien im Haushalt je 419.884 Euro für die Jahre 2017 bis eingeplant, aber angesichts der geplanten Investitionen im Bereich Schule (Neubau Sekundarschule) bleibe kein Geld aus dem Topf für die Medienausstattung übrig, so Hibst. Der Schulentwicklungsplan sei aber Voraussetzung, um an Fördermittel zu kommen.

Quelle: RP
 
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