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Wermelskirchen
Schutzstreifen für Radler in der Innenstadt

Wermelskirchen: Schutzstreifen für Radler in der Innenstadt
Der angedeutete Schutzstreifen gegen die Einbahnstraßen-Richtung auf der Telegrafenstraße: Was wird nach der Pilotphase? FOTO: Hertgen
Wermelskirchen. Die Zahl der Radfahrer, die auf der Balkantrasse auch durch die Innenstadt fahren, steigt stetig. Darüber freuen sich Cafés und Eisdielen – und eigentlich müssten auch Familien begeistert sein. Doch bei ihnen wird die Angst immer größer, vor allem auf der Telegrafenstraße ohne ausgewiesenen Schutzstreifen gegen die Einbahnstraßen-Richtung zu fahren. Denn: Viele Autofahrer haben diese neuen Verkehrsteilnehmer – in beide Richtungen – noch nicht akzeptiert. Beinahe-Unfälle hat es schon gegeben.

Nach Informationen der Morgenpost wird die Stadtverwaltung am 18. Juni einen Sachstandsbericht im Fachausschuss vorliegen, wie ein Jahr Radfahren gegen die Einbahnstraße gelaufen ist. Bürgermeister Eric Weik freut sich über die Zunahme des Radverkehrs – und kann die Ängste der Familien nachvollziehen. "Die Autos in der Telegrafenstraße sollten weniger werden, denn es werden immer mehr Kinder mit Rad unterwegs sein." Nach wie vor gebe es immer noch Unbelehrbare, die dort am Straßenrand parkten. "Wer aussteigt und Brötchen holt, der parkt! Das ist verboten." Deshalb halte er eine Lösung für dringend erforderlich, ob sie in einem Angebotsstreifen liege, könne er nicht sagen. Das müsste geprüft werden.

Kein Halten bei Schutzstreifen

Ein Schutz- oder Angebotsstreifen (wie in der Berliner Straße) ist auf der Telegrafenstraße in Fahrtrichtung gegen die Einbahnstraße mehrfach angedeutet, aber nicht durchgezogen. Denn bei Tempo 20 – schneller dürfen motorisierte Fahrzeuge nicht fahren – sollte es (eigentlich) keine Probleme geben. So ist Ladeverkehr möglich. Bei einem markierten Schutzstreifen dürften auf dieser Seite Autos und Lkw weder halten noch parken.

So ist auch ADFC-Sprecher Frank Schopphoff der Ansicht, dass "eigentlich nichts bei Tempo 20 gemacht werden" müsste. Aber: Die Engpässe wie auch die unklare Regelung des ruhenden Verkehrs machen die Straße zu einem Sonderfall. "Wenn ab und zu geparkt würde, wäre das hinnehmbar. Aber das ist ja ein Dauerzustand. Die Ängste der radelnden Familien sind da verständlich." Eine Lösung müsse her, wenn der Radverkehr zunehme – "und das wird kommen".

Wobei allein schon das Rechtsfahrgebot ein wenig helfen könne – besonders in den Engpässen. Schopphoff wies auch darauf hin, dass Kinder bis acht Jahre auf dem Bürgersteig fahren müssen, Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren können. Alle Radfahrer ab elf Jahre müssen auf der Straße fahren. Sein Appell: Die Autofahrer müssen mehr Rücksicht nehmen. "Es ist alles eine Kopfsache."

Der verkehrspolitische Sprecher des ADFC-Köln, Joachim Schalke, im Hauptberuf Polizist, meinte, hier müssten Kommunen neue Wege gehen. Seine Anregung: "Warum wird nicht überprüft, die Busbucht kurzzeitig als Anlieferbereich mit zu nutzen?"

Lokales seite 2: Rücksicht...

Quelle: RP
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