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Landratswahl Stephan Santelmann (cdu)
Seine Devise: Das Glas ist halb voll

Landratswahl Stephan Santelmann (cdu): Seine Devise: Das Glas ist halb voll
"Ich bin ein Herbstmensch" sagte Stephan Santelmann und genießt bei einem Spaziergang an der Dhünn-Talsperre den Blick auf bunte Wälder und die würzige Luft. FOTO: Theresa Demski
Wermelskirchen. Zwei Kandidaten, eine Wahl: Am Sonntag entscheiden die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis bei der Stichwahl über ihren neuen Landrat/Landrätin. Ein Treffen mit Stephan Santelmann an der Großen Dhünn-Talsperre. Von Theresa Demski

Wermelskirchen "Stopp", sagt Stephan Santelmann, "jetzt müssen wir einen Augenblick stehen bleiben." Der 51-Jährige hat sich von Lindscheid aus auf den Weg zur Großen Dhünn-Talsperre gemacht. "Ich bin ein Herbstmensch", erzählt er, "und diesen Ausblick will ich genießen". Bunte Wälder, die Sperrmauer und im Tal die Dhünn. "Ich bin eigentlich ein Nordlicht", sagt er dann. Geboren in Hamburg - flaches Land statt bergischer Wälder. Es sei eine schöne, unbeschwerte Kindheit gewesen. In den Ferien habe er auf dem Hof der Großeltern auf dem Trecker gesessen. Ein Leben vor den Toren der großen Stadt: "Von den Strukturen her also vergleichbar mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis", sagt er. Ohnehin sei er inzwischen ein Rheinländer geworden. Das passe auch zu seiner Mentalität.

Wer Stephan Santelmann nach seiner Philosophie fragt, der bekommt dann auch eine rheinische Antwort: "Für mich ist das Glas immer halb voll", sagt er. Er sehe die Möglichkeiten und wolle kein Bedenkenträger sein. "Für mich zählt: Was kann ich machen. Und nicht: Was kann ich nicht machen", sagt er. Das ging ihm schon als Jugendlicher so, damals, als er sich mit seinen Freunden entschied, in die Junge Union einzutreten. Anfang der 80er Jahre standen die Zeichen auf Wandel: "Die Menschen sprachen von der geistig-moralischen Wende", erinnert sich Santelmann. Auf Helmut Schmidt folgte Helmut Kohl. Warum die CDU? "Ich bin in der evangelischen Jugendarbeit groß geworden", erzählt der 51-Jährige, "für mich bedeutet das C etwas." Das sei auch so geblieben. Der Impuls, sich gegenseitig zu helfen, füreinander einzustehen, begründet für ihn eine gute Sozialpolitik. "Kein Wunder, dass ich am Ende im Amt für Soziales gelandet bin."

Seit 2002 leitet er die Behörde in Köln. Eine Zeit lang allerdings schienen die Wege in eine andere Richtung zu führen: Denn nach dem Politikstudium in Münster und Bonn engagierte er sich erst mal als Persönlicher Referent von Bundesministerin Hannelore Rönsch. "Ich hatte schon während des Studiums einen politischen Werdegang im Blick", erinnert sich Santelmann, "ich wollte immer gestalten." Und das will er nun auf kommunaler Ebene verwirklichen: Dort sei die Basis. In der Stadt und im Kreis seien Politiker mit den Menschen im Gespräch. Das hat Stephan Santelmann auch im Wahlkampf erlebt. Schon nach Karneval startete für ihn die Tour durchs Bergische Land. "So haben wir Landtags-, Bundestags- und Landratswahl beworben", sagt er. Erst nachdem seine Frau und die beiden Kinder zugestimmt hatten, begann der Wahlkampf: Viele 1000 Kilometer habe er mit seinen CDU-Kollegen hinter sich gelegt, viele Menschen und ihre Themen kennengelernt. "Der Kreis ist groß", sagt er. Manchmal fahren bei ihm Zuhause in Porz noch Traktoren mit GL-Kennzeichen über die Straße und würden so an Gebietsreformen und alte Grenzen erinnern. Bis 1975 gehörte Porz zum Rheinisch-Bergischen Kreis. Vom Norden bis zum Süden des Landkreises sind es auch heute noch rund 50 Kilometer, mit dem Auto dauert die Strecke eine knappe Stunde. Stephan Santelmann setzt trotzdem auf ein neues Gemeinschaftsgefühl. "Wir brauchen ein großes Projekt", sagt er und denkt an die Regionale 2025, an Schnellbusse, an die Verbesserung der Mobilität.

Viele Wege hat Stephan Santelmann im Bergischen Land in den vergangenen Monaten gesehen. Die Straße nach Lindscheid ist er heute zum ersten Mal gefahren. "Als das alles anfing mit meiner Kandidatur, da sind meine Frau und ich ganz bewusst durch den Kreis gefahren und haben Spaziergänge unternommen", erzählt er. Mit dabei war dann auch Beagle Yoko. Warum der Hund wie die Frau von John Lennon heißt? "Es war ein Y-Wurf", sagt Stephan Santelmann, "aber der Name passt." Yoko ist es auch, die Stephan Santelmann nach einem langen Arbeits- und Wahlkampftag auf ein paar Schritte begleitet.

Als der CDU-Kandidat den Anstieg zurück zum Wanderparkplatz antritt, klingelt sein Telefon. Der nächste Termin wartet schon. "Manche Menschen wissen gar nicht, dass die Landratswahl noch nicht entschieden ist", sagt er. Er habe schon Gratulationen erhalten. Deswegen sei der Wahlkampf bis zum letzten Moment wichtig. "Damit die Menschen überhaupt wählen gehen", sagt er und wirft einen letzten Blick auf die bunten Wälder, bevor die Reise weitergeht.

Quelle: RP
 
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