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Kommentar
Sie bleibt Bürgermeisterin

Kommentar. Ein herber Verlust für die Grünen Von Gundhild Tillmanns

Jutta Paulig hatte zwar bereits vor einem Jahr schon davon gesprochen, das Amt der Fraktionsvorsitzenden niederzulegen. Ihre berufliche Belastung ist sicherlich einerseits nicht vorgeschoben. Wer ihr Engagement bei der Schuldnerberatung mitbekommt, weiß, was sie dort leistet – sicherlich oft über ihre Belastungsgrenzen hinaus.

Aber ihr Rücktritt steht auch in einem Kontext: Sie war gemeinsam mit ihrem Mann diejenige, die sich sehr früh pro Bürgermeister Weik positioniert hat. Das hat nicht allen Grünen gefallen. Doch die Möglichkeit, sich für einen der anderen beiden Kandidaten auszusprechen, haben diese auch nicht genutzt.

Jutta Paulig war aber stets das Aushängeschild der Grünen. Umso herber wird nun der Verlust für die kleine Fraktion – aber auch für die Partei. Im Stadtrat kann sich nun beweisen, ob es bei den Grünen tatsächlich keinen Fraktionszwang gibt. Denn Jutta Paulig ist so strukturiert, dass sie einen solchen Zwang nicht akzeptieren würde.

Eines ist jetzt schon klar: Ihre politisch, rhetorisch und vor allem intellektuell anspruchsvollen Reden werden im Stadtrat schmerzlich fehlen.

Freuen darf man sich aber sicherlich auch weiterhin auf Wortbeiträge der Ratsfrau Jutta Paulig – vorgetragen in ehrlicher Streitkultur und wirklich konstruktiver Kritik.

Die Aufgabe des Fraktionsvorsitzes hat für Jutta Paulig aber nichts mit der Fortsetzung ihres Amtes als stellvertretender Bürgermeisterin zu tun. "Das mache ich liebend gerne weiter", betont sie. Denn sie erfahre sehr viel Bestätigung bei ihren Bürgerbesuchen und -kontakten als stellvertretende Bürgermeisterin. Sie sei erfreut und erstaunt, wie bekannt sie sei und müsse sich in der Regel auch bei den Menschen gar nicht erst vorstellen. "Ich merke, dass ich jetzt die Früchte meiner politischen Arbeit ernte", sagt sie.

Rückblickend auf ihre Arbeit als Fraktionsvorsitzende meint sie: " Es war schließlich eine lange Zeit. Es war nicht alles perfekt, ich habe aber eine ehrliche Arbeit gemacht und kann mich noch im Spiegel anschauen."

Quelle: RP
 
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