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Wermelskirchen
Sieben Thesen für die Flüchtlingsarbeit

Wermelskirchen. Flüchtlingsinitiative: Dr. Housam Darwish und Cornelia Seng haben Leitsätze für die freiwilligen Helfer entwickelt.

Die Hilfestellungen der Initiative "Willkommen in Wermelskirchen" (WkiWk) sind vielfältig und in den vergangenen zwei Jahren des freiwilligen Engagements zu einem starken Netzwerk gereift. Nichtsdestotrotz werden weitere Helfer gesucht - und ehrenamtlicher Einsatz hat auch seine Tücken. Diese können etwa in kulturellen Unterschieden der Mentalität ihren Grund haben. Cornelia Seng, Koordinatorin der Initiative, setzt hier auf Reflexion und Gespräche, um zu hohe Erwartungen, Enttäuschungen oder gar Frustration bei den Helfern zu vermeiden oder zu bewältigen.

Mit Dr. Housam Darwish, der als Geflüchteter nach Wermelskirchen kam, hier anderen Flüchtlingen etwa als Übersetzer half und mittlerweile an der Uniklinik Köln arbeitet, entwickelte Seng ein Papier mit sieben Thesen und der Überschrift "Was heißt hier Hilfe? Wie Unterstützungsarbeit für Geflüchtete gelingen kann". Es ist ein Leitfaden mit Grundsätzen für alle Aktiven der Initiative. Die Thesen lauten:

• Hilfe sollte immer Hilfe zur Selbsthilfe sein.

• Mitmenschlicher Kontakt und freundliches Miteinander sind wichtiger als "das Problem gelöst zu haben".

• Unterstützung auf Augenhöhe wahrt eine respektvolle Distanz in privaten Dingen.

• Wer helfen will, sollte sich über seine eigenen Erwartungen im Klaren sein, man sollte nicht zu viel erwarten.

• Unterstützung heißt: Niemals jemandem das Heft aus der Hand nehmen.

• Erklären Sie Deutschland! Nur wer den Sinn hinter den Regeln versteht, wird sich auf Dauer selbstständig nach ihnen richten.

• Sprechen Sie offen über Ihre Möglichkeiten! Begrenzen Sie Ihr Engagement Ihren Möglichkeiten entsprechend.

Über diese Thesen will sich Cornelia Seng morgen, Freitag, 18. November, ab 17 Uhr im Kaminzimmer des Evangelischen Gemeindehauses am Markt in einer Gesprächsrunde austauschen. "Sympathie muss Gestalt annehmen", meint die Pfarrerin. "Es macht Sinn, wenn sich zwei Aktive die Mentoren-Aufgabe teilen. Die Betreuung von geflüchteten Menschen ist eine großartige Aufgabe, die aber auch viel Arbeit sein kann." Koordinator und Mentor Bijan Golabi drückt es so aus: "Der ehrenamtliche Einsatz hat viel Engagement und guten Willen, kann jedoch durch Halbwissen an Grenzen stoßen."

(sng)
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