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Marcus Kirstein
Singen ist Ausgleich vom stressigen Alltag

Wermelskirchen. Marcus Kirstein (49) ist Vorsitzender des MGV Niederwermelskirchen. Er will den Chor in eine erfolgreiche Zukunft führen.

Herr Kirstein, wie lange stehen Sie in ihrem neuen Amt als Vorsitzender und geschäftsführender Vorstand dem MGV Niederwermelskirchen vor?

Kirstein Seit dem 1. Februar.

Wie alt sind Sie?

Kirstein Ich bin 49 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder.

Und seit wann sind Sie Mitglied des MGV?

Kirstein Beim MGV singe ich im 1. Tenor seit 15 Jahren.

Wie kam es dazu?

Kirstein Walter Stahlhacke, Sänger aus dem 1. Tenor, hatte mich damals privat singen gehört und mich angesprochen, doch mal bei den Proben des MGV vorbeizuschauen. Dann habe ich zwei Proben mitgemacht - das hat mir so gut gefallen, dass es dabei geblieben ist. Und es macht mir nach wie vor Spaß.

Warum singen Sie so gerne?

Kirstein Das ist für mich einfach Ausgleich vom Alltag. Das Singen befreit mich vom ganzen Stress, der so am Tag über und durch meinen Körper läuft. Wenn ich abends aus ganzer Seele singe, entspanne ich mich.

Wie ging der Wechsel im Vorstand über die Bühne?

Kirstein Der Vorstand des MGV ist für mehrere Jahre gewählt. Und eigentlich wäre der ehemalige Vorsitzende Paul vom Stein weiterhin Vorstand geblieben. Er hat aber aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten müssen und mitgeteilt, dass sein Amt zur Disposition stehe.

War das eine spontane Entscheidung?

Kirstein Der MGV hat auch einen neuen zweiten Vorsitzenden, Michael Sengespeick. Der alte Vorstand hatte uns beide vorher zu einer Vorstandssitzung zum Reinschnuppern eingeladen. Das hat uns zugesagt, wir haben uns grundsätzlich dazu bereit erklärt. Ich habe natürlich aufgrund des zusätzlichen Zeitaufwandes erst überlegt, ob ich das schaffen kann. In der nächsten Jahreshauptversammlung Ende Februar wurde dann bekanntgegeben, dass der erste und der zweite Vorsitzende nicht mehr zur Wahl stehen und Neuwahlen durchgeführt werden müssen. Dann gab es Vorschläge - unter anderem mein Name und der von Michael Sengespeick - und dann wurde abgestimmt. So schnell ist man im Vorstand.

Was sehen Sie als Ihre wichtigste Aufgabe im Vorstand an?

Kirstein Den Weg des MGV zu bestimmen, wohin es in den nächsten fünf Jahren geht.

Wie viele Mitglieder zählt der MGV?

Kirstein Der Chor hat knapp 40 Mitglieder. Davon sind vier oder fünf Sänger jünger als 60 Jahre. Das bedeutet natürlich, dass wir nicht zu lange im Voraus planen können. Zum Beispiel unsere Ein- und Mehrtagesfahrten, die wir zusammen mit den Ehefrauen der Sänger organisieren. Da gibt es vieles zeitnah zu berücksichtigen.

Wohin sollte sich Ihrer Ansicht nach der MGV weiter entwickeln?

Kirstein Wir brauchen einen frischeren Auftritt des Chores. Er muss nicht nur bunter aussehen, sondern auch frisches Liedgut bringen. Wir müssen zu unserem klassischen Liedgut auch modernere Lieder hinzufügen. Also nicht nur Choralgesang, wie man ihn vielleicht von hundert anderen Chören auch kennt. Es gibt schöne flotte Volkslieder, die sich wunderbar singen lassen und die den Chor auffrischen. Dadurch sprechen wir vielleicht mehr Leute im Publikum an, die an so etwas Interesse haben. Und die sich dann dem Chor anschließen und mitsingen. Das ist bei unserem Altersdurchschnitt notwendig. Der Chor soll und will auch in zehn, 15 oder 20 Jahren noch singen.

Ist das zu schaffen?

Kirstein Es lässt sich nicht alles auf einmal bewerkstelligen. Bereits der vorherige Vorstand hat das eine und das andere schon versucht. Es ist sehr schwierig. Wir haben uns in Vorstandssitzungen schon mit diesem Thema beschäftigt - aber bis jetzt haben wir noch nichts Adäquates gefunden. Wir werden aber mit dem Kammerchor, einer kleinen Absplitterung aus dem großen Chor, schon etwas Poppiges, zum Beispiel Lieder der englischen Band Queen, bringen. Dazu müssen wir natürlich noch intensiv proben.

Überlegen Sie auch den Aufbau eines speziellen Jugendchores?

Kirstein Das hatten wir mal angedacht, lässt sich aber leider im Moment musikalisch nicht verwirklichen. Unser Chorleiter Peter Rinne ist schon so stark beschäftigt, dass er das nicht auch noch unter einen Hut bringen kann.

Finden Sie noch Zeit für Ihre Familie?

Kirstein Die Familie ist zum Glück recht tolerant. Meine Frau merkt, dass ich völlig entspannt bin, wenn ich vom Singen nach Hause komme. Das macht eben richtig Spaß.

BERND GEISLER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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