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Wermelskirchen
Skatepark-Standort - Fronten verhärtet

Wermelskirchen: Skatepark-Standort - Fronten verhärtet
FOTO: Hertgen Nico
Wermelskirchen. Die übrigen Fraktionen sehen den Kompromissvorschlag von SPD und Grüne für einen Park bei Zenshäuschen kritisch. Priorität hat für sie die Nutzung der Fläche durch die Autohäuser. Bürgermeister Bleek soll bald ein Konzept vorlegen. Von Sebastian Radermacher

Die Diskussion über einen Standort für einen Skatepark für Jugendliche wird sich noch längere Zeit hinziehen. Fakt ist: Alle politischen Fraktionen möchten etwas für die Jugendlichen tun. Aber bei der Frage des Standorts für einen Jugendfreizeitpark gehen die Meinungen auseinander. Nach der Sommerpause soll die Verwaltung ein Konzept vorlegen. Den jetzt von SPD/Grüne verfassten Kompromissvorschlag, wonach das Grundstück hinter Lidl ausreichend Platz biete für einen Skatepark und die angestrebten Erweiterungen der angrenzenden Autohäuser, sehen die übrigen Ratsfraktionen kritisch.

Christian Klicki (CDU) fordert bei dem Thema insgesamt mehr Transparenz seitens der Stadtverwaltung. "Wir fühlen uns nicht ausreichend informiert. Durch unseren nichtöffentlichen Antrag hatten wir gehofft, Informationen zu erhalten. Aber der Bürgermeister hat bislang nicht geliefert", kritisiert Klicki. Man wisse zum Beispiel nicht, wie teuer ein solcher Park überhaupt werden würde. Den Vorschlag von SPD/Grüne lehnt er grundsätzlich nicht ab. "Wenn neue Fakten kommen, werde wir sie in der Fraktion diskutieren", sagt Klicki.

Oliver Platt (Bürgerforum) verweist auf den kürzlich gestellten Antrag von CDU, WNKUWG, Büfo und FDP - "es gibt eine klare politische Mehrheit, für die das Kaufinteresse von Wirtschaftstreibenden Vorrang hat". Dies bedeute nicht, dass man die Interessen der Kaufinteressenten und die der Jugendlichen gegeneinander ausspiele. "Es geht vielmehr darum, finanzielle Möglichkeiten für einen Freizeitpark durch den Verkauf der Fläche zu haben", betont Platt.

Er könne nicht verstehen, warum sich SPD, Grüne und der Bürgermeister nun so auf diesen Standort bei Zenshäuschen versteifen. "Es gibt alternative Flächen, die geeignet sind: zum Beispiel an der Beltener Straße neben dem Bolzplatz oder oberhalb der Kleingartenanlage am Drosselweg." Und ihm geht gehörig gegen den Strich, "dass der ADFC jetzt auch schon in diesem Thema mitmischt". Die öffentliche Standort-Diskussion sei "für das gesamte Projekt gefährlich und dumm", meint Platt.

Auch für Jürgen Manderla (FDP) haben die Expansionspläne der beiden Autohäuser Priorität. "Wenn sie die gesamte Fläche haben möchten, sollten sie die gesamte Fläche kriegen", findet er. Und seines Wissens gehe die Tendenz in die Richtung, dass die Fläche komplett benötigt werde. Auch die Meinung der Anwohner müsse einbezogen werden. Er habe bereits mit mehreren Anwohnern in Zenshäuschen gesprochen, "die wollen weder Radweg noch Skatepark", sagt Manderla und fügt an: "Die Wahrscheinlichkeit, dass der Park dorthin kommt, ist gering." Auch er präferiere andere Standorte für einen solchen Park. "Unser Standpunkt hat sich nicht geändert", sagt Manderla.

Die WNKUWG-Fraktion wird nach Auskunft von Henning Rehse jetzt erst einmal abwarten, was der Bürgermeister aus dem Signal von Büfo, CDU, FDP und WNKUWG auf der einen und dem Brief von SPD und Grüne auf der anderen Seite macht und wie ein möglicher Kompromiss aussehen könnte. Er stellt aber bereits jetzt klar: "Wir werden dann aber sicherlich auch dezidiert nachfragen und überprüfen, ob alle Teilnehmer eines möglichen Kompromisses auch wirklich Teilnehmer an selbigem sind und alle ihre Zustimmung zu einem Kompromiss auch auf gleichen Fakten und Zusagen getroffen haben."

Rehse fragt sich: Wenn schon ein grundsätzliches Pro des gesamten Stadtrates wahrnehmbar sei, müsse es dann aus mehreren Optionen genau der Wunschstandort der potenziellen Nutzer sein und jede andere Idee als "jugendfeindlich" stigmatisiert werden? "Und warum wollen wir die Gefahr eingehen, dass aufgrund von möglichem Anwohnerwiderstand - privat wie gewerblich - das Projekt auf Jahre hinaus verzögert oder verhindert wird?"

Quelle: RP
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