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Wermelskirchen
So hat sich Wermelskirchen verändert

Wermelskirchen: So hat sich Wermelskirchen verändert
Blick von der Telegrafenstraße aus auf die Kölner Straße und den Markt mit der Stadtkirche - von der damaligen katholischen Schule an der Telegrafenstraße heraus aufgenommen. Links im Vordergrund steht der spätere "Gasthof zur Post", der 1959 abgerissen wurde und dem heutigen Haus mit dem Bekleidungsgeschäft "Female" Platz machte. FOTO: BGV/Ernst
Wermelskirchen. Volker Ernst (BGV) veröffentlicht einen zweiten Kalender mit Ansichten von etwa 1870 sowie aktuellen Fotos aus derselben Perspektive. Zu jedem Bild hat er Informationen gesammelt - und dabei hunderte Stunden Arbeit investiert. Von Sebastian Radermacher

Volker Ernst gerät sofort ins Schwärmen, als er den neuen BGV-Kalender für das Jahr 2017 durchblättert. In jedem Monat sind dort zwei Ansichten aus der Wermelskirchener Innenstadt abgebildet: Jeweils eine historische von Rudolph Schumacher, die etwa um 1870 entstanden ist, und ein eine aktuelle Ansicht von Volker Ernst aus derselben Perspektive. So ist zum Beispiel auf dem Kalenderblatt für September zu sehen, wie Deutschlands größter Naturweihnachtsbaum an der Carl-Leverkus-Straße ausgesehen hat, als er noch nicht einmal einen Meter hoch war.

Genau solche Vergleiche, die den enormen Wandel der Stadt verdeutlichen, faszinieren den Vorsitzenden des BGV Wermelskirchen. 150 historische Ansichten aus dem Nachlass von Rudolph Schumacher, dem ersten Fotografen in Wermelskirchen, hat er digitalisiert. Und dann interessierte ihn, was hinter den Fotos steckt: Wann sind sie entstanden? Von wo aus wurde fotografiert? Welche Gebäude stehen noch? Wie sieht es an diesen Stellen heute aus? Der 50-Jährige durchforstete zahlreiche zeitgenössische Zeitungen, um an Informationen zu gelangen. Seine Mutter Renate war eine große Hilfe: "Sie hat einen 8,50 Meter hohen Turm an gestapelten alten Zeitungen durchgesehen, um Infos über die Bebauung in der Stadt herauszufinden", erzählt Ernst.

Blick vom Markt aus auf die Obere Remscheider Straße. In dem Gebäude rechts sind heute das Büro der Grünen und das China-Restaurant untergebracht. FOTO: BGV / Volker Ernst

Es sind Details auf den historischen Ansichten, an denen er sich orientiert hat, um an Informationen zu kommen. So schaute er sich zum Beispiel auf einem historischen Foto genau an, wie die Stadtkirche zu den umliegenden Häusern angeordnet war. So fand er schließlich heraus, dass Schumacher dieses Foto von der Einmündung der Straße Am Vogelsang in die Feldstraße (früher Pferdefeld genannt) aus gemacht hatte.

In die Suche nach den Hintergrundinformationen zu den einzelnen Bildern hat er hunderte Stunden Arbeit investiert, erzählt der BGV-Vorsitzende. Bei seinen Ausführungen über das Ergebnis wird schnell deutlich, dass es für ihn aber mehr als nur Arbeit war: "Es fasziniert mich einfach, es ist für mich ein großes Abenteuer." Und die Mühe wird auch honoriert: Der erste Kalender dieser Art, den Ernst für das Jahr 2016 veröffentlicht hat, war bereits im Dezember 2015 ausverkauft. Er schätzt, dass deutlich mehr als 300 Exemplare verkauft wurden. "Sogar im Juni haben Leute noch angefragt, ob es noch Kalender für 2016 gibt", sagt der 50-Jährige.

Nach diesen vielen positiven Rückmeldungen habe er sich entschlossen, auch für das kommende Jahr einen Kalender herauszubringen. Am bewährten Muster mit historischen und aktuellen Ansichten hält er fest. "Ich möchte mit dem Kalender auch junge Wermelskirchener ansprechen, die nur die aktuellen Stadtansichten kennen, für die aber durchaus interessant ist, wie es früher genau an diesen Stellen in der Stadt ausgesehen hat", sagt Ernst. Ob in den nächsten Jahren weitere BGV-Kalender mit solchen Foto-Vergleichen erscheinen werden, ist noch nicht klar. "Genug Fotomaterial ist vorhanden, es ist aber immer eine Frage der Zeit, denn ich mache dies komplett in meiner Freizeit", sagt Ernst.

Quelle: RP
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