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Kaminheizung für die kalte Jahreszeit
So heizen Sie richtig mit Holz

Kaminheizung für die kalte Jahreszeit: So heizen Sie richtig mit Holz
Im Winter sind Kaminfeuer sehr beliebt. Dafür wird meist Holz als Brennstoff verwendet. Dabei gilt es allerdings, einige Regeln zu beachten. FOTO: Hilke Segbers
Wermelskirchen. Die kalte Jahreszeit rückt näher, der Winter steht vor der Tür. Bald riecht es wieder überall nach Kaminfeuer. Aber was gibt es beim Umgang mit Holz als Heizstoff zu beachten? Wir geben einen Überblick. Von Wolfgang Weitzdörfer

Der Herbst ist in den vergangenen Tagen mit Wind, Regen und kühlen Temperaturen auch im Bergischen Land angekommen - bald wird es richtig kalt. Wenn man dann abends durch die Siedlung spaziert, wird man es oft bemerken: Der Geruch von verbranntem Holz dringt durch die Kamine aus vielen Häusern.

Viele Wohnungs- und Hausbesitzer schätzen nicht nur die gemütliche Atmosphäre eines prasselnden und lodernden Kaminfeuers, sondern sagen auch, dass die Wärme durch das Holzfeuer eine ganz andere Qualität habe, als die einer Heizung. Und schön aussehen tut es natürlich auch.

Holz ist als Brennstoff beliebt - aber wie steht es um die Umweltverträglichkeit und den Aufwand? "Holz hat den Vorteil der CO2-Neutralität", sagt Simon Möser, Klimaschutzmanager beim Rheinisch-Bergischen Kreis. Bei der Verbrennung werde nur so viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt, wie zuvor im Holz gebunden war. "Außerdem stärkt die Nutzung von Holz die heimische Wirtschaft", sagt Möser.

Scheitholz muss mindestens neun Monate gelagert werden

"Die klassische Kaminheizung gibt es in verschiedenen Größen und Leistungskategorien", sagt Möser. "Dort wird Scheitholz verwendet." Dieses kann allerdings nicht direkt verwendet werden. Im Garten gehacktes Holz wird in der Regel erst für die übernächste Heiz-Saison verarbeitet: "Scheitholz muss durchtrocknen, damit es vernünftig brennen kann", sagt der Klimaschutzmanager. Dazu muss es in Stücke von 25 bis 100 Zentimeter Länge geschlagen werden. "Die werden dann aufeinander geschichtet gelagert für mindestens neun Monate", sagt er, "besser ist ein Jahr."

Das Holz-Cluster Bergisches Land, eine Forstbetriebsgemeinschaft im Kreis, geht etwas weiter: "Eine Lagerung und Trocknung von einem bis zwei Jahren ist optimal." Der Verband informiert außerdem über die Art und Herkunft des verwendeten Holzes: "Bei dem Holz, das zu Kaminholz verarbeitet werden kann, handelt es sich meist um Hölzer, die nicht für die Verwendung in der Holzindustrie geeignet sind: sogenannte Waldresthölzer." Das Scheitholz ist hingegen für kleinere Heizungsanlagen geeignet: "Wegen der fehlenden automatischen Brennstoffbeschickungsmöglichkeit scheidet dieses Holz bei mittleren und größeren Anlagen aus", heißt es vom Holz-Cluster Bergisches Land.

Zur Gegenrechnung: Ein Kilogramm getrocknetes Scheitholz entspricht etwa dem Energiegehalt von einem halben Liter Heizöl: "Der Heizwert liegt bei ungefähr 3,5 bis vier Kilowattstunden pro Kilogramm", so der Verband. Ein Raummeter Holz entspreche etwa 200 Litern Öl, heißt es von der Stadt Wermelskirchen.

Hackschnitzel und Holzpellets als Alternative

Doch nicht nur Holz landet im Kamin, Alternativen sind Hackschnitzel und Holzpellets. Hackschnitzel werden hauptsächlich bei mittleren Heizanlagen (mit einer Leistung von etwa 300 kW) eingesetzt, teilt die Energieagentur NRW mit: "Durch die Schüttfähigkeit des Hackguts kann eine Anlage automatisch betrieben werden." Das Hackgut besteht aus den Resten der Holzverarbeitung, aus Energieholz aus schnell nachwachsenden Bäumen oder aus Altholz.

Holzpellets hingegen sind zylindrische Presslinge aus naturbelassenem Restholz. "Das Material besteht aus Sägespänen und Holzstaub aus der holzverarbeitenden Industrie. Diese Materialien werden ohne chemische Zusätze geformt", heißt es von der Energieagentur. Der Heizwert ist mit fünf Kilowattstunden pro Kilogramm recht hoch.

Wichtig ist bei der Lagerung, dass der Raum trocken und staubdicht ist, damit der Wassergehalt der Pellets unter zehn Prozent bleibt. Nur so ist ein konstanter Heizwert garantiert. Das Holz gibt es sowohl im Baumarkt als auch bei privaten Anbietern. Außerdem verkauft die Stadt Wermelskirchen Brennholz: Eiche, Buche und Birke gibt es bei der Revierförsterin Kristina Lingslebe unter Tel. 0171 5870765 oder per E-Mail an kristina.lingslebe@wald-und-holz.nrw.de.

Quelle: RP
 
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