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Wermelskirchen
So lässt sich strenger Frost gut überstehen

Wermelskirchen. Hiesige Experten geben Tipps gegen die Eiseskälte - für Mensch, Garten und Auto. Von Theresa Demski

Strahlend blau und eisekalt: Behält der Deutsche Wetterdienst Recht, dann steigen bis zum Ende der Woche die Temperaturen selbst am Tag nicht über den Gefrierpunkt. Eiseskälte bis minus zwölf Grad werden in den Nächten erwartet. "Trotzdem nichts wie raus", sagt Heilpraktikerin Sonja Kittel. Ein Spaziergang sei wie "Gefäßtraining". Draußen würden die Gefäße enger, bevor sie sich im Warmen wieder weiten könnten. Diese Anpassungsleistung des Körpers rege den Kreislauf und den Stoffwechsel an, sagt Kittel. Wer rausgeht, solle allerdings ein paar Regeln befolgen: Der Spaziergang darf nicht zu lange dauern, der Körper nicht zu sehr abkühlen. Deswegen sei geeignete Kleidung wichtig, vor allem die Mütze, um zu vermeiden, dass zu viel Wärme vom Kopf abgeht. "Oder man nimmt sich für unterwegs eine Thermoskanne mit einem warmen Getränk mit", sagt die Heilpraktikerin.

Ohnehin könnten die Menschen an besonders kalten Tagen dem Körper durch die richtige Ernährung helfen, weiß Sonja Kittel. Eine Prise Chili im heißen Kakao oder warme Suppen mit viel Pfeffer heizen von innen. So könne der Kälte etwas entgegengesetzt werden. Und weil die Energieleistung des Körpers bei der Kälte viel größer sei, um alle Systeme hochfahren zu können, empfiehlt sie Vitamin C. Statt 300 Milligramm solle der Körper bei Eiseskälte mit 1000 Milligramm Vitamin C versorgt werden. Allerdings habe eine Orange gerade mal 40 Milligramm des wertvollen Vitamins, deswegen könne etwa Vitaminpulver aus der Apotheke helfen.

Währenddessen kommen die Pflanzen noch ganz gut ohne Unterstützung über die Runden. "Die Apfelblüte ist noch geschützt", sagt Gärtner Gerd Buchholz, "die Zwiebelgewächse halten den Frost aus und andere Pflanzen sind im Februar noch gar nicht draußen." Die Eiseskälte berge also kaum Gefahren für die Pflanzen. Auch Harald Bosman warnt vor Panik. Die einzigen Pflanzen, um die er sich etwas Sorgen mache, seien die immergrünen Laubgehölze. Die Sonne, der blaue Himmel und der gefrorene Boden könnten etwa bei dem Kirschlorbeer zu Frosttrockenheit führen: Durch die Sonne und die damit verbundene Transpiration verliert der Baum Wasser, kann aber aus dem frostigen Boden kein neues Wasser aufnehmen. Die Folgen zeigen sich im Frühling: Es kommt zu Schäden an Blättern und Ästen. "Ab minus 20 Grad sind auch Triebe betroffen", sagt Bosman. Allerdings seien die ja nicht zu erwarten. Helfen können "Schattierungen", die die Pflanzen vor Sonneneinstrahlung schützen. "Dafür ist es aber eigentlich noch nicht kalt genug", sagt Bosman. "Wenn der Winter allerdings noch lange andauert, dann wird es im März und April stressig", sagt er. Denn bevor die Pflanzen austreiben, müssen sie alle ihren Platz unter freiem Himmel gefunden haben.

Dort verbringen trotz der Kälte viele Autos ihre Nächte. Morgens steht Kratzen auf dem Programm. Wer sich und seinem Auto helfen will, über die kalten Tage zu kommen, hat mehrere Möglichkeiten. "Vaseline oder andere Fettungsmittel auf den Türdichtungen verhindern, dass die Türen zufrieden", sagt Bernd Hildebrandt. Wenn die Temperaturen unter zehn Grad sinken, gehen im gleichnamigen Autohaus vermehrt Anrufe ein, weil die Batterie nicht anspringt. "Wir empfehlen, die Batterien prüfen zu lassen", sagt Hildebrandt. Das sei häufig kostenlos, erspare aber den Ärger am Morgen. Auch ein fachmännischer Blick auf den richtigen Anteil Frostschutzmittel im Kühlwasser sei bei sinkenden Temperaturen empfohlen - damit Mensch und Auto gut durch die Kälte kommen.

Quelle: RP
 
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