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Wermelskirchen
Solingen will Jugendherberge erhalten

Wermelskirchen. Rathaus will Herbergsverband von den Vorzügen des Standorts überzeugen. Parallel werden Verbündete aus Politik gesucht. Von Martin Oberpriller

Kommt in auf den Fluren des Solinger Rathauses das Gespräch auf die Jugendherberge in Oberburg, die nach dem Willen des Jugendherbergsverbandes Rheinland spätestens Ende September 2018 dicht gemacht werden soll, dann fällt zumeist das Wort "Funkstille". Denn die Kommunikation zwischen Stadt sowie Verband ist noch immer - vorsichtig formuliert - ausbaufähig.

Dabei gebe es durchaus viel zu besprechen. So sind die Verantwortlichen in der Verwaltung nach wie vor überzeugt, dass sich der Standort in unmittelbarer Nachbarschaft zu Schloss Burg hervorragend für eine Jugendherberge eignet. Zumal das bergische Wahrzeichen inzwischen für eine Summe von rund 32 Millionen Euro von Grund auf saniert wird.

Ein zusätzliches Argument, sich für den Erhalt der Jugendherberge stark zu machen. Deshalb stellten Beamte im Rathaus bereits im zurückliegenden Herbst ein ganzes Paket von Unterlagen sowie Broschüren zusammen, in denen unter anderen auf die touristischen Vorzüge von Burg verwiesen wird, und versandten die Papiere an den Herbergsverband.

Eine Sprecherin der Stadt Solingen bestätigte kürzlich die neue Charmeoffensive für den Standort. Man habe auf diese Weise ein weiteres Mal das Potenzial von Oberburg herausstellen wollen, hieß es aus dem Rathaus - wobei die Verantwortlichen aber noch nicht abschätzen können, inwieweit ihr Vorstoß verfängt.

Bislang sei als Reaktion des Jugendherbergsverbandes lediglich eine Eingangsbestätigung erfolgt, sagte die Stadtsprecherin auf Anfrage. Aus diesem Grund bestünden augenblicklich keine genaueren Planungen zum zukünftigen Vorgehen. Mit einem Gespräch zwischen der Stadt sowie dem Verband sei jedenfalls kaum vor dem Frühjahr zu rechnen, stellte die Sprecherin in diesem Zusammenhang klar und erteilte so allen Hoffungen auf ein Treffen bereits im folgenden Monat eine klare Absage.

Was im Umkehrschluss aber nicht bedeutet, dass die zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung bis auf Weiteres die Hände in den Schoß legen. Im Gegenteil, bemüht sich die Stadt doch darum, in Sachen Jugendherberge zusätzliche Verbündete zu rekrutieren. Beispielsweise ist denkbar, alle Landtags- und Bundestagsabgeordnete der Region für den Erhalt der Herberge zu gewinnen, wie die Stadtsprecherin jetzt bestätigte. Tatsächlich hatte sich der Solinger Landtagsabgeordnete Arne Moritz wiederholt für den Standort stark gemacht.

Dabei gibt es Überlegungen, anstelle des alten Gebäudes etwas Neues zu errichten. So wird im Rathaus erwogen, entsprechende Pläne seitens des Verbandes, sollte es sie denn geben, zu unterstützen. Indes kamen aus der rheinischen Jugendherbergszentrale bisher hauptsächlich Signale, wonach der Standort nicht zu halten sei. Die für Ende 2017 vorgesehene Schließung war nur verschoben worden, da die Nachfrage in den vergangenen Monaten gestimmt hat.

Böse Zungen behaupten, dem Verband gehe es vor allem darum, das Grundstück zu lukrativem Bauland zu machen. Was Teile der Politik allerdings nicht mitmachen wollen. "Daraus wird nichts", hieß es schon im vergangenen Sommer.

Quelle: RP
 
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