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Wermelskirchen
Sparen ist auch bei Niedrigzinsen wichtig

Wermelskirchen: Sparen ist auch bei Niedrigzinsen wichtig
FOTO: artisteer/Thinkstock
Wermelskirchen. Die Stadtsparkasse blickt zufrieden auf 2016 zurück. Kreditgeschäft und Geldanlagen ziehen an. Auch bei den derzeit niedrigen Zinsen gebe es gute Sparmodelle. Eine Fusion sowie Minuszinsen für Privatkunden schließt der Vorstand aus. Von Sebastian Radermacher

Die Stadtsparkasse Wermelskirchen gehört als vergleichsweise kleine Sparkasse seit Jahren zu den besten. Und auch die Entwicklung im Jahr 2016 bewertet der Vorstand durchweg positiv. "Die Stadtsparkasse Wermelskirchen steht kerngesund da", sagt Vorstandsvorsitzender Rainer Jahnke. Und deswegen kann er auf die immer mal wieder gestellte Frage nach einer Fusion eine klare Antwort geben: "Diese Frage stellt sich aufgrund der äußerst soliden Situation nicht." Der beste Fusionsschutz sei, wenn man kerngesund sei. "Und das sind wir", betont Jahnke.

Deswegen seien die Voraussetzungen exzellent, die Sparkasse auch in Zukunft als verlässlichen Ratgeber für die örtlichen Unternehmen, als persönlichen Berater für die Privatkunden sowie als bedeutenden Steuerzahler und Arbeitgeber für die Stadt Wermelskirchen zu erhalten.

Im vergangenen Jahr haben Kunden der Sparkasse weitere sieben Millionen Euro angelegt - insgesamt beträgt die Summe der Geldanlagen damit 480 Millionen Euro. "Diese Entwicklung ist überraschend und zeugt von Vertrauen", meint Jahnke. Der Sparkassenchef bedauert, dass die Sparer für ihre Vermögen fast keine Zinsen mehr erhalten. "Die Politik der Europäischen Zentralbank spüren auch die Menschen in Wermelskirchen." Perspektivlos sei die Lage aber nicht. "Es gibt immer noch Möglichkeiten, mit ein wenig mehr Risiko doch noch Erträge zu erzielen", sagt Vorstandsmitglied Hans-Jörg Schumacher. "Wir machen unseren Kunden Mut, das Gespräch mit uns zu suchen." Pauschale Empfehlungen und Spar-Tipps gibt er jedoch nicht ab. "Wir erteilen einen Rat erst nach einer gründlichen Analyse der persönlichen Situation."

Ende 2016 verwaltete die Sparkasse zwölf Millionen Euro mehr an Wertpapieren für ihre Kunden. Was dem Vorstand allgemein wichtig ist: Das Beratungsangebot gelte sogar für Hartz-IV-Empfänger, selbst wenn es nur um fünf Euro im Monat geht, die man sparen kann. "Durch staatliche Prämien können dort auch kleine Beträge sehr viel ausmachen", betont Jahnke. "Eine solche Beratung gehört zu unserem öffentlichen Auftrag."

Jahnke und Schumacher gehen nicht davon aus, dass sich an der Zinslage vor dem Jahr 2019 gravierend etwas ändern werde. "Trotz des niedrigen Zinses von heute ist das regelmäßige Sparen sogar wichtiger als je zuvor", macht der Sparkassenchef deutlich. Wichtig sei, bereits in jungen Jahren mit dem Sparen zu beginnen, um später eine spürbare Zusatzrente zu erhalten. Auch dabei seien die Möglichkeiten vielfältig, und auch in diesem Bereich sei eine individuelle Beratung notwendig. 2016 wurden bei der Stadtsparkasse 765 neue Verträge abgeschlossen. "Damit sorgen die Menschen in Wermelskirchen relativ auf das gesamte Rheinland gesehen am meisten für ihre Zukunft vor", verdeutlicht Jahnke.

Auch wenn Sparer fast keine Zinsen mehr erhalten, so sollten sie auf keinen Fall ihr Vermögen als Bargeld zu Hause aufbewahren. Schumacher appelliert, einen Tresor bei der Sparkasse zu mieten, Bargeld auf ein Konto einzuzahlen oder mit einem Berater über eine sinnvolle Geldanlage zu sprechen. In diesem Zusammenhang stellt Jahnke klar: "Es wird für unsere Privatkunden keine Minuszinsen geben." Dieses Thema käme laut Jahnke - wenn überhaupt - erst dann noch einmal auf, wenn das Zinsniveau nochmals deutlich sinken würde.

Quelle: RP
 
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