| 00.00 Uhr

Wermelskirchen
Spendenaktion gestartet für Waldbrandopfer

Wermelskirchen: Spendenaktion gestartet für Waldbrandopfer
Leonel Loureiro (51) mit Tochter Melanie Loureiro (22) und Patenkind Monica Marques (16, links) bei der Benefizveranstaltung. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Wermelskirchener wollen die Opfer der jüngsten Waldbrände in Portugal unterstützen. Im Pfarrzentrum St. Michael wurde eine Spendenaktion gestartet. Von Frederik Oehl

Die Flammen kamen am späten Abend. Blitzschnell breiteten sie sich auf dem Gebiet der portugiesischen Kleinstadt Tondela aus, verschlangen Ställe, Plantagen und ganze Häuser. In nur einer Nacht, vom 15. auf den 16. Oktober, verwüstete die Feuersbrunst den Ort und machte die Existenz zahlreicher Bewohner zunichte. Durch monatelange Trockenheit begünstigt, waren Mitte Oktober - wie bereits im Juni - Waldbrände in verschiedenen Regionen Portugals ausgebrochen. Durch den Orkan 'Ophelia', der in dieser Zeit die iberische Halbinsel streifte, wurde die Situation noch verschlimmert - starker Wind beschleunigte die Ausbreitung der Brände, so dass Gemeinden wie Tondela nur wenig Zeit für Schutzmaßnahmen bleib.

Vom Unglück betroffen war auch die aus Tondela stammende und in Wermelskirchen lebende Familie Loureiro. Angesichts des Leides von Verwandten und Freunden und der enormen Schäden entschlossen sich die Loureiros spontan, Spenden für Tondela zu sammeln - und mit Unterstützung der katholischen Pfarrgemeine St. Michael und St. Apollinaris wurde eine Benefizveranstaltung im Pfarrzentrum St. Michael organisiert. Unter anderem wurden dabei Arbeiten von Studenten und Absolventen der Kunstakademie Dresden gezeigt und zum Verkauf angeboten - der Erlös wird nun den Opfern der Brände zugute kommen.

Darüber hinaus konnten Gäste gegen eine Spende auch selbst gemachte Basteleien von Kindern sowie portugiesische Törtchen und Säfte erhalten. Obwohl die Veranstaltung erst kurzfristig ins Leben gerufen worden war, fanden viele Gäste den Weg ins Pfarrzentrum.

"Viele Menschen in Tondela haben Arbeit, Häuser und Vieh verloren", erklärte Melanie Loureiro, die für die Organisation der Spendenaktion verantwortlich war. In nur zwei Stunden hatten die Flammen am Abend des 15. Oktober eine Strecke von 70 Kilometern zurückgelegt und die Stadt anschließend schwer getroffen. Die Lage war zeitweise verzweifelt: "Die Feuerwehr konnte oft gar nicht mehr bis zu den Leuten vordringen, so dass sie das Feuer selbst bekämpfen mussten", sagte Loureiro.

Den Organisatoren der Benefizveranstaltung ging es derweil auch darum, über die Lage vor Ort aufzuklären - zahlreiche Fotos waren zu diesem Zweck ausgestellt, und auch Filmmaterial wurde gezeigt. Aufnahmen etwa von Pechschwarzen Rauchwolken am Horizont und von Flammen umgebenen Feuerwehrleuten vermittelten einen beklemmenden Eindruck vom Ausmaß der Zerstörung.

"An älteren Häusern sind die Schäden besonders groß", erklärte Leonel Loureiro dazu, "dort sind die Dachstühle oft noch aus Holz." Doch auch vor neueren und solide konstruierten Gebäuden machten die Flammen nicht Halt. "Selbst dickes Eisen wurde durch die Hitze verformt", so berichtet Loureiro weiter.

Für den Wiederaufbau können die Menschen vor Ort nun jede Unterstützung gut gebrauchen - auch Sachspenden wie etwa Werkzeuge sind von großem Nutzen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: Spendenaktion gestartet für Waldbrandopfer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.