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Wermelskirchen
Spuren des Wassers sind nicht zu übersehen

Wermelskirchen: Spuren des Wassers sind nicht zu übersehen
Spuren an den Decken: Braune Flecken zeugen vom Wasserfluss. Dort, wo die Tapete abgerissen herabhängt, ist das feuchte Mauerwerk sichtbar. FOTO: Meuter
Wermelskirchen. Die OGS St. Michael muss bis zum Abschluss der Sanierung des Gebäudes an der Schillerstraße vorübergehend umziehen. Gute Nachricht: Fast das komplette Inventar konnte gerettet werden. Von Stephan Singer

Im Erdgeschoss gleichen die Klassenzimmer einem Möbellager. Hierhin haben die städtischen Mitarbeiter von Betriebshof, Feuerwehr und Gebäudemanagement innerhalb von weniger als vier Stunden das komplette Inventar aus dem ersten Obergeschoss gebracht, als Hausmeister Josef "Jupp" Wagner in der vergangenen Woche den Wasserschaden im Gebäude der St. Michael-Grundschule an der Schillerstraße entdeckt hatte. Die 25 Helfer konnten so das Meiste der Einrichtung retten.

"Nur einige wenige Möbelstücke haben Wasser gezogen und sind deshalb wohl nur noch Sperrmüll", sagen Michaela Böllstorf und Dennis vom Hoff vom Amt für Gebäudemanagement bei einem Rundgang durch das Gebäude. Die Fußböden in den leergeräumten Zimmern der Offenen Ganztagsschule (OGS) im ersten Geschoss sind wieder trocken, von den Decken tropft es nicht mehr herab, alle Fenster sind zum Lüften geöffnet.

Aber an den Decken sind die Spuren des Wassers deutlich sichtbar. Braune Flecken zeugen an den Nähten der Raufasertapeten-Bahnen vom Wasserfluss. Dort, wo die Tapete abgerissen herabhängt, ist das feuchte Mauerwerk sichtbar. "Die Tapeten müssen herunter, dann werden Bautrockner den Rest erledigen", sagt Michaela Böllstorf. Bis dahin muss erst einmal das Dachgeschoss, die ehemalige Hausmeister-Wohnung, getrocknet werden. Von der dortigen Baustelle nahm das Malheur seinen Lauf. Das abgedeckte Dach war provisorisch mit einer Plane abgedichtet, die im Winter ihren Dienst wie vorgesehen verrichtete. "Die extreme Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen haben die Plane porös gemacht", erklären Böllstorf und vom Hoff. Dabei sei problematisch, dass das mit bloßem Auge überhaupt nicht erkennbar ist. Den starken Regenfällen habe die Plane dann nicht mehr standhalten können. Ins Dachgeschoss soll sich die OGS ausweiten können, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. Schon dabei gab es wegen Statikproblemen bereits Verzögerungen bei der Erneuerung des Dachs. "Wir sind hier in einem Bestandsbau, da treten immer unerwartete Dinge auf", sagt Michaela Böllstorf aus Erfahrung.

Wie hoch der Schaden durch das Wasser sein wird, kann die Stadtverwaltung zurzeit noch nicht beziffern. Ebenso wenig, wie lange die Arbeiten dauern werden. Klar ist bereits jetzt, dass das Gebäude nicht zum Ende der Sommerferien nutzbar ist, weshalb die OGS in die nicht mehr genutzte, ehemalige Awo-Kita ausweichen muss (wir berichteten).

Mit Blick auf die Möbel und die von den Decken abmontierten Lampen sowie aufgestapelten Akustikplatten, die eigentlich an der Decke installiert der Schalldämmung dienen, sprechen Michaela Böllstrof und Dennis vom Hoff von "Glück im Unglück": "Dank des beherzten Zupackens blieb vieles unversehrt. Das eindringende Wasser wurde schnell entdeckt. Obendrein kamen keine Kinder zu Schaden." Der Vorfall sei "vergleichsweise glimpflich" abgelaufen, wozu auch der Zeitpunkt kurz vor Ferienbeginn beigetragen habe.

Da sich aber kein reguläres Dach auf dem Gebäude befand, ist es übrigens äußerst fraglich, ob eine Versicherung für den Schaden eintreten muss.

Quelle: RP
 
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