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Wermelskirchen
Stadt bekommt zwei weitere E-Tankstellen

Wermelskirchen: Stadt bekommt zwei weitere E-Tankstellen
Die Ladestation an der Telegrafenstraße - sie wird wohl am meisten genutzt. Und auch schon mal blockiert. FOTO: Teifel Udo
Wermelskirchen. Die BEW verkauft jährlich etwa 100.000 Kilowattstunden Ökostrom an öffentlichen Ladesäulen in Deutschland. Fast 1345 Autostromverträge wurden abgeschlossen. In Wermelskirchen sollen Netzdichte und Ladezeiten besser werden. Von Udo Teifel

Das Bergische Land will für die Auto-Mobilität der Zukunft gerüstet sein. Der heimische Energieversorger Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW) wird weitere Elektroladesäulen aufstellen, damit Elektro-Fahrzeuge aufgetankt werden können. "Eine komfortable Ladesituation ist eine Grundvoraussetzung, um mehr Menschen zum Umstieg auf Elektroautos zu bewegen. Dazu zählen die Netzdichte und die Ladezeiten", sagt Jens Langner, Geschäftsführer der BEW. Die BEW habe daher Förderanträge für insgesamt zwölf Ladepunkte gestellt, darunter eine Schnellladesäule.

Seit 2010 beschäftigt sich die BEW mit Elektromobilität in der Region und hat ihren Gesellschaftern, den Städten Wermelskirchen, Wipperfürth und Hückeswagen, jeweils zwei E-Autos zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Auch im Fuhrpark der BEW fahren E-Autos. Nach mehr als fünf Jahren Erfahrung mit E-Autos haben sich die Städte entschlossen, weiter elektrisch mobil zu bleiben. "120.000 Kilometer haben die Kommunen in den vergangenen drei Jahren klimaschonend und CO2-frei zurückgelegt", berichtet Frank Buchholz, E-Mobilitätsexperte der BEW. Inzwischen wurden die Leasingverträge erneuert; im Mai bekommt Wermelskirchen zwei neue E-Autos zur Verfügung gestellt, die sie kostenfrei nutzen können. 90 Prozent des Stroms zahlt die Stadt, sagt BEW-Sprecherin Sonja Gerrath. "Dafür gibt es eine Heimladestation, die sogenannte Wallbox, in der Tiefgarage." Etwa zehn Prozent des Verbrauchs der beiden Leasingfahrzeuge "sponsert" die BEW an den öffentlichen Ladestationen.

Die Wermelskirchener Mitarbeiter benutzen die E-Fahrzeuge gerne für Kurzstrecken, berichtet Bürgermeister Rainer Bleek auf Anfrage. Weitere Entfernungen werden indes nur in herkömmlichen Fahrzeugen unternommen, da die Reichweite bei Elektrofahrzeugen bisher eingeschränkt sei, sagt Bleek. "E-Autos mit einer höheren Reichweite sind momentan noch extrem teuer, und es besteht aufgrund der Haushaltslage für die Stadtverwaltung keine Möglichkeit, diese zu beschaffen."

Er werde als aktueller Aufsichtsratsvorsitzender der BEW darauf achten, dass der Energieversorger weiterhin die technologische Entwicklung im E-Automobil-Sektor intensiv verfolge und sich als Vermittler hin zu den Kunden und der allgemeinen Öffentlichkeit verstehe. "Dabei ist aber nicht ausschließlich das Auto zu betrachten", sagt Bleek, "sondern auch die dynamische Entwicklung im Fahrradbereich."

Gerade für das Bergische Land seien E-Bikes eine zukunftsträchtige Alternative zu anderen Verkehrsträgern, nicht nur bezogen auf die Freizeitgestaltung. "Daher liegt auch der Ausbau der Ladestationen an geeigneten Verkehrsknoten in unserem vorrangigen Interesse." Hier nutzt die BEW das neue Förderprogramm (300 Millionen Euro) der Bundesregierung für Elektrostationen. Förderanträge wurden für insgesamt zwölf Ladepunkte gestellt, teilt Langner mit.

In Wermelskirchen wird zusätzlich zur Oberen Remscheider Straße, Telegrafenstraße und Berliner Straße (Opel Hildebrandt) eine Ladesäule am Schwanenplatz aufgestellt. Noch nicht geklärt ist der zweite Standort. Die Ladestationen sollen im Laufe dieses und des nächsten Jahres aufgebaut werden. Jede Ladesäule hat zwei Anschlüsse, in Wermelskirchen kann damit an sechs Ladepunkten derzeit geladen werden.

Die BEW sieht in der Elektromobilität einen stark wachsenden Markt und beschäftigt sich laut Langner seit mehr als sechs Jahren mit dem Thema. 1345 Autostromverträge wurden bundesweit verkauft, etwa 60 Verträge davon im Bergischen. Buchholz: "Diese Zahl sagt allerdings nichts über die Zahl der tatsächlich in den Städten angemeldeten E-Autos aus. Da Elektroautos auch zu Hause geladen werden können, ist ein Autostromvertrag für E-Autobesitzer, die ihr Auto nur für Kurzstrecken in der Heimat benutzen, nicht notwendig", sagt der Experte.

Inzwischen hat sich die BEW laut Langner als Vertragspartner unter den Elektromobilisten einen Namen gemacht. "Wir bieten eine hohe Servicequalität, eine herausragende Erreichbarkeit und einen guten Preis", berichtet er.

Auf die Vorteile der E-Autos und die Bedeutung für Klimaschutz und Energiewende wird auch intensiv hingewiesen - so wurde 2016 der erste E-Mobilitätstag in Wipperfürth ausgerichtet. Jüngst nahmen sechs BEW-Mitarbeiter an einer E-Rallye in Heinsberg teil.

Quelle: RP
 
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