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Wermelskirchen
Stadt empfängt den Besuch aus Loches

Wermelskirchen: Stadt empfängt den Besuch aus Loches
Festabend im Bürgerzentrum (v.l.): der Wermelskirchener Städtepartnerschaftsvorsitzende Klaus Flanhardt, Bürgermeister Rainer Bleek, die Vorsitzende Georgette Audebert des Vereins aus Loches, und die beiden stellvertretenden. Bürgermeister der Partnerstadt, Bertrand Luquel sowie Stephan Blond. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Die Städtepartnerschaft lebt doch noch. Jetzt wurde im Bürgerhaus gefeiert. Ein "Nachfahre" von Uhu Finaud kehrt zurück. Von Stephan Singer

Großes Hallo im Bürgerzentrum: freudig-strahlende Gesichter, herzliche Umarmungen, "Küsschen links und Küsschen rechts". Dazu ein deutscher Weiß- und ein französischer Rotwein in trauter Eintracht auf den Tischreihen. Und obendrein weiße Rosen in mit Wasser gefüllten Weinflaschen als Tischdekoration. Im Bühnenhintergrund strahlten Scheinwerfer die französischen Nationalfarben Rot-Weiß-Blau an die Leinwand. Der Festabend zum Besuch der 55 Franzosen aus Wermelskirchens Partnerstadt Loches konnte stilechter kaum sein. Im jährlichen Wechsel kommen die Louchois nach Wermelskirchen oder fahren die Wermelskirchener nach Frankreich.

Los ging es mit den Klängen der Europa-Hymne - allerdings mit 20 Minuten Verspätung. Bürgermeister Rainer Bleek hatte schlicht die falsche Anfangszeit im Kalender stehen. Die Wartezeit trieb dem Vorsitzenden des Wermelskirchener Städtepartnerschaftsvereins, Klaus Flanhardt, als Gastgeber die Schweißperlen auf die Stirn: "Ich bin froh, wenn alle sitzen und die Reden gehalten sind. Erst dann kann ich mich entspannen."

In seiner Rede blickte Flanhardt auf die inzwischen 43 Jahre der Städtepartnerschaft zurück: "In dieser Zeit sind viele Freundschaften entstanden." Aus den frühen 1980er Jahren bezog Flanhardt die Idee für eine besondere Überraschung: Er überreichte der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees aus Loches, Georgette Audebert, eine knapp 50 Zentimeter hohe, geschnitzte Holzstatue eines Uhus. "Das ist der Nachkomme Nummer 43 von Finaud", schmunzelte Flanhardt und erinnerte damit an das 1982 erschienene Buch aus der Feder von Siegfried Hackländer, das die Geschichte des Uhus Finaud erzählt, der von Loches nach Wermelskirchen reist und bleibt. "Finaud trieb hier sein Unwesen und sorgte bestimmt auch für Nachwuchs. Wir möchten, dass ein Nachfahre nach Loches zurückkommt."

Von einem lebendigen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft zeugte der Festabend allemal. So lebt die Familie Aschenbrenner die Verbundenheit mit Loches bereits über drei Generationen hinweg. Die beiden Lochois Thomas Perrin (19 Jahre) und Franck Giot (18 Jahre) bekräftigten im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sie willens sind, auch in Zukunft die Partnerschaft aktiv zu gestalten. Die beiden jungen Männer hatten im vergangenen Jahr beim Empfang der Wermelskirchener in Loches fleißig mitgeholfen und sich damit eine Einladung ins Bergische "verdient". Perrin und Giot sind sich darin einig, dass sie Kölsch lieben, und von der nachgesagten bergischen Sturheit nichts entdecken können: "Wir treffen nur auf Freundlichkeit und Gastfreundschaft."

Wie wichtig aktive Personen als tragenden Säulen einer Städtepartnerschaft sind, betonte Georgette Audebert: "Unsere Städte verdanken die Lebensdauer dieser Freundschaft den Menschen, die diese Flamme am Leben halten." Loches' stellvertretender Bürgermeister Bertrand Luquel unterstrich: "Notwendig ist, dass unsere Jugend an dieser Zusammenarbeit teilnimmt."

Wermelskirchens Bürgermeister Rainer Bleek sagte vor den gut 140 Teilnehmern: "Solch eine enge Städtepartnerschaft ist für uns von besonderer Bedeutung. Die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich ist wesentliche Stütze der Europäischen Union, die heute in keinem guten Zustand ist."

Quelle: RP
 
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