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Wermelskirchen
Stadt erhält Hilfe vom Land beim Reaktivieren von Brachflächen

Wermelskirchen. Gerade vor dem Hintergrund des Mangels an bezahlbarem Wohnraum müssen brachliegende und wenig genutzte Flächen mobilisiert werden. Das Landesprogramm Flächenpool NRW unterstützt Städte und Gemeinden seit zwei Jahren dabei, solche Bereiche zu erschließen und sinnvoll zu nutzen. Ab Sommer profitieren elf weitere Kommunen in NRW von dem Programm, darunter die Stadt Wermelskirchen.

"Nicht nur beim Wohnraum, auch bei den Gewerbeflächen steigt der Nachfragedruck", sagt NRW-Stadtentwicklungsminister Michael Groschek. "Es kann nicht sein, dass wertvolle Flächen in zentralen Lagen nicht genutzt werden, weil sich Eigentümer und die Stadt nicht über die Verwendung einigen können." Hier komme das erfahrene Flächenpool-Moderationsteam ins Spiel, das sich mit den Akteuren zusammensetze und sie berate. Groschek: "Das große Interesse an dem Angebot zeigt, dass es das richtige Instrument ist, um den enormen Flächenverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig die Innenstädte lebenswerter zu machen."

Die Stadt Wermelskirchen wurde nach zwei erfolglosen Bewerbungen nun berücksichtigt, wie Wolfgang Schindler (Stadtplanungsamt) auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. Für die Verwaltung steht die Entwicklung von drei Gewerbeflächen im Vordergrund: Rhombus, Ziegelei in Hilgen und Zippa-Klinker. Schindler verzichtet für die genannten Bereiche auf die Bezeichnung "Brachflächen", er spricht von "entwicklungsfähigen Gewerbeflächen, die sanierungsbedürftig sind". Bei dem Förderprogramm geht es nicht um finanzielle Hilfe, sondern darum, diese Flächen zu entwickeln. Die Flächenpool-Experten stehen der Stadt mit ihrem Fachwissen zur Seite. Gemeinsam wird ein Konzept erstellt, es werden Gedanken und Ideen ausgetauscht, was mit diesen Grundstücken möglich wäre. Auch die interkommunale Zusammenarbeit, etwa bei der Ziegelei in Hilgen, spielt eine Rolle, erläutert Schindler.

Ziel ist, im Dialog mit der Kommune und dem Flächeneigentümer neue Entwicklungsperspektiven für die jeweiligen Standorte zu erarbeiten. Landesweit soll der Verbrauch neuer Flächen reduziert werden. Es soll also verhindert werden, dass Städte die aufwendige Entwicklung von Innenstadt-Brachflächen zurückstellen und stattdessen in Außenbereichen neue Gewerbeflächen angehen. Schindler: "Es ist eine gute Hilfestellung. Wir gehen das Thema jetzt gemeinsam an."

(ser)
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