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Wermelskirchen
Stadt geht gegen Motorradlärm vor

Wermelskirchen: Stadt geht gegen Motorradlärm vor
Das Bergische Land (hier eine Straße im Bereich Altenberg) ist ein äußerst beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer. Zahlreiche Anwohner sind genervt von dem Lärm, den so manche Fahrer verursachen. FOTO: Schütz (Archiv)
Wermelskirchen. Viele Wermelskirchener klagen über den Biker-Lärm. Eine neu gegründete Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung soll den Dialog zu betroffenen Anwohnern herstellen. Wo genau ist es besonders laut? Im Mai soll es erste Messungen geben. Von Sebastian Radermacher

Bei schönem Wetter und vor allem an den Wochenenden ist das Bergische Land ein äußerst beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer. Viele kurvige Landstraßen, zahlreiche Steigungen und abschüssige Streckenabschnitte sowie zwischendurch immer wieder tolle Aussichtspunkte - das lockt immer mehr Biker in die Region. Und das sorgt für eine enorme Lärmbelastung für Wermelskirchener, die an solchen beliebten Motorradstrecken wohnen - zum Beispiel in Dhünn, Dabringhausen oder auch Preyersmühle.

Wie groß diese Lärmbelastung tatsächlich ist, wurde bei der Fortschreibung des Lärmaktionsplans deutlich. In dem neuen Entwurf sollen Maßnahmen entwickelt werden, wie die allgemeine Lärmbelastung an Hauptverkehrstraßen in Wermelskirchen reduziert werden kann. Wermelskirchener bekamen bei einem sogenannten Lärmforum, online und bei der vorgeschriebenen Offenlage des neuen Entwurfs die Möglichkeit, Sorgen und Anregungen zu nennen. Und dabei wurde von vielen Bürgern der Motorradlärm als eines der größten Ärgernisse kritisiert. Die Stadt nahm die Anregungen auf und integrierte das Thema "Motorradlärm" in den neuen Lärmaktionsplan, den die Politiker im Fachausschuss am Dienstagabend beschlossen. Auch wenn Motorradlärm nicht auf den eigentlich zu untersuchenden Hauptstraßen ein Problem ist, wird die Stadtverwaltung nun Maßnahmen ergreifen, um den Lärm durch Motorradfahrer in Zukunft einzudämmen.

Wie Brigitte Zemella im Ausschuss mitteilte, will die Verwaltung zeitnah eine Arbeitsgruppe gründen, die sich mit dem Thema Motorradlärm befassen wird. "Sie soll in den Dialog treten mit den betroffenen Bürgern", sagte Zemella. Für den April sei eine erste Veranstaltung dazu geplant. Fakt ist: Die Verwaltung braucht Messwerte, um feststellen können, in welchen Bereichen in der Stadt die größte Lärmbelastung durch Motorradfahrer herrscht. Aus diesem Grund werden in diesem Jahr, voraussichtlich im Mai, erste Verkehrserhebungen erfolgen, kündigte Zemella an. Die Stadt prüft aktuell ein geeignetes Messverfahren.

Laut Zemella gibt es verschiedene Methoden, um die Lärmbelastung durch Kradfahrer zu erfassen, zum Beispiel über Leitpfosten mit einem Seitenradar oder über eine sogenannte Topo-Box. 15.000 Euro an Mitteln aus dem städtischen Haushalt werden für die Anschaffung bereitgestellt. Ende des Jahres sollen erste Messergebnisse präsentiert werden. Zemella: "Wir wollen Maßnahmen ergreifen, die zur Verbesserung der Situation beitragen. Lärmschutz ist wichtig."

Die Kreispolizei ist im vergangenen Jahr mehreren Beschwerden aufgrund angeblich zu lauter Motorräder nachgegangen. Daher habe man verstärkt Kradfahrer kontrolliert und Messungen vorgenommen. "Dabei hat sich in den meisten Fällen aber gezeigt, dass oftmals nur das subjektive Lautstärke-Empfinden ausschlaggebend für die Beschwerde war, denn in den meisten Fällen bewegten sich die Lärmwerte innerhalb der gesetzlichen Grenzen", sagte Abteilungsleiter Gerhard Wallmeroth.

Quelle: RP
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